Stromberg: Start der fünften Staffel – Der Papa ist wieder da!

Gestatten, Bernd Stromberg: Die Glatze des Grauens, der Speichellecker an der Blenderfront treibt erneut sein Unwesen und gebiert erfürchtigen Respekt. Wir verneigen uns mit einem Ausblick auf die fünfte Staffel…und einem Rückblick auf den wahren Papa des monströsen Karrieristen: David Brent alias Ricky Gervais – den Chef von "The Office".

Stromberg: Start der fünften Staffel – Der Papa ist wieder da!

Bernd Stromberg ist der Mann für die Buchstaben M-Z. In der Abteilung Schadensregulierung. Bei der Capitol Versicherung – die ihn in Staffel vier nach Finsberg, auch genannnt “Inzesthausen” oder “Doofdorf”, versetzt hat.

Dass dieses Kaff kein Ort für einen Macher wie Stromberg ist, dürfte klar sein. Stromberg will weg und schafft das auch gleich zu Beginn der fünften Staffel auf geradezu glorreiche Weise: Mit einer heraufgestolperten Beförderung ins obere Management. Also dorthin, wo es vor weiteren Strombergs nur so wimmelt.

“Wenn die Karriere abgeht wie ne nasse Tapete, dann lockt das auch die Weiber an”. Stromberg ist endlich im Epizentrum wirtschaftlicher Macht und damit auf der ganz großen Dramabühne. Eine brutale Männerwelt, gespickt mit angesägten Stühlen, albernen Sinnsprüchen und üppigen Schnittchenbüffets.

Wenn man “Stromberg” ansieht oder sogar ein Fan der Serie ist, gehört man laut Hauptdarsteller Christoph Maria Herbst zur intellektuellen Elite. Ohne gesunde Selbstironie und physische Leidensfähigkeit geht hier gar nichts, doch selbst dann lauert der televisionäre Burnout. “Stromberg” ist einfach gnadenlos, das Gezeigte zu unberechenbar an der Grenze zwischen Komik und Tragik.

Eine Serie voller Brüche und gegensätzlicher Reibungen. Mal ist es skurril, mal beklemmend realistisch, mal opulentes Melodram, mal kleinkarierte Dummheit. Bernd Stromberg gibt sich in Interviews gerne als seriöser Geschäftsmann und teilt gleich danach haarsträubend brutale Profilierungsneurosen aus. Ein egoistisches Arschgesicht zwischen Hassobjekt und armem Würstchen.

Die Faszination an Bernd Stromberg basiert auf seinem vielschichtigen Charakter. Wo er nur kann grätscht er dazwischen, buckelt nach oben, tritt nach unten und erniedrigt quer durch alle Minderheiten. Die Mitarbeiter fürchten seine Unberechenbarkeit, die eisiges Nachtreten genauso umfasst wie Kleinmachen, Bloßstellen und winseliges Heischen um Mitleid. Bernd Stromberg ist ein Macher, egal wie, und kommt auch immer wieder auf die Beine. “Sex ist wie Olympia, dabei sein ist alles”.

Am Dienstag um 22.10h startet Pro7 die fünfte Staffel von “Stromberg”, ab Freitag gibt es bereits die . Die Serie hat sich durchgesetzt, ganz ohne Lachspur, Punchlines und offensichtliche Happy Ends, und beweist, dass auch gegen den Strich gebürstete Formate Erfolg haben dürfen – sofern sie denn ihren selbstgesetzten Zielen treu bleiben.

Wenn Stromberg Azubi Malik begrüßt, muss das einfach auf dem Niveau “bei einem von euch muss man sich daran gewöhnen, dass er irgendwann mit dem Flugzeug ins Büro kommt” ablaufen. Stromberg ist der personifizierte Autounfall, ein abgerockter Serienheld als Vorbild abgründiger Bürodämonen. Ach, man muss ihn einfach gern haben – sofern er nur in sicherer Entfernung hinter der Mattscheibe wütet.

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