Merkel-Phone: Handyverschlüsselung für Politiker bald per Android?

Frank Ritter
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Deutsche Regierungsbeamte müssen verschlüsselt miteinander kommunizieren, wenn sie telefonieren oder Daten versenden. Schließlich ist GSM beim besten Willen nicht mehr abhörsicher. Wurden bis dato Nokia- und Windows Mobile 6.5-Handys verwendet, um die Minister und Abgeordneten ungestört miteinander kommunizieren zu lassen, steht jetzt vermutlich die Wachablösung auf Android an.

Merkel-Phone: Handyverschlüsselung für Politiker bald per Android?

Für die Handyverschlüsselung existiert ein eigener Standard des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Der Markt für Geräte dieses Standards teilten sich bis dato zwei Firmen: T-Systems, die Windows Mobile 6.5-Handys des Typs HTC Touch Pro mit der Verschlüsselungstechnologie ausstatteten und Secusmart, die Nokia-Handys mit den geforderten Kryptotools herausbrachten. Da sowohl Symbian- als auch Windows Mobile-Systeme ihren Zenit erreicht haben, kokettiert Secusmart gegenüber Heise offen mit der Idee, Android-Handys mit der entsprechenden Verschlüsselung auszustatten. Dieser Gedanke liegt nahe, denn Android ist quelloffen, modular und anpassbar. Dass T-Systems auf Android umsteigt, gilt ebenfalls als wahrscheinlich, auch wenn sich der Hersteller noch bedeckt hält.

Offenbar kommt iOS für die Hersteller der Sicherheitslösungen nicht infrage, da diese keine SD-Kartenslots besitzen und entsprechend die für die Verschlüsselung nötigen Authentifizierungsdaten über spezielle SD-Karten mit eigenem Kryptoprozessor nicht eingespeist werden können. BlackBerry gilt nicht als Option, weil Datenverbindungen stets über Server in Großbritannien und Kanada laufen.

Zukünftig wird man also Politiker wahrscheinlich häufiger auch mit einem Android-Gerät am Ohr herumlaufen sehen. Wir hoffen inständig, dass sich das nicht negativ auf den Ruf unseres Lieblings-Mobil-OS auswirkt.

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