Mac OS X Lion: Bisher unentdeckte Neuerungen

Florian Matthey
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Nachdem Apple in der Nacht zum Freitag einen ersten Entwickler-Build von Mac OS X 10.7 Lion veröffentlichte, machten sich die Beta-Tester auf die Suche nach bisher unbekannten Neuerungen. Ihre Entdeckungen sind zahlreich – im Betriebssystem lässt sich einiges finden, das Apple bislang nicht offen beworben hat.

iChat unterstützt Yahoo-Accounts

Wer Apples (Video-)Chat-Software iChat einsetzt, kann sich mit Lion auch mit einem Yahoo-Account anmelden. Die Software unterstützt dann sowohl Text- als auch Video-Chats. Wer bei iChat oder auch in anderen Apps eine URL geschickt bekommt, kann sich eine Vorschau der sich dahinter verborgenen Website anzeigen lassen, wenn er den Cursor über den Link bewegt – mitsamt eines “In Safari Öffnen”-Buttons. Wer wiederum in vielen Sprachen chattet oder auch längere Texte mit vielen Sonderzeichen schreibt, kann sich über ein neues, vom iOS übernommenes Feature freuen: Der längere Druck auf eine Taste lässt den Mac den Buchstaben nicht mehr mehrmals eingeben, sondern erlaubt es, ein Sonderzeichen auzuwählen. So wird aus “a” nicht nur “ä”, sondern auch “å” oder “à”:

“Zurück zu meinem Mac” wird kostenlos

Das Betriebssystem enthält unter anderem auch einen weiteren Hinweis darauf, dass Apples Online-Dienst MobileMe zu einem Gratis-Angebot wird – oder dass Apple zumindest weitere Teile des Angebots kostenlos zugänglich macht. Das “Zurück zu meinem Mac”-Feature, mit dem Benutzer aus der Ferne über das Internet einfach mit Hilfe ihres MobileMe-Accounts auf den heimischen Mac zugreifen können, scheint bei Lion auch mit der regulären, kostenlos erhältlichen Apple ID zu funktionieren.

Auch gibt es Hinweise darauf, dass sich ein verloren gegangener Mac über MobileMe als “Find My Mac” statt “Find My iPhone/iPad” auf der Weltkarte lokalisieren lässt. Darüber hinaus bieten die System-Dateien auch Hinweise darauf, dass sich einige Daten mit MobileMe noch einfacher in der “Cloud” speichern lassen: Ein Entwickler hat die Icons “MobileDocumentsFolders” und “SidebarMobileDocumentsFolder” entdeckt, die darauf hindeuten könnten.

Dass MobileMe kostenlos werden könnte, ist seit einiger Zeit ein Gerücht, das zuletzt das Verschwinden der MobileMe-Kartons aus den Apple-Stores nährte. Allerdings könnte das auch nur bedeuten, dass Apple das Angebot nur noch online verkaufen möchte.

Unterschrift mit iSight digitalisieren

Wer schonmal versucht hat, mit seiner Magic Mouse oder dem Trackpad eine digitalisierte Unterschrift zu erstellen, wird sich über ein neues Feature für die eingebaute iSight-Kamera seines Macs freuen: Der Benutzer muss einfach auf einem einfarbigen Blatt Papier unterschreiben und dieses vor die Kamera halten. Der Mac erkennt dann das Geschriebene und kann dieses direkt in ein PDF-Dokument in Apples Vorschau-App einfügen.

Screen Sharing im Hintergrund

Unter anderem hat Apple auch die Screen-Sharing-Funktion des Betriebssystems verbessert. Während sich mit dem Feature bisher nur das tatsächlich aktuell angezeigte Bild eines Macs auf dem anderen darstellen und fernsteuern ließ, geht Lion einen Schritt weiter. Benutzer können sich an einem Mac bei einem anderen Mac auch mit ihrem Account einloggen, während ein anderer Benutzer gerade mit seinem Account mit dem ferngesteuerten Mac arbeitet. So lässt sich ein Mac quasi unsichtbar fernsteuern. Benutzer können also auf einen Rechner zugreifen, ohne den Mitbenutzer an diesem Rechner zu stören.

Time Machine auf derselben Festplatte

Neu ist auch die Möglichkeit, mit Apples Time Machine ein Backup zu erstellen, ohne auf einen externen Datenträger zurückzugreifen. Damit lässt sich zwar keine Datensicherung für die Fälle eines Festplattenausfalls betreiben. Stattdessen können Benutzer Time Machine auf demselben Datenträger alle Änderungen aller Dateien abspeichern und so mit Apples Backup-Feature “in die Vergangenheit” reisen – und ältere, verloren geglaubte Dateien wieder zurückholen oder ihren Mac gar auf einen früheren Stand zurückversetzen.

iTunes über Bildschirmschoner

Ein Feature, das sich vielleicht eher in die Kategorie “Spielerei” einordnen lässt, betrifft den Bildschirmschoner. Während sich da bisher nur die Album-Covers der ganzen iTunes-Sammlung anzeigen ließ, lässt sich nun über den Bildschirmschoner selbst auf die Musik zugreifen. Das Bewegen der Maus beendet den Bildschirmschoner auf Wunsch nicht, sondern lässt den Benutzer ein iTunes-Cover auswählen und die sich hinter dem Bildchen versteckte Musik abspielen.

Es fehlen: Front Row und PowerPC-App-Unterstützung

Wer in Lion nach Apples Vollbild-Medien-Software Front Row sucht, sucht vergeblich: Zumindest in dem ersten Vorab-Build ist das Feature, mit dem sich Videos, Musik und Fotos auch mit Hilfe der Fernbedienung präsentieren lassen, nicht mehr enthalten. Das könnte allerdings auch bedeuten, dass Apple nur eine neue Version plant, diese aber noch nicht integriert hat oder auch noch nicht zeigen möchte.

Worauf Benutzer in Zukunft allerdings wohl tatsächlich verzichten müssen, ist die Unterstützung von PowerPC-Apps: Die schon bei Snow Leopard nur noch optionale Rosetta-Emulation der früheren Mac-Prozessoren hat Apple aus Lion entfernt. Wer eine App im PowerPC-Modus starten möchte, erhält die Fehlermeldung, dass das Mac OS diese Anwendungen nicht mehr unterstützt.

Übersicht-Video

Wer sich einen Überblick über Lion verschaffen möchte, findet bei YouTube ein deutschsprachiges Präsentationsvideo.

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