Hat Apple in Sachen Software ein Qualitätsproblem? Das Unternehmen möchte zumindest in Zukunft seine Strategie neu ausrichten. Das betrifft mehrere der eigenen Betriebssysteme.

Apple richtet Software-Strategie neu aus: Gut oder schlecht für Kunden?

macOS und iOS: Apple will mehr Qualität statt Quantität

Erst gestern berichteten wir, dass Apple ins diesjährige großen iOS-Update – iOS 12 – weniger neue Features integrieren möchte als zunächst geplant. Stattdessen wolle sich das Unternehmen auf Leistungs- und Sicherheitsverbesserungen sowie Fehlerbehebungen konzentrieren. Die eigentlich für iOS 12 geplanten Neuerungen werden zumindest zum Teil erst mit iOS 13 im nächsten Jahr kommen.

Jetzt berichtet der Apple-Insider Mark Gurman von Bloomberg, dass Apple eine ähnliche Strategie für macOS 10.14 plane. Das heißt, dass auch das nächste große Mac-Update weniger neue Funktionen bringen wird als zuvor geplant, sondern sich auf Verbesserungen „unter der Haube“ konzentrieren wird. Allerdings werde Apple beim Mac nicht ganz so viele Features aufs nächste Jahr „verschieben“ wie bei iPhone und iPad. Für die Apple Watch und Apple TV, also watchOS und tvOS, plant Apple derweil keine entsprechende Neuausrichtung der Strategie.

macOS und iOS: Reagiert Apple auf Kritik?

Möglicherweise reagiert Apple mit dieser neuen Strategie für Mac, iPhone und iPad auch auf die Kritik an den aktuellen Versionen der Betriebssysteme. Viele Benutzer haben auch jetzt noch Probleme mit iOS 11 wie App-Abstürze oder kürzere Akkulaufzeiten. Außerdem scheint sich Apple mit iOS 11 auch rein äußerlich weniger Mühe gegeben zu haben als mit früheren Updates. Kleinere Ungereimtheiten und Darstellungsfehler ließen vermuten, dass sich Apple in Sachen Design nicht mehr so viel Mühe gibt wie früher.

Vor allem produzierten sowohl iOS 11 als auch macOS High Sierra ungewöhnlich viele Negativschlagzeilen in Sachen Sicherheitslücken. Die wohl peinlichste war, dass sich Mac-Besitzer beim Betriebssystem einfach mit maximalen „root“-Benutzerrechten anmelden konnten, wenn sie einfach gar kein Passwort eingaben – ein Super-GAU in Sachen Sicherheit.

Immerhin gibt es auch übers Jahr verteilt kleinere Neuerungen für Apples Betriebssysteme. So auch im Fall des iOS 11.3. Dessen Neuerungen könnt ihr euch in unserer Bilderstrecke ansehen.

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iOS 11.3: Das sind die Neuerungen

Möglicherweise hat sich Apple mit dem selbst gesetzten Ziel, jedes Jahr zur Entwicklermesse WWDC neue, bahnbrechende Features für seine Betriebssysteme präsentieren zu können, einfach übernommen. Früher nahm sich das Unternehmen bei Mac-Updates immer noch die Zeit, die es brauchte. So lagen zwischen der Veröffentlichung der macOS-Versionen 10.3 bis 10.7 jeweils anderthalb bis zwei Jahre – teilweise sogar ein wenig mehr. Erst mit OS X 10.9 Mavericks, also im Jahr 2013, begann Apple mit jährlichen Upgrades.

Insgesamt handelt es sich also wohl eher um gute Nachrichten für Apple-Benutzer. Viele der Neuerungen der letzten Jahre waren ohnehin eher Spielereien – man denke beispielsweise an den App Store für die Nachrichten-Apps oder Animojis. Wenn sich Apple jetzt wieder mehr auf Robustheit der Betriebssysteme konzentriert, können wir das nur begrüßen. Oder was meint ihr?

Quelle: Bloomberg via MacRumors

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