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Eye-Fi Pro X2

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Mit einer Eye-Fi-Speicherkarte klappt die drahtlose Über-tragung der Daten von der Kamera zum Mac oder zu Online-Diensten.

Eye-Fi Pro X2

 

Speicherkarten mit Wi-Fi gibt es in den USA schon seit vier Jahren. Erfinder und einziger Anbieter ist Eye-Fi. Seit wenigen Wochen gibt es die vier aktuellen Eye-Fi-Karten auch auf Deutsch im Fachhandel. MACup testet das Spitzenmodell mit 8 GByte und Class-6-Geschwindigkeit.

Installation

Die X2-Serie verwendet auch in der Version mit nur 4 GB bereits den SDHC-Standard (SD 2.0). Deshalb sollte man sich vor dem Kauf auf der Support-Website informieren, ob eine ältere Kamera SDHC bereits unterstützt.
Vor dem Drauflosknipsen muss die Karte eingerichtet werden. Für Macs ohne SD-Slot liegt ein USB-Adapter bei. Anschließend kann das Eye-Fi Center installiert werden. Ebenfalls installiert wird ein Menü-Extra für den schnellen Zugriff. Eventuell wird noch ein Firmware-Update automatisch geladen und installiert. Außerdem muss man ein Eye-Fi-Konto einrichten. Bei mehreren Karten kann man für ­jede Karte individuelle Einstellungen vornehmen und speichern. Auf Wunsch wird man per E-Mail benachrichtigt, welche Fotos und Videos die Eye-Fi-Karte erfolgreich hochgeladen hat.

Konfiguration

Über einen Assistenten wird die Karte konfiguriert. Zunächst muss man das lokale Netzwerk einrichten. Die Karte kann die Fotos optional automatisch zu den großen Online-Diensten und MobileMe hochladen. Es geht aber auch abseits der sozialen Netze. Sie können einen ­eige­nen Dienst definieren und von unterwegs im WLAN-Hotspot zum Beispiel alle neu geschossenen Fotos automatisch zum FTP-Server des Auftraggebers hochladen. Wer die Funk­ti⁠on Endless Memory aktiviert, muss die Karte im Grunde nie mehr aus der Kamera entfernen, da alte Aufnahmen automatisch gelöscht werden.
Auch ist es möglich, dass die Karte im Hotel neue Fotos automatisch überträgt, während iPhoto am (eingeschalteten) Mac zu Hause die Bilder viele tausend Kilometer entfernt mit geringer Verzögerung, aber in voller Auflösung empfängt. Sie bestimmen, in welche Ordner Bilder und Videos übertragen werden. Außerdem lässt sich einstellen, wie die Ordner heißen und ob für jeden Tag ein neuer Ordner erstellt werden soll. Besitzer mehrerer Karten können für jede Karte unterschiedliche Einstellungen vornehmen. Auch der Direktimport mit iPhoto lässt sich festlegen. Für die nächste Version steht der automatische Import mit Aperture auf unserem Wunschzettel. Mit Lightroom klappt das bereits über das Plug-in Folder Watch. Info: http://regex.info/blog/lightroom-goodies.
Neuere Consumer-Kameramodelle von Casio zeigen mittlerweile sogar mit einem grünen Symbol im Display an, dass die Eye-Fi-Karte arbeitet. Außerdem können diese Kameras im Menü das WLAN der Karte explizit zu- und wieder abschalten.

Eye-Fi im Einsatz

Raw-Daten werden nur vom getesteten Spitzenmodell Pro X2 unterstützt. Weiterhin beherrscht nur dieses Kartenmodell einen Ad-hoc-Modus. Ohne den Umweg über vorhandene WLAN-Router kann die Karte so direkt ein Netzwerk zum Mac aufbauen und die Bild- und Filmdaten entsprechend flott übertragen.
Nicht eine Kamera von Olympus ist auf den Support-Seiten zum Stromsparmodus zu finden. Mit der E-P2 funktioniert dann glücklicherweise doch fast alles wie erhofft. Falls Ihre Kamera es anbietet, empfehlen wir die Ka­meraeinstellung Raw mit JPEG. Denn in eine
Raw-Datei können aufgrund fehlender EXIF-Header keine GPS-Daten geschrieben werden. Ein pa­rallel zum Raw erstelltes JPEG erhält aber von Eye-Fi ein Geotag. Die Qualität des Geotaggings ist abhängig von der Anzahl der Access-Points in der Nähe des Standorts.
In Innenstädten ist die Erfassung ziemlich genau. Allerdings sind in Deutschland erst rund 70 Prozent der Städte erfasst. Bei Aufnahmen in einer Kirche muss als Aufnahmeort auch schon mal die Wiese 80 Meter davor herhalten. Beim Bergwandern werden gar keine Geodaten geschrieben, da es sich um kein echtes GPS handelt, sondern um das von Skyhook Wireless etablierte WPS (Wi-Fi Positioning Sys­tem). Solange es kaum Kameras mit echtem GPS gibt, ist Eye-Fi eine brauchbare Alternative.
Die Karte kann keine Dateien übertragen, solange noch Aufnahmen gemacht oder Filme aufgezeichnet werden. Dies kann nur in den Pausen zwischen den Aufnahmen geschehen. Abgebrochene Übertragungen werden beim nächsten Einschalten wieder aufgenommen. Dabei lässt sich die Software verwirren, falls man bereits damit begonnen hat, misslungene Fotos von der Karte zu löschen. Dagegen hilft die Option Selective Share. Sie überträgt nicht ­alle Daten, sondern nur jene Objekte, die zuvor auf der Kamera manuell gesperrt worden sind. Man kann sich von überall via http://manager.eye.fi/ in ein Web-Interface einloggen und sich über den Upload-Status informieren.
Videoaufnahmen und größere Mengen von Raws synct man besser nicht kabellos mit dem Mac oder You-Tube, denn ein 720p-HD-Video von nur 91 Sekunden Länge beansprucht bereits 385 MByte. Die gemessene Übertragungsgeschwindigkeit aber liegt trotz 802.11-n-Standard im Schnitt nur bei 9 MBit pro Sekunde, also eher auf USB-1.1-Niveau.

Fazit

Die Zielgruppe der Eye-Fi-Karten liegt mehr im Consumer-Bereich. Alles soll so einfach wie möglich funktionieren. Da JPEGs in der Regel bedeutend kleiner sind als Raws, klappt die Übertragung mit Consumer-Kameras in der Regel schnell und ohne Hänger. Doch wird man sich den Kauf der größten Eye-Fi-Karte zweimal überlegen, da ihr Preis zu nah an dem vieler Consumer-Kameras liegt. Profis sollen zwar angesprochen werden, doch da ist noch Spielraum für Verbesserungen. Die Olympus etwa muss im Test beschäftigt werden, damit sie sich nicht abschaltet, bevor die Pro X2 eine größere Raw-Datenmenge fertig übertragen hat. Bleibt zu hoffen, dass bald mehr Kameras eine Status­anzeige für die Eye-Fi-Card bieten.    me

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