Apple veröffentlicht Entwickler-Beta von Mac OS X 10.7 Lion

Florian Matthey
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Die Gerüchte haben sich bewahrheitet: Seit gestern Abend können sich bei Apple registrierte Entwickler eine erste Beta-Version von Mac OS X 10.7 Lion herunterladen. Diese bietet die bereits im Oktober 2010 präsentierten Neuerungen sowie einige weitere, kleinere Überraschungen.

Mission Control, Launchpad und Vollbild-App

Bereits bekannt waren die Features Mission Control und Launchpad. Mission Control vereint Exposé, Dashboard und Spaces in einer Übersicht, so dass Benutzer erkennen können, welche Apps gerade aktiv sind und welche Fenster sie anzeigen. Mit Multi-Touch-Gesten und einfachen Klicks sollen Benutzer dann zwischen den einzelnen Apps navigieren können. Mission Control bietet außerdem eine Übersicht über die aktiven Vollbild-Apps – ebenfalls ein neues Feature von Lion, das Mac-Software an iPad-Apps angleichen soll.

Launchpad erinnert wiederum an den Home-Screen von iPhone und iPad: Hier können Benutzer alle ihre installierten Apps in einer Vollbild-Übersicht sehen und ähnlich wie auf den iOS Geräten sortieren und in Ordnern verwalten.

Neue Features: Mail, AirDrop, Versions und mehr

Darüber hinaus kündigt Apple in einer Pressemitteilung weitere, bisher unbekannte Neuerungen an.

Eine neue Version von Mail bringt ein neues Breitbild-Layout, das sich an die Mail-App des iPad anlehnt. Auch spricht Apple von einer neuen Funktion für Diskussions-Äste, die es in einer ähnlichen Form schon in der aktuellen Mac-Mail-App gibt. Das neue Feature stellt die einzelnen Mails aber einander aufgereiht ähnlich wie in einem Internet-Forum und nicht nur die Titel der Mails wie in einer Liste dar. Auch verspricht Apple eine neue, bessere Suchfunktion und Unterstützung von Microsoft Exchange 2010.

Neu ist außerdem ein Feature namens AirDrop, mit dem der Benutzer drahtlos Dateien zwischen Macs kopieren kann, ohne ein Netzwerk konfigurieren zu müssen. Versions speichert wiederum verschiedene Versionen eines Dokuments ab, so dass sich wie bei inkrementellen Backups wie über Apples Time Machine schnell ältere Versionen eines Dokuments wiederherstellen lassen.

Resume speichert wiederum den aktuellen Status einer App ab und erlaubt es dem Benutzer, am selben Punkt weiter zu machen, wenn er die App beendet oder den Mac neu startet. Es scheint, als würde Lion mit dieser Funktion selbst darüber entscheiden, wie lange eine App aktiv bleibt, mit Resume kann das System aktuell inaktive Apps “einschlafen” lassen. Dazu passt auch eine neue systemweite Auto-Save-Funktion, die automatisch in jeder Anwendung Sicherungskopien erstellt.

Darüber hinaus kündigt Apple eine neue Version von FileVault an, mit dem sich ganze Festplatten verschlüsseln und alle Daten auf dem Mac auf Wunsch sicher entfernen lassen. Mac OS X Lion Server wird derweil ein Teil des “Standard”-Mac OS X Lion: Apple verspricht, dass die Konfiguration eines Servers nach der Integration noch einfacher wird, auch lassen sich mit den Server-Funktionen mehrere iPhones, iPads, iPod-touch-Geräte und Lion-Macs verwalten.

Entwickler entdecken mehr

Seit der Veröffentlichung der Beta-Version haben Entwickler einige weitere Neuerungen entdeckt: Zum einen lassen sich Fenster nunmehr an allen vier Ecken vergrößern und verkleinern, das Symbol für diese Funktion, das Mac-Benutzer aktuell unten rechts sehen, existiert nicht mehr. Außerdem hat Apple eine Unterstützung für OpenGL 3.2 integriert – kompatible Grafik-Hardware vorausgesetzt.

Außerdem bietet Lion Hinweise dafür, dass das System unabhängig von der Bildschirmauflösung arbeiten kann: Mit “HiDPI Display”-Modulen sollen Entwickler die Möglichkeit haben, Elemente ihrer Benutzeroberfläche in mehreren Auflösungen in eine App zu integrieren. Wie das iPhone 4 und der iPod touch der vierten Generation soll es dann möglich sein, ein Display mit höherer Auflösung zu haben, Elemente der Benutzeroberfläche aber dennoch in der gleichen Größe wie bei einer niedrigeren Auflösung darzustellen. Somit könnte Apple eines Tages Macs mit “Retina Display” verkaufen, auf denen die Benutzeroberfläche aber noch groß genug ist, um mit ihr arbeiten zu können.

Weitere Themen: Mac OS X

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