Raubkopien: Urheberlobby will Sperren direkt in Betriebssysteme verankern

Thomas Lumesberger
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Der Film- und Fernsehindustrie sind Raubkopien ein irrsinniger Dorn im Auge, schließlich entgehen ihr damit Einnahmen in Milliardenhöhe. Die neueste Idee im Kampf gegen die Piraten: Sperren auf Betriebssystemebene.

Raubkopien: Urheberlobby will Sperren direkt in Betriebssysteme verankern

Piratebay, Kino.to, Megaupload und Co. – all diese Dienste hatten zwei Dinge gemeinsam: Erstens waren sie für die Verbreitung von Raubkopien verantwortlich, zum anderen gibt es sie allesamt in ihrer ursprünglichen Form nicht mehr. Verantwortlich für die Schließung war die Film- und Fernsehindustrie, die sich seit Jahren auf einem Kriegspfad gegen Raubkopien befindet.

Um gegen den Schwarzmarkt vorzugehen, hat sich die Urheberlobby schon einiges einfallen lassen – bislang allerdings nur mit mäßigem Erfolg. Nach der Forderung von Internetsperren bekannter Filesharing-Seiten, die in einigen Ländern bereits umgesetzt worden ist, geht man jetzt einen weiteren Schritt: Sperren auf Betriebssystemebene. Künftig sollen Microsoft, Apple und Google direkt in ihren Betriebssystemen dafür sorgen, dass der Download von illegalem Material unterbunden wird.

So wünschen es sich die Schweizer Nichtregierungsorganisationen Black Market Watch und die Global Initiative Against Transnational Organized Crime, die im Auftrag der schwedischen Film- und Fernsehindustrie einen Maßnahmenkatalog gegen illegales Filesharing erstellt haben. Konkret hätten „die Hersteller der wichtigsten Betriebssysteme für Computer und mobile Geräte wie Apple, Google und Microsoft“ ein großes Potenzial, um gegen Piraterie vorzugehen.

Es gibt zwar noch keine konkreten technischen Maßnahmen, wie man eine solche Blockade in Windows, Android, iOS und Co. umsetzen könnte, allerdings wäre das der nächste Schritt. Schweden sei zwar nur ein kleines Land, allerdings könne es über die EU und andere internationale Organisationen auf schärfere Richtlinien gegen Filesharing hinwirken, so die Wünsche im Maßnahmenkatalog weiter.

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Windows 10 mit entsprechender Klausel

Ganz so abwegig, wie sich die Forderung von Black Market Watch und der Global Initiative Against Transnational Organized Crime im ersten Moment auch anhört, sind Sperren auf Betriebssystemebene nicht. Microsoft macht bereits seit einem Jahr mit Windows 10 nichts anderes. In den Nutzungsbedingungen ist eine Klausel enthalten, die dem Hersteller zumindest die Möglichkeit gibt, die Ausführung von raubkopierten Spielen zu verhindern.

Quelle: Torrentfreak via Golem.de

 

Weitere Themen: Windows 10, iOS, Microsoft Windows, Android, MacOS, Google

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