Snow Leopard installieren – nur wie?

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1) Soll ich Mac OS X 10.6 Snow Leopard installieren?
Soll ich oder soll ich es nicht installieren? Was muss ich im Vorfeld beachten? Und lohnt sich Snow Leopard für mich überhaupt? Kommt ein neues Betriebssystem auf den Markt, so stellen sich dem Anwender eine Vielzahl von Fragen, die nach einer Antwort verlangen. macmagazin.de hat nach Antworten gesucht – und einige gefunden.
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Ist Mac OS X 10.6 Snow Leopard für mich sinnvoll? Apple hat durchaus die Angewohnheit, mit der Einführung neuer Technologien auch alte Zöpfe abzuschneiden – im Falle des neuen Mac OS X 10.6 aber hat sich der Hersteller zurückgehalten.

Zwar lässt sich das neue OS nur auf auf Macs mit Intel Prozessor einsetzen – wer allerdings im Besitz eines solchen ist, muss mit keinen allzu großen Überraschungen rechnen. Die Bedienung des Betriebssystems unterscheidet sich kaum von der Bedienung des Vorgängers, auch dürften die meisten Anwendungen funktionstüchtig bleiben oder mit Hilfe von Herstellerupdates schon bald wieder den Betrieb aufnehmen.

Die Frage, ob man sich Snow Leopard zulegen soll, beginnt derzeit mit einem Blick auf dieses Wiki: Dort finden sich zahlreiche Programme mit samt der Information aufgelistet, ob sie auf dem neuen System bereits rund laufen, ob mit Einschränkungen zu rechnen ist oder sie gar ihren Dienst versagen. Wer dort für sich wichtige Software findet, die sich mit dem Schneeleoparden partout nicht vertragen will, der muss auf ein Update warten. Besserung kann sowohl eine Aktualisierung durch Apple als auch eine neue Version des betroffenen Programms bringen.

Mac OS X 10.6 birgt besonders in den Tiefen des Systems einige handfeste Vorteile gegenüber seinem Vorgänger: Techniken wie Grand Central und OpenCL bergen ungeahnte Möglichkeiten, aus denen besonders rechenintensive Software in Zukunft schöpfen wird. Diese müssen ihre Entwickler allerdings erst dafür anpassen. Ein wenig schneller ist Snow Leopard laut ersten Benchmarks in manchen Bereichen auch so: Safari surft schneller im Netz, Time Machine erstellt Backups schneller und selbst das Herunterfahren des Macs geht schneller von der Hand. Generell gilt: Je aktueller ein Mac ist, um so besser kommen die Geschwindigkeitsvorteile von Mac OS X 10.6 zur Geltung. Darüber hinaus allerdings birgt das neue OS auch einige weitere Überraschungen: An die kleinen Verbesserungen in den Details, die skalierbaren Finder-Icons beispielsweise, dürfte man sich schnell gewöhnen und sie schon bald nicht mehr missen wollen. Wer den Mac mit einem Exchange-Server verbinden will, kann auf das neue Betriebssystem ohnehin nicht verzichten.

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Eine Hürde allerdings bleiben die Hardware-Voraussetzungen: Snow Leopard verlangt nicht nur einen Intel-Prozessor sondern auch ein Gigabyte Arbeitsspeicher und mindestens fünf Gigabyte Festplattenplatz. Nach einem Update bekommen Leopard-Anwender jedoch freien Festplattenplatz zurück, verspricht Apple: bis zu 7 Gigabyte bei einer Standard-Installation.. MacBook Air-Anwender müssen bei der Installation auf Apples externes DVD-Laufwerk oder einen zweiten Computer zurückgreifen, da man bei der Installation nicht um ein DVD-Laufwerk herumkommt.

Bleibt die Frage nach dem Preis: Wer seinen Mac ab dem 8. Juni gekauft hat, bekommt Snow Leopard gegen eine Bearbeitungsgebür von 8,95 Euro nachgeliefert. Wer ein Update machen möchte und Mac OS X 10.5.x installiert hat, zahlt 29,95 Euro. Tiger-Anwender (Mac OS X 10.4) sollen laut Apple das “Mac Box Set” für 169 Euro kaufen, das auch iWork und iLife ’09 enthält. Technisch würde auch die Installation der Leopard-Update-Version funktionieren, allerdings nicht als Update, sondern nur als Neuinstallation nach dem Löschen der Festplatte.

