Jobs plant angeblich Auftritt heute Abend

Ben Miller
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Steve Jobs Keynote
Heute Abend um 19 Uhr unserer Zeit wird Apple im Yerba Buena Center of the Arts in San Francisco ein iPad-Event abhalten. Wer allerdings durch die Keynote führen wird ist unklar. Im Rennen sind Tim Cook, Phil Schiller, Scott Forstall und auch Steve Jobs himself.

Nicht nur die Apple-Gemeinde hofft auf ein Erscheinen des Apple-Masterminds. Und mehreren Quellen zufolge könnte Jobs zumindest anwesend sein wenn nicht gar selbst das etwaige iPad 2 präsentieren. Vorstellbar wäre auch, dass Jobs heute, wie auch schon in Vergangenheit, “nur” die Einleitung der Keynote übernimmt und seine Kollegen dann Fakten und Demonstrationen abarbeiten.

Doch nach all dem Trubel um seine wiederholte krankheitsbedingte Auszeit besteht die Gefahr, dass Jobs’ Auftritt dem iPad 2 die Show stiehlt und die Medien erneut zu wilden Spekulationen rund um seinen Gesundheitszustand provoziert. Folglich beinflusst dies auch den hypernervösen Aktienmarkt. Und schon wird aus der simplen Frage “Ja oder nein?” eine schwergewichtige geschäftspoltisische Entscheidung und aus einer simplen Bühne ein unberechenbares, gefährliches Pflaster.

Allgemein scheint man bei Apple die Kommunikations-Strategie zu überdenken. Gutes Beispiel: Die neuen MacBooks, Thunderbolt und der Developer-Preview von Mac OS X Lion. Das sind drei große, neue Produkte, die zuvor, bis auf die Lion-Demonstration letzten Oktober, nicht offiziell auf Keynotes vorgestellt und im Zuge dieser veröffentlicht wurden. Vor wenigen Monaten bzw. Jahren wäre dies noch unvorstellbar gewesen.

Nun muss man sich natürlich eingestehen, dass Apple als Zugpferd der Industrie mehr Blicke denn je auf sich zieht. Auch dem gewachsenen Produktportofolio schenkt die Öffentlichkeit mehr Aufmerksamkeit. Ginge es nach dem großen Interesse an neuen Produkten, müsste Apple wohl jeden zweiten Monat eine Keynote abhalten.

Folglich veröffentlicht Apple einfach neue Produkte auf der Webseite und überlasst der Fachpresse die Aufarbeitung und Verteilung der Neuigkeiten. Im Falle von OS X Lion generiert diese Strategie über Wochen hinweg einen Nachrichtenstrom, gefüllt mit kleinen und großen Happen an Neuigkeiten und Fundstücken. Das Resultat ist ein langlebigerer “Buzz” als es eine einzelne Keynote je könnte.

Gleichzeitig betritt Apple mit Live-Übertragungen der Keynotes einen intensiveren Weg der Kommunikation. Die scheint zu sein: Wenige Keynotes und trotzdem omnipräsent.

Frei nach Apples inoffiziellem Motto: “Willst du gelten, mach dich selten”.

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