OS X Lion Keynote-Nachschlag: Neue Preview, Systemvoraussetzungen

Flavio Trillo
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Am gestrigen Abend präsentierten Phil Schiller und Craig Federighi im Rahmen der WWDC-Keynote das neue OS X Lion. Neue Multitouch-Gesten, praktische Autosave-Funktionen und viele weitere Neuerungen bietet der Löwe. Doch ist das längst nicht alles. Was für den Mac-User wichtig ist, welche Computermodelle noch unterstützt werden und was der Spaß kosten wird – all das und mehr erfahren Sie hier.

Kleinkariertes – OS X ohne “Mac”

Zunächst ein scheinbar unbedeutendes Detail, das jedoch von der immer stärkeren Annäherung von Apples mobilem Betriebssystem iOS an das “stationäre” Mac OS X zeugt. Das Unternehmen entschied sich offenbar, für die kommende Version von Mac OS X 10.7 auf das “Mac” in der Bezeichnung zu verzichten. “OS X Lion” lautet die offizielle Schreibweise auf der Webseite. Bereitet man sich in Cupertino etwa auf eine Fusion der Gerätekategorien vor? Ein Verschmelzen von mobilen und Desktop-Rechnern scheint zum Greifen nahe und der Unterschied zwischen iOS und OS X wird immer kleiner – nicht nur in der Bedienung, sondern auch der Nomenklatur.

Systemvoraussetzungen

Nun aber zum wahrhaftig Wichtigen: Was brauche ich für einen Mac, um Lion installieren zu können? Apple stellt mit den Informationen auf

seiner Webpräsenz folgende Regel auf: Wer einen Mac (welcher Bauart auch immer) besitzt und diesen frühestens im Dezember 2006 neu gekauft hat, ist bestens auf Lion vorbereitet. Zumindest was die Prozessoren angeht.

Mindestens eine Intel Core 2 Duo CPU wird verlangt und diese verbaute Apple in seinen Computern, bevor die Core-i-Reihe Einzug hielt. Ein Mac Pro mit Intel Xeon CPU wird übrigens ebenfalls unterstützt. Zudem benötigt das System mindestens 2 Gigabyte Arbeitsspeicher, wobei ein oder zwei Gigabyte mehr sicherlich keinen Schaden anrichten.

Die Krux an der Sache für all jene, die beim letzten großen Update auf Mac OS X 10.6 Snow Leopard “eine Runde ausgesetzt” haben, ist aber, dass eben diese Vorversion notwendig ist, um in den Genuss der neuen Funktionen von OS X 10.7 zu kommen. Da Kauf und Installation des Betriebssystems ausschließlich über den Mac App Store laufen und dieser erst seit dem Schneeleoparden mit der Nummer 10.6.6 überhaupt auf Macs verfügbar ist, führt kein Weg um ein graduelles Update hinaus.

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250 neue Funktionen

Apple weist stolz darauf hin, dass dem Unternehmen mit OS X Lion mehr als 250 Neuerungen eingefallen sind. Neben den bereits während der Keynote ausführlich erläuterten Merkmalen sind unter anderem folgende Funktionen bemerkenswert:

  • Noch mehr Bedienungshilfen für Menschen mit Behinderungen.
  • Das Adressbuch sieht aus wie ein echtes Buch und bietet iPhoto-Faces- und FaceTime-Integration.
  • “Alle meine Dateien” stellt, ja tatsächlich, alle Dateien, sortiert nach Typ in einem einzigen Ordner dar.
  • Einheitliche Kontaktlisten in iChat – egal ob Yahoo, AIM, Jabber oder andere.
  • Die Spotlight-Suche wurde um Tokens erweitert und bietet eine Dateivorschau, wenn der Cursor über einem Ergebnis verweilt.
  • Das Wörterbuch wurde um Gesten-Navigation und kann von allen Apps aus aufgerufen werden.
  • Auch im Sicheren Modus (Shift-Taste beim Systemstart gedrückt halten) ist es möglich, via Internet nach Unterstützung zu suchen.
  • iTunes-Cover-Bildschirmschoner mit Pfiff: Alben können angeklickt und direkt wiedergegeben werden.
  • Fenster lassen sich an jeder beliebigen Seite oder Ecke vergrößern oder verkleinern.

Für einen genaueren Blick auf einige der wichtigsten Merkmale von OS X Lion empfehlen wir die Lektüre unseres mehrteiligen Themenspecials zu Apples neuesten Betriebssystem.

Preise und Verfügbarkeit

Für Viele ein Ärgernis: Die Kosten für eine Aktualisierung von Mac OS X Leopard auf OS X Lion werden im Vergleich zum Update von Mac OS X

10.6 aus den genannten Gründen mehr als verdoppelt. Mac OS X Snow Leopard* schlägt nach wie vor mit knapp 26 Euro zu Buche, Apple selbst hält weiterhin seinen Einstiegspreis von 29 Euro. OS X Lion wird ab Juli zu Kaufen sein und im Mac App Store 23,99 Euro kosten. Die dort heruntergeladene Version kann zudem ohne weitere Kosten auf bis zu 10 verschiedenen Geräten installiert werden.

Als Besitzer eines iMac, Mac mini oder Mac pro sollte man zudem bedenken, dass einige der neuen Funktionen auf das Vorhandensein einesMultitouch-Trackpads setzen. So etwa Mission Control, die neue Kommendozentrale des Systems mit einer Übersicht, die Spaces, Exposé und Spotlight in sich vereint. Die Anschaffung des Magic Trackpad* von Apple (derzeit für 60 Euro bei Amazon erhältlich) wird für den vollen Genuss der Löwen-Kraft also quasi zum Pflichtprogramm.

Wie bereits in der letzten Nacht berichtet ist die Server-Variante, anders als beim Vorgänger, für einen sehr gemäßigten Unkostenbeitrag erhältlich. Nur 39,99 Euro zusätzlich zu den Kosten für die Basisversion kann sie im Mac App Store erworben werden, sobald auch OS X Lion selbst dort verfügbar ist. Für Mac OS X Snow Leopard Server müssen noch satte 499 Euro berappt werden.

Bild: 9to5mac.com

Entwickler aufgepasst: Preview Nr. 4

Wer als Entwickler für Mac OS X bei Apple angemeldet ist, erhält ab sofort Zugang zur nächsten Vorschau-Version des neuen Betriebssystems. Der Build mit der Nummer 11A480b kann im Developer-Bereich heruntergeladen werden. Ein genauer Veröffentlichungstermin für die endgültige, kundenfertige Version gibt es bislang noch nicht. Genaueres als “ab Juli” können wir weder Apples Webseiten, noch anderen Quellen entnehmen.

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