Photoshop Lightroom 2

Katja Leonhardt

Lightroom geht in die zweite Runde. In der neuen Version wartet das Bildprogramm für Fotografen mit vielen Neuerungen auf wie den lokalen Korrektur­werk­zeugen und der Filterleiste Nach fast einem halben Jahr der Betaphase stellt Adobe das neue Photoshop Lightroom 2 vor. Der Aufbau des Bildprogramms bleibt gleich. Allerdings haben die Datenbank und die Bildentwicklung einige nützliche Funktionen dazubekommen.

Mehr Übersicht in  der Datenbank

Beim ersten Start übernimmt Lightroom 2 vorhandene Kataloge der Vorgängerversionen. Der Import funktioniert im Test reibungslos. Bilder, Metadaten und Änderungen aus Lightroom 1.4 werden fehlerfrei übernommen. Im Bibliotheksmodul befindet sich eine neue Filterleiste, in die auch der Metadaten-Browser aus Version 1.4 integriert ist. Um die Datenbank nach bestimmten Fotos zu durchforsten, lassen sich damit Abfragen nach EXIF- und IPTC-Daten wie beispielsweise ISO-Zahl, Kameramodell, Fotograf oder Seitenverhältnis kombinieren. Auch die programminternen Bewertungen, wie Sternchen und Farben, sowie eine Textsuche können mit einbezogen werden. Diese komplexe Suchfunktion ist deutlich effektiver als in den frü⁠heren Versionen der Software. Jedoch fehlt auch in Photoshop Lightroom 2 eine katalogübergreifende Suche. Wer also gleichzeitig an meh­reren Orten arbeitet, muss die Kataloge je⁠weils umständlich importieren. Umbenannt wurden die Kollektionen. In Lightroom 2 heißen diese nun Sammlungen. Und auch deren Funktionalität wurde erweitert. Denn Photoshop Lightroom 2 arbeitet jetzt mit so genannten Smart Sammlungen. Ähnlich wie Aperture 2.1 kann das Programm für einen solchen intelli­genten Ordner eine Reihe von Bedingungen fest-legen, beispielsweise das Kameramodell, das Ob⁠jek­tiv, den Bearbeitungszeitraum und den Da⁠teityp. Trifft alles auf ein Foto zu, sortiert Light­room es automatisch in diese Sammlung ein. Als dritte Datenbank-Neuerung hat Adobe die automatischen Stichwortvorschläge integriert. Dabei merkt sich das Programm einmal verge­bene Stichwörter und schlägt diese bei der Katalogisierung  von neuen Fotos vor. Das ist bequem und beschleunigt den Workflow bei der späteren Recherche durch genormte Suchbegriffe.

Neue Korrekturwerkzeuge

Bereits aus der Beta-Version bekannt ist der neue Retuschepinsel im Entwicklungsmodul, mit dem sich die Korrekturen lokal auf einen Bildteil auf⁠tragen lassen. Die bekannten Befehle wie Wiederherstellung oder Belichtung aus den Grundeinstellungen werden dagegen auf das gan⁠ze Bild angewendet. Damit gelingt es Lightroom, wieder Boden auf das Konkurrenzprodukt von Apple gutzumachen.

 

Bei den lokalen Werkzeugen bietet Adobe mit Belichtung, Helligkeit, Kontrast, Sättigung, Klarheit, Schärfe, Farbe und Haut weichzeichnen acht unterschiedliche Varianten. Diese sind auch mitein­ander zu kombinieren und als Vorgabe zu speichern. Die Anwendung des Pinsels ist gut durchdacht: Pinselgröße, Kante und Fluss lassen sich wählen und in mehreren Voreinstellungen speichern. Der Durchmesser des Pinsels wird im Bild angezeigt und lässt sich bei der Arbeit mit dem Maus-Scrollrad anpassen. Darüber hinaus zeigt das Programm bei Bedarf den Pinselauftrag als Maskierung an, die Farbe der Markierung ist je nach Motiv frei wählbar. Dies dient zur besseren Bildkontrolle. Wenn die Funktion Automatisch maskieren aktiviert ist, reduziert Lightroom den Auftrag an Farb- oder Kontrastkanten – ähnlich wie die Schnellauswahl in Photoshop CS3.

