Daylite - Die Kunden im Griff auf dem Mac

Bernd Korz

Um ein Geschäft zu betreiben muss man viele Faktoren berücksichtigen. Je mehr Kunden und Mitarbeiter an einem Projekt beteiligt sind, um so komplexer wird es dann auch noch. Hier muss man wirklich den Überblick behalten.

Um also alles unter einen Hut zu bekommen, kann man sich zum einen natürlich für eine Lösung wie SAP entscheiden. Diese ist natürlich nicht nativ und kostet eigentlich unglaublich viel Geld. Wer gerne etwas gut durchdachtes nutzt, dass auch noch alle Vorzüge von Mac OS X verwendet, ist mit Daylite wesentlich besser aufgehoben. Daylite ist zum einen ein CMS und zum anderen eine sehr gut durchdachte Groupware.

Bisweilen gab es die Software nur in Englisch und so wundert es nicht, dass der Marktanteil in Deutschland mit knapp 1.000 Installationen im Verhältnis zu nahezu 65.000 Installationen weltweit, doch noch sehr gering ausfällt. Hier verspricht der Geschäftsführer von OSXpert, Alf Ruppert, aber schon in Kürze Abhilfe. Das Programm wird es aller Voraussicht nach Ende März endlich auch in Deutsch geben. Die Vorabversion davon konnten wir uns gemeinsam auf der CeBIT 2010 anschauen. Es viel auf, dass es schon noch ein gutes Stück Arbeit sein wird, bis wir eine lokalisierte – und nicht nur eine App mit deutscher Oberfläche – haben werden. Den Termin konnten wir also als optimistisch wahrnehmen.

Hier einige Eindrücke der deutschen Oberfläche:

Was ganz besonders und vor allem sehr positiv auffällt, ist die Tatsache, dass Daylite nicht einfach nur irgendwo portiert wurde. Daylite ist eine wirklich native Applikation, die ausschließlich für Mac OS X geschrieben und nicht für anderen Plattformen erhältlich ist. So findet man sich als Anwender von Apples Betriebssystem auch bewusst recht schnell in der Bedienung und der Anordnung von Icons… zurecht. Aber viel mehr die Tatsache, dass hierdurch eben alle Vorzüge dieses 64-Bit Systemes mit einem herausragenden Journaling Filesystem in das Programm integriert wurden, machen Daylite nicht nur zu einer Alterntive.

Trägt man einen Termin in Daylite ein und nutzt einen der in iCal angelegten Kalender so interagieren beide Programme automatisch miteinander, wie von Geisterhand in beide Richtungen. Auch das Adressbuch wird automatisch in Daylite angezeigt. Wobei man dank Daylite wesentlich mehr Informationen hinter einen Kontakt hinterlegen kann und dieser trotzdem 100% kompatibel zum Adressbuch bleibt.

Ein ganz besonderes Sahnehäubchen ist aber die Integration von Mail, hier dürften sich die Entwickler vor einer etwas größeren Herausforderung gesehen haben. Mit der Installation von Daylite wird ein Mail Add-On installiert, welches jede Mail x-beliebig verknüpfen lässt, ob Personen, Projekte oder Termine.

Im Team lassen sich alle mit allem verknüpfen, der Flexibilität des Programmes sind dadurch nahezu keinerlei Grenzen gesetzt.

Wer intelligente Mailordner oder Playlisten aus iTunes kennt, wird sich auch hier sofort zurecht finden. Daylite lässt mittels “intelligenten Listen” nahezu jedes Suchkriterium anlegen in dem jeder und alles einmal mehr miteinander verknüpft werden kann.

Dank der Groupware Integration kann man seine Projekte für einzelne Nutzer im Netz oder sogar über das Internet freigeben. Man entscheidet dabei selbst, wie “tief” die Freigabe geht und was das Gegenüber einsehen bzw. bearbeiten darf.

Um ein richtiges Projektmanagement in ein bestehendes Projekt integrieren zu können, bietet Daylite neben der eigenen internen Lösung (für Zwischenschritte) auch die komplette Kommunikation mit Merlin an. Auch hier ist es wieder 100% Maclike und die Interaktion kann völlig automatisiert ablaufen.

Ein Projektverwalter kann sich auch alle Änderungen chronologisch anzeigen lassen, so werden alle Anrufe gelogged, Termine übergeben, Löschungen und/oder Änderungen aller Art in einem Logfile abgelegt und sind jederzeit einsehbar.

Für jede Aufgabe und jeden Mitarbeiter können Kosten aufgestellt werden und mittels einer Kosten/Umsatzanalyse ständig schnell und einfach ausgewertet werden. Bei Bedarf wird in festgelegten Zyklen ein automatischer Report vom Programm erstellt und dann immer an die dafür eingetragenen Projektleiter – und Mitarbeiter weitergeleitet.

Eine weitere Besonderheit von Daylite ist die schier grenzenlose Kommunikationsmöglichkeit.

Aber auch die Zugriffe von und nach Daylite sind wohl überlegt, so kann man neben Mail auch auf Excel, Word, Pages, Fring, das iPhone und viele anderen Varianten zugreifen.

Um seinen Mitarbeitern höchstmöglichen Komfort zu bieten, bringt Daylite auch gleich noch eine iPhone App mit, die sogar Telefonanrufe weiterleitet und Konferenzanrufe unterstützt. Die Synchronisation findet auch hier völlig automatisch statt und der Aussendienstmitarbeiter ist immer auf dem Laufenden. Die iPhone App muss / kann man einzeln erwerben, hier ärgert aber etwas die Preispolitik des Herstellers und stößt bei uns auf Unverständnis. Das Programm kostet 49 Euro. Was im Grunde schon ein “stolzer” Preis wäre, wenn man den Vergleich mit anderen Apps sieht. Leider ist das aber noch nicht alles. Die Anwendung – und daher nicht “einmalig” – kostet jedes Jahr aufs Neue diesen Preis. Hier muss OSXpert unbedingt noch einmal seine Preispolitik überdenken.

Ein Programm in dem Preissegment ist absolut interessant und auch wirklich jeden Cent wert, was man von der iPhone App nicht ganz behaupten kann.

Mit ca. 185 Euro für die Einzelplatzversion ist man im Grunde sehr günstig bei einer sehr professionellen Lösung. Die Serverversion, die dann alles abgleicht, ist immer kostenlos, egal wie viele Nutzer daran angeschlossen sind. OSXpert plant in Kürze den Preis anzuheben auf 239 Euro, was aber in Wirklichkeit sogar eine Vergünstigung sein wird. Musste man bisher so einiges dazukaufen, was es an Add-Ons und vorinstallierten Daten gab, war man schnell mit 300 Euro und mehr dabei. Mit dem neuen Preis hat sich OSXpert dazu entschlossen, allen Usern die Add-Ons kostenlos mitzuliefern.

Zwar gibt der Hersteller an, dass Daylite für 1-50 Mitarbeiter ausgelegt ist, teilte uns aber auf Nachfrage mit, dass man sicherlich auch ohne Probleme mehr Clients einbinden könne.

Um es den Anwendern leicht zu machen, bietet der Hersteller eine 30 Tage kostenlose Testversion an. Diese kann dann auch komplett und völlig ohne Einschränkungen in dieser Zeit verwendet werden. Sollte man sich dann für die Vollversion entscheiden, können alle Daten einfach übernommen werden.

Hier sollte man aber vielleicht noch bis Ende März warten, bis der Hersteller die deutsche Version im Angebot hat. Neben der Clientversion steht dort auch die Serverversion zum Download bereit.

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