Mediathek für den Mac: Alternativen (myTVLink, fernsehsuche.de und MediathekView)
Das neue Jahr begann für Mac-User mit einer bösen Überraschung. Die beliebte Mediathek-App für den Mac stellte überraschend den Betrieb ein, detaillierte Hintergründe zur Entscheidung bleiben bis zum heutigen Tag im Dunklen. Alternativen sind vonnöten, wir stellen sie vor.
Mediathek für den Mac war ein echtes Highlight. Die schlanke und übersichtliche Software ermöglichte die komfortable Suche in den Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Sender (ARD, ZDF, 3Sat etc.) unter OS X. Ferner konnte man Sendereihen wie Podcasts abonnieren und Filme direkt herunterladen – gleich passend im MPEG-4-Format für iPhone, iPad und Co. Zuletzt stellten wir Mediathek für Mac im März 2012 bei GIGA Mac Tech in Bild und Ton vor.
Mediathek für Mac in der Videovorstellung auf GIGA (ab Minute 6:05).
Mediathek für den Mac: Eingestellt
Anfang des neuen Jahres folgte dann die Überraschung. Die App weigerte sich die Inhalte anzuzeigen und verwies auf ein Serverproblem. Wenig später folgte die Ernüchterung und Bestätigung seitens des Entwicklers: „Der Betrieb muss aus rechtlichen Gründen eingestellt werden.“ Zunächst vermutete man die Schuldigen in den Chefetagen bei ARD und ZDF. Schließlich dürfte vor allem die direkte Downloadmöglichkeit der Videos rechtlich im Graubereich angesiedelt sein. Jedoch widersprachen darauf sowohl die ARD als auch der WDR dieser Vermutung, auch der Entwickler schrieb über Twitter: „Die Urheberrechtssituation ist das Problem. ARD/ZDF haben nicht akut interveniert.“
Die genauen Zusammenhänge und die Akteure im Hintergrund bleiben nach wie vor unbekannt. GIGA bat deshalb um eine Stellungnahme beim Entwickler der App, die Antwort steht noch aus.
Mediathek für den Mac: Alternativen vorgestellt
Derweil suchen bisherige Anwender der App nach Alternativen. Wir stellen sie vor, müssen jedoch schon vorweg attestieren: Einen hundertprozentigen Ersatz gibt es leider nicht, zu gut war Mediathek für den Mac. Dennoch sind die alternativen Lösungen einen Blick wert.
myTVLink: Webbasierte Universallösung

Optisch ist myTVLink recht ansprechend und übersichtlich gestaltet und geordnet, das Layout ist allerdings bewusst auf die Ausgabe am TV ausgerichtet. Insofern lässt sich die Oberfläche nicht nur mit der Maus, sondern auch komplett mit der Tastatur beziehungsweise einer entsprechenden Fernbedienung steuern. Am Mac nutzt man myTVLink direkt im Browser seiner Wahl, einfach http://www.mytvlink.de/tv aufrufen und los geht's. Übrigens: Dies funktioniert auch problemlos auf dem iPad oder iPhone. Per AirPlay lässt sich zudem ein Apple TV ansteuern, so gelangen die Filme direkt auf den TV. Darüber hinaus findet sich myTVLink schon vorinstalliert auf diversen Set-Top-Boxen und Smart-TVs.
Was uns positiv auffiel: Filme mit einer Altersfreigabe (zum Beispiel Tatort), die in den offiziellen Mediatheken erst zum Abend zur Verfügung stehen, konnten wir problemlos schon vorher betrachten – sehr gut, auch wenn der Jugendschutz vielleicht zu kurz kommt, doch der sollte ja schon vorher bei den besorgten Eltern und deren Kontrolle einsetzen.
Einen Nachteil gibt es allerdings: Herunterladen lassen sich die Videos nicht. Da hilft auch kein Browser-Plug-in wie beispielsweise der DownloadHelper. Dies gilt für die Angebote der öffentlich-rechtlichen Sender. YouTube-Filme etc. konnten wir allerdings auf diese Weise auch unter myTVLink sichern.
fernsehsuche.de: Google für Mediatheken

MediathekView: Java-App mit Einschränkungen

- MediathekView ist eine Java-Anwendung. Bei neueren Macs muss die aktuelle Java-Umgebung zuvor erst heruntergeladen werden, um die App zu nutzen. Sicherheitsfanatiker schreien auf, bietet Java doch eine willkommene Angriffsfläche. Einer der Gründe, warum Apple mittlerweile auf eine Standardinstallation verzichtet.
- Bevor es losgeht und man den Wunschfilm findet, müssen zunächst die aktuellen Senderlisten eingespielt werden. Dies geschieht entweder automatisch oder manuell.
- Aufbereitet sind die Sendungen in keinster Weise – zusätzliche Informationen, Bilder? Fehlanzeige. Zumindest kann man das Angebot nicht nur nach Sendern, sondern auch nach direkten Sendereihen durchstöbern.
- Zum Betrachten der Sendungen wird der VLC Player benötigt, Quicktime scheidet aus. Wichtiger: Schaut man sich einen Film an, kann man nicht vor- oder zurückspulen, man muss also an einem Stück schauen oder aber den Player pausieren und im Hintergrund geöffnet lassen.
- Heruntergeladen werden die Sendungen im FLV-Format (Flash). Auf dem Mac kann man diese zwar problemlos beispielsweise mit dem VLC Player betrachten, auf iPhone oder iPad jedoch nicht. Möchte man hierfür keinen alternativen Videoplayer bemühen, so müssen die FLV-Dateien vorher gewandelt werden, beispielsweise mittels HandBrake. Apropos: Die bloße Änderung des Suffix (.mp4) bewirkt keine Änderung – bedauerlich.
- Download MediathekView (kostenlos)
Fazit: Es wird komplizierter
Die universelle Komplettlösung Mediathek für den Mac ist Geschichte, es wird komplizierter. Möchte man die Angebote der Sender durchstöbern und sich inspirieren lassen, empfiehlt sich die Nutzung von myTVLink. Sucht man eine bestimmte Sendung, lohnt der Blick und Klick auf fernsehsuche.de. Möchte man sich die Sendung dagegen direkt archivieren, führt kein Weg an MediathekView vorbei. Benötigte man vorher nur eine einzige App, bedarf es nun eines Sammelsuriums an Diensten und Anwendungen – was ein Jammer.




