Kaspersky Security für Mac

Die neue Sicherheitslösung von Kaspersky Lab für Mac heißt . Sie stellt den Nachfolger von Kaspersky Antivirus dar, verfolgt jedoch einen anderen Ansatz. Wir haben in der russischen Softwareschmiede in Moskau einen ersten Eindruck bekommen. (Update zum Erscheinungstermin 17.08.2012)

Im Video erklärt Vartan Minasyan, Head of Product Management bei Kaspersky, die neue Anwendung (englisch; deutsch siehe Text unten).

Sicherheitssuite statt Antivirus-Programm

Kaspersky Security löst Kaspersky Antivirus 2011 for Mac  ab. Den Grund für den Namenswechsel nennt Vartan Minasyan: „Der Unterschied liegt im Funktionsumfang und im Level des Schutzes.“ Während das bisherige Produkt Viren aufspürte und einen Mail- und Surf-Schutz bot, sorgt sich die neue Suite seiner Ansicht nach um die komplette Gefahrensituation.

Hauptbestandteile von Kaspersky Security

Datei-Anti-Virus

Datei-Anti-Virus schützt Rechner und angeschlossene Laufwerke vor Schadsoftware. Um die Performance nicht unnötig zu belasten, werden nur neue oder upgedatete Dokumente gescannt. Zudem kann der Nutzer spezielle Dateitypen für die Überprüfung angeben. Die uns vorliegende Beta-Version macht sich dennoch bei der Rechner-Performance bemerkbar.

Neben einer lokalen Datenbank auf dem Nutzercomputer gehen Cloud-basierte Informationen in die Analyse ein.

Web-Anti-Virus

Dieses neue Modul scannt den Web-Traffic auf Pishing-Betrug und gefährliche URLs. Wird eine verseuchte Seite identifiziert, verhindert Kaspersky Security das Laden und zeigt eine Warnung.

Das russische Software-Unternehmen setzt zwei Methoden ein, um Schadsoftware aufzuspüren.

  • Anti-Phishing-Technologien: In Web Anti-Virus werden Dateien mittels Signaturen und – für noch unbekannte Schadsoftware – heuristischer Analyse überprüft.
  • Kaspersky URL Advisor: Diese Erweiterung für Web-Browser informiert die Nutzer über verdächtige Seiten. Die Informationen hierfür werden über eine ständig aktualisierte Online-Datenbank von Kaspersky zur Verfügung gestellt.

Parental Control

Nicht unbedingt der primäre Bestandteil einer Sicherheitssoftware, liefert Kaspersky in der Sicherheitssuite eine Kindersicherung mit. Sie enthält folgende vier Bestandteile:

  • Web-Kontrolle kann Seiten mit jugendgefährlichen Inhalten (z.B. Pornographie oder Gewalt) oder einfach nur einzelne festgelegte URLs sperren. Die Kinder laden illegal Musik aus dem Netz? Der Administrator kann auch den Download einzelner Dateitypen blockieren.
  • Zeitkontrolle: Mehr als zwei Stunden surfen muss nicht sein? Zeitkontrolle kappt nach der festgelegten Zeit die Online-Verbindung eines definierten Nutzers.
  • Persönliche Daten verhindert das Posten von Telefonnummer, Bankdaten oder ähnlichem im Internet – ob das nun eine Webseite oder ein soziales Netzwerk ist. Die Kindersicherung überwacht also den ausgehenden Datenverkehr.
  • Soziale Netzwerke greift noch deutlich tiefer in die Privatsphäre ein. Diese Funktion protokolliert die Kommunikation in Webdiensten mit. Der Computeradministrator kann damit sogar die privaten Facebook-Nachrichten seiner Kinder oder der Ehefrau unbemerkt mitlesen. Geht das zu weit? Wir haben die Kindersicherung bereits zur Diskussion gestellt. Kaspersky habe festgestellt, dass diese Internetüberwachung der Wunsch vieler Eltern ist.

Der Administrator kann alle vier Bestandteile der Kindersicherung einzeln für jedes Computer-Account ein- beziehungsweise ausschalten.

Virtuelles Keyboard

Um Keyloggern keine Passwörter zu verraten, ist in der Software ein virtuelles Keyboard integriert. Es wird in Safari, Google Chrome und Firefox bei der Eingabe von Passwörtern angezeigt, die Buchstabenkombinationen können somit per Maus eingeklickt werden.

Fazit zu Kaspersky Security

Kaspersky erweitert seine Software zum umfassenden Sicherheitsprodukt, und integriert sogar eine Kindersicherung. Vielleicht ist das dem Umstand geschuldet, dass reine Anti-Viren-Programme für Mac von vielen Computerbesitzern als nicht notwendig angesehen werden, und sich damit nur schlecht verkaufen lassen – siehe hierzu auch das Interview mit dem deutschen Experten Markus Möller. Klar, dass Kaspersky anderer Ansicht ist.

Mit Kaspersky Security nimmt das Unternehmen nun einen anderen Fokus im Bereich der potentiellen Gefahren auf dem Mac. „Letztendlich ist nicht die Technologie des Betriebssystems das Problem“, so Vartan Minasyan in obigem GIGA-Interview. „Die größte Gefahr geht vom Computernutzer aus.“ Cyber-Kriminelle versuchen, Anwender auf verseuchte Webseiten zu lotsen. Der erweiterte Schutz durch die Suite bringe den Nutzern deshalb einen Mehrwert.

Kaspersky Security ist seit 17. Juli 2012 erhältlich und kostet 39,95 Euro (bei ). Aufgrund der Apple-Bestimmungen kann der Vertrieb nicht über den Mac App Store erfolgen.

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