Besonders bei iPhone und iPad wird der Speicher schnell knapp. Die Daten extern zu speichern, in der Cloud, ist nicht jedermanns Sache. Große Datenmengen gehen zudem ins Geld. Und aufs Gigabyte gerechnet sind auch Speicherlösungen wie Wi-Drive von Kingston oder i-FlashDrive von PhotoFast nicht gerade billig.

Hier will Western Digital eine Lücke schließen und bietet mit My Book Live* eine Festplatte an, die viel Speicherplatz bietet (1, 2 oder 3 Terabyte), moderat im Preis ist und alle Geräte darauf zugreifen können. Die Bedienung zielt dabei auf den normalen Heimanwender ab – Western Digital posaunt nicht einmal einen technischen Begriff wie “NAS”  heraus (der eigentlich nichts weiteres als Network Attached Storage, Datenserver im Netzwerk, bedeutet).

Einen ersten Eindruck zu My Book Live, aber auch den eben genannten Wi-Drive und i-FlashDrive, zeigt unser Video zu iPad-Speicherlösungen:

Bedienung: Einfach, aber nicht idiotensicher

Gut, ganz idiotensicher ist die Bedienung dann aber doch nicht. Western Digital liefert eine Software mit, die zunächst auf dem Desktop-Rechner installiert wird – ja, auch auf dem Mac. Es handelt sich nicht um einen Treiber, sondern um eine Anwendung mit dem Zugang zum Gerät. Über die Menüleiste erhält der Nutzer mit “WD Quick View” einen schnellen Zugriff auf die eigenen Daten, die Platten-Informationen (Speicherplatzbedarf, SMART-Status u.ä.) und mehr.

Die Einstellungen erfolgen im Browser, diese Seite wird praktischerweise ebenfalls über die App in der Menüleiste aufgerufen. Zwangsweise kommt man hier zu einem Punkt, der sich etwas kniffliger gestaltet: Die Benutzerverwaltung.

Zugänge: Frei, aber nicht vogelfrei.

Wer eines der ersten Modelle hat, muss sich erst einmal ein Firmware-Update installieren (im Browser-Fenster: Einstellungen -> System -> Updates). Sonst sucht er vergeblich nach den Freigaben für die Apps.

Dann geht es los mit dem Einrichten der Zugänge, was anfangs nicht ganz leicht zu überblicken ist. Es gibt Benutzerkonten und Freigaben, die wie folgt definiert sind:

  • Ein Benutzer ist ein Konto, das für eine Person erstellt wird, die Zugriff auf das My Book Live haben wird. Benutzer haben umfassenden Zugriff auf ihre private Freigabe und öffentliche Freigaben, und eingeschränkten Zugriff auf die Freigaben anderer.
  • Eine Freigabe ist ein Ordner, in dem Inhalte gespeichert werden. Eine Freigabe kann öffentlich sein, so dass alle Benutzer auf den Inhalt Zugriff haben, oder privat, um den Zugriff auf ausgewählte Benutzer zu beschränken.

Desweiteren gibt es einen Zugriffsschutz für das Interface (oben rechts im Browser). Und der Remote-Zugriff über die Apps ist noch ein weiterer Punkt (Einstellungen -> Remote-Zugriff -> Mobiler Zugriff). Wars das? Nein, den Webzugriff haben wir auch noch.

Klar, schließlich soll ja alles erreichbar, aber nicht ungeschützt sein.

App-gegriffen

Mit dem Desktop-Rechner (ob Windows oder Mac) Filme auf MyBook Live speichern, und über eine App auf iPhone und iPad abgreifen – so verbraucht man keinen unnötigen Speicherplatz auf den iOS-Geräten. WD 2go* ist kostenlos und öffnet außer Videos und Musik Präsentationen, Word-Dokumente, Bilder und mehr. WD 2go Pro* erlaubt es darüber hinaus, Dateien von der Festplatte in die App zu laden, um sie auch ohne Netzwerkszugang verfügbar zu haben.

Daten von iPhone und iPad auf die Platte zu speichern, das geht übrigens nicht. Offensichtlich hat Apple diese Richtung bisher nur einem erlaubt, nämlich dem i-FlashDrive, eine Art USB-Stick für iOS.

Alles immer “dabei”: Die private Cloud

Dass nun alle Daten nicht nur im Wohnzimmer aufgerufen werden können, sondern auch von unterwegs, dafür gibt es den Webzugriff. Im Gegensatz zur “echten” Cloud darf man aber nicht vergessen: Router und Festplatte müssen natürlich auch in Abwesenheit weiterlaufen und verbrauchen Strom (siehe auch nächste Seite).

Und wer bedenken hat, dass sich der Nachbarsjunge in die Daten einhackt, der schaltet seinen Router ebenfalls gerne aus, wenn es nur geht. Solche Nutzer können die Festplatte vielleicht für die eigene Videothek verwenden, nicht aber für ihre Lösung der Weltformel.

Weitere Funktionen und die Hardware beschreiben wir auf der nächsten Seite: