In den vergangenen Wochen musste Apple diverse Updates veröffentlichen, um mitunter kritische Sicherheitslücken zu schließen. Zeigen sich diese Fehler möglicherweise aufgrund der zu strikten Release-Zyklen, die jährliche Updates vorschreiben?

macOS und iOS: Bringen jährliche Updates Apple zum Stolpern?
Bildquelle: Apple

macOS und iOS: Ist der Zeitplan schuld an der Softwarequalität?

Seit einigen Jahren schon veröffentlicht Apple jährliche Updates für seine mittlerweile vier Betriebssysteme iOS, macOS, watchOS und tvOS. Während bereits einige Beobachter vor den jüngst notwendigen Updates davor warnten, dass dieser Zeitplan negative Auswirkungen auf die Qualität der Software haben könnte, kehren diese Vermutungen nun unter anderem in einem neuen Artikel von Wired zurück.

Apple hatte erst in dieser Woche ein Update für iOS und tvOS nachgelegt, welches nach einer kritischen Sicherheitslücke in HomeKit notwendig wurde. Alleine in den vergangenen Wochen gab es darüber hinaus eine ebenfalls kritische Lücke in macOS, die Apple über Nacht schließen konnte.

Gegenüber Wired sagte Pepijn Bruienne, Ingenieur für Forschung und Entwicklung bei Duo Security, dass Apples Ziel, jährliche Updates zu veröffentlichen Probleme verursacht. Diese Strategie sei zwar marketingfreundlich, fordere aber ihren Tribut bei der Qualität der Software.

Insbesondere der Mac mit High Sierra, hier unser Test des 5K iMac, musste in den vergangenen Wochen leiden:

27 Zoll iMac (2017) mit 5K-Display im Test
15.155 Aufrufe

Weitere, nicht namentlich erwähnte Forscher, spekulierten gegenüber Wired, dass Apples Qualitätskontrolle entweder zu wenig Manpower besitzt oder eine klare Strategie bei der Kontrolle fehlt. Apple selbst sagte im Nachspiel zum jüngsten macOS-Fehler, dass man die Entwicklungsprozesse überprüft.

Gleichzeitig muss Apple zu Gute gehalten werden, dass das Unternehmen schnell auf die gemeldeten Fehler reagiert hat und diese – wie im Beispiel des root-Bugs – innerhalb weniger Stunden bereinigt hat und automatisch auf den betroffenen Systemen installiert.

Der Wunsch nach einem neuen Snow Leopard

Thomas Reed, Direktor bei Malwarebytes Labs, sagte weiter, dass Fehler und Bugs überall passieren. Gleichzeitig sei aber die reine Zahl der Fehler in den vergangenen Wochen ungewöhnlich. „Es ist klar, dass da etwas los ist. Es kann nicht länger als reiner Zufall angesehen werden“, so Reed. Da so viele Fehler seit der Vorstellung von iOS 11 und macOS High Sierra auftreten, stellt auch er sich die Frage, ob dies mit zu früh veröffentlichten Versionen zu tun hat, die noch nicht poliert genug für die breite Öffentlichkeit waren.

Mit diesen Features lockt Apple zum Upgrade auf macOS High Sierra:

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Alte Mac-Nutzer dürften sich noch an OS X 10.6 Snow Leopard erinnern, in der Apple sich primär mit dem Schließen von Bugs und Fehlern konzentriert hatte. Im Vergleich zu vorherigen Versionen beinhaltete Snow Leopard nur vergleichsweise wenige neue Features. Eine derartige Vorgehensweise könnte bei kommenden Updates möglicherweise helfen.

Will Strafach, Sicherheitsexperte und Präsident der Sudo Security Group, sagt hingegen, dass es nicht mehr Bugs als in der Vergangenheit sind. Es wurde lediglich selten ein genauerer Blick auf die bereits geschlossenen Probleme geworfen. Die Panik entstehe dadurch, dass die Lücken der Öffentlichkeit präsentiert werden, bevor das Unternehmen Zeit zum Schließen der Bugs hatte, so Strafach.

Anhaltende Auswirkungen durch Bugs und Fehler

Die Fehler der vergangenen Wochen könnten anhaltende Auswirkungen auf die Sicherheit von Mac, iPhone und iPad haben. Installieren heutzutage noch viele Nutzer die verfügbaren Updates schnell nach deren Verfügbarkeit, könnte sich dies in Zukunft ändern, wenn die neuen Versionen gefühlt mehr Probleme verursachen als sie lösen.

Gleichzeitig wird es aber auch in Zukunft für alle Nutzer wichtig sein, Updates zu installieren, um etwa bekannte Sicherheitslücken zu schließen. Das Abwarten kann hier für größere Probleme sorgen als eine fehlerhafte Autokorrektur des Keyboards.

Quelle: Wired

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