Staatstrojaner auch unter OS X denkbar

Sebastian Trepesch
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Am Wochenende hat der Chaos Computer Club (CCC) eine Analyse der staatlichen Spionagesoftware, des sogenannten Bundestrojaners, vorgestellt. Schnell ist eine Diskussion um die Tiefe der Eingriffe in die Privatsphäre sowie die Rechtmäßigkeit des Programms gestartet. Eine Frage, die manch Mac-Nutzer beschäftigt: Läuft die Spähsoftware auch auf OS X-Systemen?

Meedia hat gestern berichtet, dass der Staatstrojaner nicht unter OS X läuft: “Das Modul liegt in Form einer unsignierten 32-bit-Datei vor. Es kann daher in dieser Form nur auf einem 32-bit-Windows funktionieren. Das bedeutet: Auf den 64-Bit-Versionen von Windows sowie einem Mac funktioniert die Spähsoftware nach dem aktuellen Kenntnisstand nicht.”

Der Chaos Chomputer Club sieht dies anders: “Die uns übermittelten Exemplare der Spionagesoftware waren für Windows-Systeme”, erklärte Julius Mittenzwei vom CCC gegenüber dem GIGA-Netzwerk/macnews.de. “Wir gehen aber davon aus, dass auch Trojanische Pferde für andere Betriebssysteme, inklusive Mac OS X, existieren.”

Generell sind Rechner unter dem Betriebssystem OS X weit weniger anfällig für Schadsoftware, als unter Windows. Natürlich (beziehungsweise “leider”) sind Trojaner aber auch hier möglich, wie zuletzt ein Beispiel vor zwei Wochen zeigte.

Aktuell kennt der CCC also noch keine Version des Spionagesoftware für Apple-Rechner. “Sollte der Verdacht bestehen, dass ein Computer mit einem staatlichen trojanischen Pferd infiziert ist, würden wir uns über die Zusendung der Festplatte für eine genauere Analyse freuen”, so Mittenzwei.

Mit dem Bundestrojaner kann der Staat die Kommunikation, die über Rechner läuft, abhören. Darüberhinaus ist er offensichtlich zu weiteren, rechtswidrige Handlungen imstande. Vier Bundesländer bestätigten bereits, dass es sich bei der vom CCC gefundenen Malware um den Staatstrojaner oder zumindest eine Testversion handle.

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