Was muss ich im Vorfeld einer Installation bedenken?
“Never change a running system”, lautet eine alte Computerregel – doch ohne Änderungen gibt es auch keinen Fortschritt. Wer sich für Snow Leopard entschieden hat, sollte sich deshalb zunächst absichern und eine Sicherungskopie seines Systems erstellen.
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Ein Backup ist Pflicht, ob man seinem Mac nun ein Update gönnt oder gar das komplette System neu ausetzen möchte, was einige Anwender vorziehen. Dafür benötigt man in der Regel eine externe Festplatte, um alle Dateien auszulagern. Auch eine Sicherung auf DVDs ist möglich – wer allerdings viele Daten angesammelt hat, sollte damit besser bis zum nächsten Urlaub warten, denn der Zeitaufwand ist beträchtlich.
Leopard-Anwender, die bereits Time Machine einsetzen, haben es einfach: Sie starten Apples Backup-Werkzeug vor einem Update ein letztes Mal und kontrollieren, ob ihre Sicherung auch wirklich aktuell ist. Danach können sie mit dem Update beginnen, die Festplatte mit der Sicherung werfen sie vorher sicherheitshalber aus und ziehen den Stecker. Nach dem Update kann man die Festplatte dann getrost wieder einstecken: Time Machine nimmt die sogleich wieder auf, die Änderungen am System werden der Sicherung inkrementell hinzugefügt und die Rücknahme des Backups ist einfach. Im Falle eines Falles würde man den Mac bei gedrückter C-Taste mit eingelegter Installations-DVD starten, die Time Machine-Wiederherstellung starten und das Datum und die Zeit vor der 10.6-Installation auswählen.
Wer Snow Leopard lieber nicht über einem vorhandenen System hinweg installieren möchte und seinen Mac deshalb vor einer Installation löscht, kann ebenfalls Time Machine für die Sicherung seiner Daten verwenden. Allerdings rät die macmagazin.de-Redaktion von einem Zurückspielen der Programme und Einstellungen mit Apples Migrationsassistenten ab, in unseren Tests erweist sie sich immer wieder als fehleranfällig und manche Software, die Creative Suite von Adobe beispielsweise, ist danach nur noch schwer oder gar nicht mehr zum Laufen zu bringen. Das Zurückspielen des Benutzerordners dürfte mit dem Migrationsassistenten hingegen kein Problem sein – nur seine Programme installiert man besser neu.
Anwendern von Mac OS X 10.4 schließlich steht noch kein Time Machine zur Verfügung. Sie greifen so wie alle, die Apples Lösung nicht mögen, auf Dritthersteller zurück und verwenden Werkzeuge wie den Carbon Copy Cloner..
Wie installiere ich Snow Leopard?

Wer nicht die Wahl hat, hat auch nicht die Qual, mag sich Apple gedacht haben: Mac OS X 10.6 fragt den Anwender während der Installation nicht mehr, wie er sein neues System installieren will.
Findet die Installationsroutine auf der gewählten Festplatte ein installiertes Mac OS X vor, führt sie ein Update aus. Wer seine Festplatte zuvor löschen möchte, muss dies nun im Festplattendienstprogramm manuell erledigen, das er im Menü Dienstprogramme findet.  Die Möglichkeit, das alte System mit Sack und Pack in einen Ordner “Previous Systems” zu packen, hat Apple ersatzlos gestrichen.
Die macmagazin.de-Redaktion empfiehlt allen Anwendern, ihren Mac vor dem Aufspielen von Snow Leopard bei eingelegter Installations-DVD neu zu starten und während des Startvorgangs die C-Taste zu drücken. Wer ein WLAN in der Nähe hat, verbindet sich schon während der Installation damit, die Setup-Software kann so eventuelle Aktualisierungen aus dem Internet laden.
Welche Pakete er installieren will, bleibt jedem selbst überlassen. Mehr Sprachen als die, die er und andere Benutzer des Macs beherrschen, muss aber keiner auswählen. Englisch spricht Mac OS X von Haus aus.
Wer weiß, dass er noch für PowerPC-Prozessoren entwickelte Software einsetzen will, sollte Rosetta installieren, die übersetzt alten Code für Intel-Macs. Sobald ein Programm Rosetta benötigt, kann Mac OS X 10.6 den Emulator später aber auch automatisch nachinstallieren.
QuickTime 7 wird nur automatisch ausgewählt, wenn sich bei einem Update auf der Festplatte des Anwenders bereits eine Pro-Version des Players befindet. Wer keine Pro-Verison hat und QuickTime 7 dennoch weiterhin benutzen möchte, setzt hier sein Häkchen von Hand.
Alle Druckertreiber schließlich installiert, wer viel mobil ist und seinen tragbaren Mac an verschiedenste Geräte anschließen will. Wer ein Update macht und nur einen Drucker seinen Eigen nennt, kann getrost die Option Von diesem Mac verwendete Drucker wählen. Nach einem Neukauf kann er fehlende Treiber immer noch von der Snow Leopard-Installations-DVD oder einem vom Hersteller mitgelieferten Medium nachinstallieren.
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Weitere Themen: Mac, Mac OS X


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