Kolumne: Alle wollen ins Wohnzimmer - Gut gewollt, schlecht gekonnt

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(Holger) Schaut man sich die zuletzt erschienen Konsolen an wird immer klarer, dass die Hersteller weg wollen vom Image einer Spielekonsole, die lediglich im Zimmer der Jugend ihr Dasein fristet. Eine Heimkino-Lösung mit der man rundum zufrieden sein kann, gibt es wie immer von keinem Hersteller.

Kolumne: Alle wollen ins Wohnzimmer - Gut gewollt, schlecht gekonnt

Was treibt die Hersteller nur dazu immer wieder die ach so aufgeblasenen Konsolen künstlich zu beschneiden. Klar, sie wollen Geld verdienen indem man beispielsweise Konkurrenzformate dauerhaft aussperrt. Teilweise werden auch die von uns geliebten Rechteverwerter ihre Finger im Spiel haben. Denen kann man dann erzählen: Unsere Konsole kann keine bösen DivX-/Xvid-Videos abspielen, sondern nur unser eigenes Format. Am Besten noch so verdongelt, dass man für jeden einzelnen Blick auf die Mattscheibe nachzahlen darf. Zum Glück sind wir aber noch nicht so weit.

Doch zurück zum Thema. Microsoft geht mit der Xbox 360 einen intelligenten Weg. Fast jeder Windows-PC hat entweder den Windows Mediaplayer oder – Vista sei dank -eine Mediacenter-Integration. Damit kann man recht problemlos die eigenen Videos streamen, sofern sie natürlich im WMV-Format gespeichert sind. Für andere Formate hilft nur der Griff in die Trickkiste. Geht es nur um Musik, kann man entweder streamen – oh Wunder, es sind sogar MP3s möglich. Alternativ kann man auch den MP3-Player anschließen, selbst der Erzfeind iPod ist kompatibel mit der 360. Wohnt man in den USA oder hat einen US-Account, hat man die Möglichkeit gekaufte TV-Serien in High Definition zu genießen. Solange es keine ruhigen Szenen im Film gibt kann die Konsole noch überzeugen, ansonsten ist der Geräuschpegel eher eine Zumutung.

Hier schlägt dann die Stunde der PS3. Seelenruhig säuselt sie vor sich hin. Videos auf bequeme Art und Weise auf diese Konsole zu bekommen ist jedoch im Vergleich zur Konkurrenz eine Geduldsfrage. Auch einen Online-Store sucht man (noch) vergeblich. Die Inhalte finden so derzeit nur über externe Speichermedien Ihren Weg auf die Konsole.

Wer keine Spielekonsole braucht oder mit der schon im Besitz befindlichen wirklich nur spielen will, kann sich natürlich auch Apple TV ansehen. Voraussetzung ist hier ein PC oder Mac mit iTunes. Im Gegensatz zur Xbox 360 kann man allerdings keine TV-Serien – hier auch wieder nur in den USA -, Songs oder Musikvideos über das Interface am Fernseher, sondern nur am Rechner kaufen. Wer den Rechner nicht dauerhaft mitlaufen lassen möchte kann die Daten auf die eingebaute Platte synchronisieren.

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