Erst in der finalen Version hinzuge⁠kommen ist dagegen das Verlaufswerkzeug. Alle acht Kor⁠­rektur-Einstellungen lassen sich als Verlauf im Bild aufziehen, wobei sich auch hier Kontrast, Farbe und Co. miteinander kombinieren lassen. Beim Test der neuen Korrekturwerkzeuge gab es jedoch auf einem MacBook mit 2,16 GHz und 2 GByte RAM Performance-Schwierigkeiten. Die Live-Vorschau reagierte teilweise mit ein bis zwei Sekunden Verzögerung. Und dies obwohl ei⁠ne nur knapp 5 MByte große JPEG-Datei unter Mac OS X 10.5 mit aktivierter 64-Bit-Unter­stützung bear­beitet wurde. In Sachen Korrek­turwerkzeuge fehlt nach wie vor ein Tool gegen Ver⁠zeichnungen. Um die tonnen- oder kissen­­förmigen Distorsionen zu beseitigen, muss man weiterhin beispielsweise auf Photoshop oder DxO Optics Pro 5 zurückgreifen. Eine große Hil⁠fe für die Bildbearbeitung und die Bildkontrolle ist die Unterstützung von zwei Monitoren. So lässt sich auf dem Hauptfenster der Browser und auf einem zweiten Monitor das Bild in einer Lupenansicht anzeigen. Dies bringt mehr Platz und ist übersichtlich. Viele Fotografen exportieren nach getaner Arbeit in Lightroom die Bilder nach Photoshop CS3. Deshalb ist die engere Anbindung an Adobes Profi-Bildbearbeitung erfreulich. So lässt sich die  Funktion Photomerge für die Erstellung von Panorama- und HDR-Bildern direkt aus Lightroom aufrufen. Zudem können Bilder als Smart Objects in Photoshop eingebunden oder auf verschiedene Ebenen in einer Datei verteilt werden.

Repräsentativ

Neue Druckvorlagen – wie etwa die Kontakt-abzüge – bringen Bilder auch ohne den Umweg über das Retuscheprogramm zu Papier. Mit der zusätzlichen Schärfen-Funktion wird die Qua­li⁠tät ein weiteres Mal auf die Ausgabeauflösung und den Papiertyp angepasst.

Über optionale Plug-ins können Fotos beispielsweise direkt zu den Online-Communitys Flickr oder Picasa-Webalben hochgeladen werden. Auch Software-Hersteller wie B&W nutzen die offene Architektur von Lightroom, um das Programm zu erweitern. Zudem können DxO Optics Pro 5 und FotoMagico 2.5 auf eine Lightroom-Datenbank zugreifen. Weitere Plug-ins sol⁠len laut Adobe in Kürze folgen.

Fazit

Wenn auch einige Fotografen-Wünsche offen bleiben, hat Photoshop Lightroom 2 mit den lokalen Korrekturwerkzeugen und der neuen Filterleiste zwei wichtige Funktionen hinzubekommen, die den Workflow sowohl von Hobby- als auch von Profi-Fotografen erleichtern.

Katja Leonhardt/iob



Hat dir "Photoshop Lightroom 2" von Katja Leonhardt gefallen? Schreib es uns in die Kommentare oder teile den Artikel. Wir freuen uns auf deine Meinung - und natürlich darfst du uns gerne auf Facebook, Twitter oder Google+ folgen.

Weitere Themen: Adobe Photoshop, Adobe Photoshop Lightroom

Neue Artikel von GIGA SOFTWARE

  • XMedia Recode

    XMedia Recode

    Der XMedia Recode Download ist ein kostenloses Konvertierungs-Programm für nahezu alle Audio – und Videoformate. Außerdem beinhaltet das Tool einfache... mehr

  • Adblock Plus für Firefox

    Adblock Plus für Firefox

    Der Adblock Plus für Firefox Download ist eine sehr beliebte Erweiterung zur Blockierung von Werbung auf Internetseiten, der Schluss macht mit aufdringlicher... mehr

  • NoScript für Firefox

    NoScript für Firefox

    NoScript ist eine nützliche Erweiterung für den Firefox, die Javascript, Flash, Silverlight und Java auf Knopfdruck ab- und anschaltet, wobei ihr auch... mehr