Bewerbung Gehaltsvorstellung – darauf müsst ihr achten

Selim Baykara

Wie sieht die richtige Gehaltsvorstellung bei der Bewerbung aus? Wie formuliere ich die Gehaltsvorstellung richtig und welche Fehler sollte ich unbedingt vermeiden? Die Antworten auf diese Fragen findet ihr im folgenden Artikel.

Die Frage nach der Gehaltsvorstellung ist ein leidiges, aber wichtiges Thema bei der Bewerbung. Schließlich geht es nicht nur darum, dass ihr einen Job bekommt, sondern dafür auch angemessen bezahlt werdet. Viele Arbeitgeber verlangen bereits in der Stellenanzeige, dass ihr eure Gehaltsvorstellung mit der Bewerbung angebt. Damit stellt sich auch schon die erste Frage: Was bin ich eigentlich wert?

Video: Bewerbungstipps für den ersten Job

Gehaltsvorstellung bei der Bewerbung – prüft euren eigenen Marktwert

Bevor ihr eine fundierte Aussage zur Gehaltsvorstellung bei der Bewerbung treffen könnt, müsst ihr euren eigenen Marktwert kennen. Um diesen zu ermitteln, solltet ihr folgende Faktoren heranziehen:

  • Höchster Abschluss
  • Berufserfahrung
  • Typisches Gehalt, das in der Branche gezahlt wird
  • Typisches Gehalt, das für die jeweilige Position gezahlt wird
  • Regionale Unterschiede (z.B. zwischen einzelnen Bundesländern)

Ein guter Anhaltspunkt sind Gehaltsrechner im Internet. Dort findet ihr Auflistungen von Durchschnittsgehältern nach Branchen sortiert. Wichtig: Die dort angeführten Gehälter sind nur ein erster Anhaltspunkt und können von Region zu Region und von Unternehmen zu Unternehmen stark variieren. Noch besser ist es natürlich, wenn ihr jemanden kennt, der in einer vergleichbaren Position oder einer ähnlichen Branche arbeitet. Alternativ gibt es im Internet auch Job-Foren, in denen ihr euch mit anderen Bewerbern austauschen könnt.

Gehaltsvorstellung bei der Bewerbung – wie formuliere ich meine Vorstellungen?

Nachdem ihr eine ungefähre Vorstellung von eurem Marktwert habt, kommt die nächste wichtige Frage ins Spiel: Wie drücke ich meine Gehaltsvorstellung am besten aus? Generell sollte ihr euch dabei an folgende Richtlinien halten:

  • Gebt immer das Brutto-Jahreseinkommen an
  • Gebt immer an, ob sich das Gehalt auf 12 oder 13 Monatsgehälter bezieht
  • Der Gehaltswunsch wird immer am Ende des Bewerbungsschreibens genannt
  • Falls bei der Stellenausschreibung keine Wochenstunden-Anzahl genannt wird, solltet ihr diese selbst ins Spiel bringen
  • Fragen nach Zusatzleistungen solltet ihr vermeiden – so etwas wirkt kleinlich und macht keinen guten Eindruck
  • Haltet die Formulierung kurz und knapp – alle weiteren Details könnt ihr im persönlichen Gespräch ausführen

Beispiele für Standard-Formulierungen zum Gehalt

  • “Meine Gehaltsvorstellung liegt bei XX.XXX,- Euro brutto im Jahr.”
  • “Meine Gehaltsvorstellung liegt bei einem Brutto-Jahresgehalt im Bereich von XX.XXX,- Euro.”
  • “Aufgrund meiner Qualifikationen und Kenntnisse liegen meine Gehaltsvorstellungen bei XX.XXX,- Euro im Jahr.”
  • “Meine Gehaltsvorstellungen liegen zwischen XX.XXX und YY.YYY,- Euro pro Jahr. Weitere Details würde ich gerne in einem persönlichen Gespräch klären.”

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Diese Fehler solltet ihr vermeiden

  • Auf keinen Fall solltet ihr die Aufforderung zur Angabe der Gehaltsvorstellungen ignorieren. Der Arbeitgeber vermutet dann, dass ihr entweder überzogene Vorstellungen habt, oder euren Marktwert nicht einschätzen könnt. Beides wirft kein gutes Licht auf euch.
  • Akzeptiert niemals das erste Angebot des Arbeitgebers. Das erste Angebot ist nie das Beste, sondern soll euch nur signalisieren, dass grundsätzlich Spielraum für Verhandlungen gegeben ist. Diesen Spielraum müsst ihr ausloten!
  • Bei der Verhandlung über die Gehaltsvorstellung solltet ihr immer aufgrund von Leistung argumentieren. Am besten geht das, wenn ihr diese auch nachweisen könnt, z.B. durch Qualifikationen, Abschlüsse oder Berufserfahrung.
  • Bei der Verhandlung über das Gehalt solltet ihr selbstbewusst – nicht arrogant – argumentieren. Ihr bietet eure hervorragende Arbeitsleistung (die ihr auch nachweisen könnt, siehe voriger Punkt) und erwartet dafür einen angemessenen Gegenwert. Deshalb tretet ihr auch nicht als Bittsteller, sondern als gleichberechtigter Verhandlungspartner auf.

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Bildquelle: Business handshake. Business people shaking hands, finishing up a meeting via Shutterstock

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