Mac OS X 10.5.8: Das steckt im Update

Marcel Magis

Für das voraussichtlich letzte große Update von Mac OS X 10.5 vor der Veröffentlichung von Snow Leopard ist eine schnelle Internet-Leitung Pflicht: Bis zu ein Gigabyte kann der Download groß sein, wenn man sich für das Combo-Update der Server-Variante entscheidet. Apple schließt mit der jüngsten Leopard-Variante 18 Sicherheitslücken, aber auch sonst hat Cupertino hier und da geschraubt.


Combo oder Delta

Sobald Apple ein Update des Betriebssystems veröffentlicht, schwirren die Begriffe Combo und Delta durch die Foren. Die Erklärung: Mit dem Combo-Update bringt man eine beliebige Mac OS X 10.5-Installation auf den neuesten Stand. Das erklärt auch die enorme Dateigröße gegenüber dem Delta-Update. Das Delta-Update ist jenes, das Apple über die Software-Aktualisierung anbietet. Es enthält lediglich die Updates von der Vorversion. Auch wenn die Installation von Delta-Updates in den meisten Fällen reibungslos verlaufen, schwören viele Anwender auf das Combo-Update. Es empfiehlt sich tatsächlich immer dann, wenn man das Gefühl hat, dass das System “irgendwie nicht ganz rund läuft”. Der Autor dieser Zeilen hat zum Beispiel eine fast zerschossene Installation mit einem Combo-Update wieder “retten” können.

Wer ganz sicher beim Update gehen will, schaut sich die umfangreiche Anleitung von Thomas Weiss auf macnews.de an. Allerdings betrifft diese noch Mac OS X 10.5.2, das Update auf Mac OS X 10.5.8 scheint nach ersten Anwender-Berichten überwiegend problemlos funktioniert zu haben. Ebenfalls kein Grund zur Panik: Der Rechner startet nach der Installation – das ist bei Betriebssystem-Updates von Apple nichts Ungewöhnliches – zwei Mal.

Das Combo-Update auf Mac OS X 10.5.8 ist satte 759 Megabyte groß, man findet es hier.

Das Delta-Update bringt es immerhin auf 274 Megabyte, Apple bietet es hier an.

Sicherheits-Updates

Mac OS X 10.5.8 schließt insgesamt 18 Sicherheitslücken, ein Drittel davon betrifft die Möglichkeit, über manipulierte Bilder Schadcode auf den Rechner zu schleusen. Aber auch ein Problem in den MobileMe Einstellungen hat Apple lösen können: Dort war es nicht möglich, sich vollständig abzumelden. Apple stellt zusätzlich auch Sicherheits-Updates für Mac OS X 10.4 zur Verfügung, sie setzen Mac OS X 10.4.11 voraus. Man bekommt das passende Update über die Software-Aktualisierung.

Safari 4.0.2 und 4.0.3

In der Update-Beschreibung von Apple fällt auf, dass das Update Safari 4.0.2 enthält. Tatsächlich ist diese Safari-Version schon seit dem 8. Juli verfügbar und man stellt sich die Frage, warum Apple die Version so herausstellt. Die Antwort könnte ein Blick auf die deutsche Apple Support-Seite geben, dort listet Apple bei den Sicherheitsaktualisierungen Safari 4 0.3 mit Datum 4. August auf.

Gut möglich, dass der Hersteller diese Version im letzten Augenblick zurückgezogen hat, aber auch ein Hinweis darauf, dass eine neue Version des Webbrowsers bald ansteht.

Die seit Jahren nach jedem Update inzwischen ironisch verwendete Bemerkung “Safari ist schneller geworden” kursiert auch jetzt wieder, allerdings ergänzt um den Gegenpart: “Safari ist langsamer geworden”. Die goldene Mitte gibt es aber auch: “Bei mir stelle ich keine Änderungen fest”.

Die offizielle Liste der Änderungen

Neben Änderungen, die Safari betreffen, führt Apple folgende Fehlerbehebungen auf:

  • Behebung eines Problems, bei dem bestimmte Auflösungen im Bereich “Monitor” der Systemeinstellungen möglicherweise nicht angezeigt werden.
  • Durch Ziehen eines Aperture-Bilds in Automator wird jetzt eine Aperture-Aktion ausgeführt. Zuvor wurde fälschlicherweise eine iPhoto Aktion hervorgerufen.
  • Behebung eines Problems, bei dem das Importieren großer Foto- und Videodateien von digitalen Kameras möglicherweise verhindert wird
  • Ingesamt verbesserte Stabilität von Bluetooth bei Verwendung externer Geräte, USB-Webcams und Drucker
  • Behebung eines Problems, das zu langen Startzeiten führen konnte.
  • Verbesserte Stabilität von iCal bei Verwendung von MobileMe Sync und CalDev.
  • Behebung von Problemen mit der Datenzuverlässigkeit mit iDisk und MobileMe.
  • Insgesamt verbesserte Stabilität bei Verwendung von AFP.
  • Insgesamt verbesserte Stabilität bei Verwendung von Managed Client.
  • Verbesserte Kompatibilität und Zuverlässigkeit beim Verbinden mit AirPort Netzwerken.
  • Verbesserte Zuverlässigkeit des Synchronisierungsdienstes.
  • Zusätzliche Unterstützung für RAW-Bilddateien verschiedener Kameras anderer Hersteller.
  • Verbesserte Kompatibilität mit einigen externen USB-Festplatten.

Welche Kameras Apple neu unterstützt, ist indes noch nicht bekannt – die Information dürfte aber bald auftauchen.

Andere Kleinigkeiten

Macworld.uk listet einige weitere Funde auf, die Apple nicht nennt – weltbewegende Neuigkeiten sind allerdings nicht darunter, wie Rob Griffiths feststellt, die kosmetische Änderung im Adressbuch ist auch keinesfalls neu. Letztlich sind nur zwei Änderungen erwähnenswert:

  • Das iDisk-Icon ist nun blau
  • Apple hat das Ruby- und Python-Framework aktualisiert.

 

Bild: MacJewell, “Proud Mother”. Some rights reserved. Flickr

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