Bewerbung: Schlusssatz - Beispiele und Tipps zur Fehlervermeidung

Kristina Kielblock

Ein perfekter Schlusssatz am Ende des Anschreibens einer kreativen Bewerbung ist genauso wichtig, wie ein überzeugender Einleitungssatz zur Eröffnung. So zumindest wird es allerorts gerne verbreitet. Fakt ist allerdings, dass der Schlusssatz formelhaft bestimmte Informationen enthalten sollte und niemand zuviel Zeit darauf verschwenden muss, sich etwas ganz Originelles auszudenken. Wesentlich wichtiger ist es, typische Fehler bei der Formulierung des letzten Satzes zu vermeiden.

Bewerbung: Schlusssatz - Beispiele und Tipps zur Fehlervermeidung

Natürlich möchte jeder gerne die perfekte Bewerbung schreiben und dazu gehört natürlich auch ein perfekter Schlusssatz. Ob dieser allerdings für den Personaler das große Gewicht hat, das er von vielen Bewerbungsratgebern bescheinigt bekommt, sei dahingestellt. Angeblich bleibt er als letzter Satz am längsten im Gedächtnis, und kann den Personaler zu bestimmten Handlungen motivieren.

Ob dem wirklich so ist, scheint eher eine Glaubensfrage zu sein, sicher ist allerdings, dass ein schlechter Schlusssatz durchaus einen negativen Effekt auf eure ganze Bewerbung haben kann. Im Folgenden findet ihr optionale Formulierungen für gute Schlusssätze und ebenso Negativ-Beispiele, die ihr unbedingt vermeiden solltet.

Bewerbung: Schlusssatz – diese Informationen sollten enthalten sein

Der Personaler erwartet bestimmte Angaben in eurem Schlusssatz:

  • Ab wann ihr einsetzbar seid, also wann ihr die Stelle antreten könnt.
  • Dass ihr für ein persönliches Gespräch zur Verfügung steht, bzw. euch bereits darauf freut.
  • Dass ihr das Team verbessert, bzw. wunderbar dazupasst.
  • Je nach Stelle möglicherweise auch eure Gehaltsvorstellungen.

Bewerbung Schlusssatz

Daraus wird erkennbar, dass ihr beim Schlusssatz nicht unermesslich viele Möglichkeiten zur kreativen Gestaltung habt, aber dafür auch das Rad nicht neu erfinden müsst. An keiner anderen Stelle der Bewerbung könnt ihr formelhafte Mustersätze so bedenkenlos übernehmen, wie es beim Schlusssatz der Fall ist. Verschwendet also hier keine Zeit, die ihr besser in die ausgezeichnete Formulierung eures restlichen Anschreibens investieren könnt.

Bewerbung: Schlusssatz – so könnt ihr ihn gestalten

Grundsätzlich sollte man bei der gesamten Bewerbung im Hinterkopf haben, dass die angesprochene Person wahrscheinlich schon hunderte von Bewerbungen eingesehen hat. Somit sind bestimmte Sätze, die immer wieder in Ratgebern als Vorlage erscheinen, auch dem Personaler nicht unbekannt.

Wenn es also heißt, bestimmte Formulierungen klingen selbstbewusst oder motiviert, sollte man dabei nicht übersehen, dass sich Menschen, die diese Sätze schon zig Mal gelesen haben, nicht mehr ganz so einfach beeindrucken lassen. Insofern sollte der Schluss kurz und knapp sein und die wichtigen Informationen gut strukturiert enthalten, da man davon ausgehen kann, dass ihn der Personaler sowieso nur quer liest.

Bewerbung Schlusssatz

  • Ich bin überzeugt, mit meiner Arbeitserfahrung und meinen fundierten Kenntnissen Ihr Team erfolgreich und effizient bereichern/unterstützen zu können. Ich bin zum_____ verfügbar und stehe Ihnen gerne jederzeit für Rückfragen oder ein persönliches Gespräch zur Verfügung.

Diese Beispiel lässt sich beliebig abwandeln oder auch kürzen, wichtig ist, dass es stilistisch zu eurer Bewerbung passt und inhaltlich auf die Stelle angepasst wird. Wurdet ihr in der Ausschreibung explizit aufgefordert, eure Gehaltsvorstellungen mitzuteilen, wäre diese Information ebenfalls in den Schlusssatz zu integrieren. Natürlich könnt ihr auch schreiben, dass ihr euch auf eine Einladung zum Vorstellungsgespräch freut, aber prinzipiell geht das ja aus der Tatsache hervor, dass ihr euch bewerbt. Ein solcher Satz kann dann beispielsweise so lauten:

  • Auf einen Anruf und ein persönliches Vorstellungsgespräch mit Ihnen freue ich mich. Mein Arbeitsbeginn kann nach Absprache erfolgen.

Bewerbung: Schlusssatz – das solltet ihr unbedingt vermeiden

Der häufigste Fehler ist die Verwendung des Konjunktivs à la:

  • Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mich zu einem persönlichen Gespräch einladen würden.
  • Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mich einem einem Vorstellungsgespräch einladen würden.

Damit erscheint ihr wie ein Bittsteller und entwertet eure ganze Bewerbung, denn in dieser habt ihr hoffentlich dargelegt, dass ihr genau die gesuchten Qualifikationen für die Stelle mitbringt, der Arbeitgeber also froh sein kann, euch gefunden zu haben.

Der letzte Satz sollte nicht aus dieser Logik ausbrechen und euch erscheinen lassen, als wärt ihr auf die Gnade angewiesen, zu einem Gespräch eingeladen zu werden. Aus diesem Grund solltet ihr euch auch NIE am Ende für die Aufmerksamkeit bedanken!

Bewerbung Schlusssatz

Das Gegenteil ist der Fall bei so forschen Formulierungen wie diesen:

  • Wann kann ich mich bei Ihnen vorstellen?
  • Interesse geweckt? Wann laden Sie mich zu einem Vorstellungsgespräch ein?
  • Wann darf ich vorbei kommen und mich vorstellen?

Diese Sätze unterstellen, dass es bereits sicher ist, dass ihr eingeladen werdet und sollen Selbstvertrauen vermitteln. Das kann nach hinten losgehen, weil sich der Personaler in seinen Entscheidungsbefugnissen übergangen fühlt und diese Vorgehensweise als aufdringlich und dreist empfinden kann.

Bildquelle: HR Manager and Applicant, Group of Applicants, Modern Businessteam via Shutterstock

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