ARM will Mobil-Markt erobern: 50 Prozent bis 2015

Flavio Trillo
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Apples A4, NVidias Tegra und Qualcomms Snapdragon – all diese Chips haben gemeinsam, dass sie auf der Architektur des britischen Herstellers ARM beruhen. Dank effizienter Technologie verbrauchen die Prozessoren vergleichsweise wenig Strom bei einer Leistung, die für Smartphones, Tablets und Mini-Notebooks völlig auskömmlich ist. Den aktuellen Marktanteil von etwa 10 Prozent im Bereich der mobilen Computer will das Unternehmen bis 2015 auf ambitionierte 50 Prozent steigern.

ARM-Herzen schlagen in iPad, iPhone, iPod touch und einer Vielzahl weiterer Geräte aus dem Segment der tragbaren Mini-Computer. Das nächste Modell, ein Cortex-A15, soll nach Angaben des Herstellers bis zu fünf Mal schneller sein als die aktuellen Smartphone-Chips und dabei etwa die gleiche Menge Energie verbrauchen. Mit einer Serienreife sei im nächsten Jahr zu rechnen.

Den Marktanteil von momentan etwa 10 Prozent hofft ARM bis zum Ende dieses Jahres auf 15 Prozent ausbauen zu können. Dies scheint im Lichte der unaufhaltsam wachsenden Popularität von Tablet-Rechnern nicht einmal unrealistisch. Um weitere 35 Punkte soll dieser Wert in den darauf folgenden vier Jahren ansteigen. Zuspruch erhielt die Architektur jüngst von Microsoft.

Steve Ballmer kündigte an, Windows werde bald auch auf ARM-basierten Geräten laufen. Bislang erforderte das Betriebssystem einen X86-Befehlssatz, wie er von Herstellern wie Intel oder AMD verwendet wird. Tendentiell sind diese Prozessoren aber Energiehungriger als ihre ARM-Kollegen, so dass sie für den Einsatz im Smartphone nur bedingt geeignet sind – schließlich zählt hier die Batterielaufzeit zu den relevantesten Aspekten bei der Kaufentscheidung.

Noch ein Zeichen dafür, dass es mit ARM bergauf gehen könnte: Apple soll einigen Beobachtern zufolge darüber nachdenken, mit dem Cortex-A15 und seinen Nachfolgern auch seine Notebook- und Desktop-Rechner von Intels X86-Architektur auf “Advanced RISC Machine” (ARM) umzustellen.

Gemeinsam mit IBM will der Hersteller noch leistungsstärkere Mikroprozessoren im 20-Nanometer-Verfahren entwickeln. Darüber hinaus kündigte ARMs Präsident Tudor Brown an, im Rahmen dieser Zusammenarbeit in Zukunft auch die 14-Nanometer-Herstellungsmethode anzuwenden. Die Angabe bezieht sich dabei auf die Breite des schmalsten Bauteils auf dem Chip, was meistens auch eine Faustregel-gleiche Aussage über dessen Effizienz zulässt: Je kleiner der Nanometer-Wert, desto besser für die Ökonomie des Prozessors.

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