Testbericht - Genius Pen-Maus und Ringmaus erweitern Einsatzmöglichkeiten

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Bei den Eingabegeräten Pen Mouse und Ring Mouse von Genius handelt es sich um zwei kleine Gadgets, die eine normale Maus oder Touchpad nicht nur ersetzen, sondern dem User zusätzlich noch einige erweiterte Möglichkeiten zur Verfügung stellen sollen. Für diese Erfindungen hat Genius auf der letzten IFA auch einen Preis eingeheimst, aber können die Ersatz-Funkmäuse die Erwartungen auch in unserem Testlabor erfüllen?

Testbericht - Genius Pen-Maus und Ringmaus erweitern Einsatzmöglichkeiten

Lieferumfang, Verpackung, Ausstattung
In den leicht überdimensionierten Blisterverpackungen finden sich bei beiden Genius-Modellen eine mehrsprachige Beschreibung, eine Mini-Software-CD, ein Bluetooth-Minidongle für die Funkverbindung sowie ein hochwertiges Case pro Gerät. Im Fall des Stifts (Pen-Maus) ist dieses sogar aus Leder, aber auch das Plastikcase für den Ring kann sich sehen lassen. In diesem wird außerdem ein Ladekabel untergebracht,

weswegen es etwas größer ausgefallen ist und sogar die Mini-CD noch im Deckel Platz findet. Im Gegensatz zur Ring-Maus ist der Pen also nur mit einer Batterie statt einem Akku bestückt, den er aufgrund der fehlenden Elektronik auch gar nicht laden könnte. Dafür kostet dieser auch nur 22 statt 42 Euro, wie die Ringmaus. Dem Pen liegt außerdem noch ein Mauspad und ein wenig Spezialwerkzeug bei, um die Spitze zu lösen und reinigen oder auswechseln zu können.

Beide Gadgets sind eigentlich nicht besonders groß, im Vergleich mit seinem Pendant aus dem Real-Life wirkt zumindest der Pen etwas klobig. Dieser ist ungefähr so groß wie diese kleinen Pen-Cams, also etwa doppelt so dick wie ein “normaler” Kugelschreiber. Der Ring ist dagegen nur an seiner Unterseite geringfügig überdimensioniert, weist dafür aber eine etwas stramm geratene Gummihaltering auf, die auch keinen Ewigkeitseindruck hinterlässt. Die Gehäuse der zwei Genius-Produkte sind aber stabil gefertigt, kernige Druckpunkte und die gute Abtastung sind ein Zeichen für gute Verarbeitung.

Software und Handling
Die ausschließlich für Windows (XP, Vista, 7) geeignete Software umfasst keinerlei wirkliche Treiberdateien, sondern eher eine Auswahl an Mausprofilen. Sicher liegt das nah beieinander, vor allem die für die Ringmaus auswählbaren Profile “Media Center” und “Präsentation”, die eben nur in den entsprechenden Microsoft-Programmen funktionieren, weisen aber auf eine nicht sehr tief greifende Programmierung hin. Für den Pen existieren dagegen auch Möglichkeiten, die Achse zu drehen und einen Linkshänder-Modus zu wählen, was schon eher an Treiberfunktionen erinnert. Dementsprechend funktionieren diese speziellen Settings auch nicht unter Linux, als “normale” Eingabegeräte konnte ich beide Geräte unter Ubuntu aber jederzeit nutzen; ein Pluspunkt.

Die Software lässt sich auch nicht davon durcheinander bringen, dass man beide Gadgets nebeneinander betreibt. Es wird immer nur der Treiber/das Profil benutzt, das auch in der Software-GUI eingerichtet ist. Ein kapern der Maus mit einem zweiten Sender ist also nicht so ohne Weiteres möglich, wenngleich dieser, recht spezielle Einsatz(zweck) im alltäglichen Gebrauch auch keine große Rolle spielen sollte.

Was im alltäglichen Einsatz aber eine Rolle spielt ist die Usability, die Haptik, das

Handling, die Ergonomie oder wie auch immer man das “wie es funzt” zusammenfassen will. Die oben bereits erwähnten, deutlichen Druckpunkte der Tasten sind dabei ein erster wichtiger Punkt, aber auch die saubere Abtastung der optoelektronischen Bauteile hat erheblichen Einfluss auf den Workflow. Die Pen Mouse bietet dazu die Möglichkeit, die Abtastrate von 400 auf 800 dpi zu setzen, um die Empfindlichkeit und Genauigkeit zu erhöhen. Der Zeigefinger-Aufsteckring kann das zwar nicht, tastet mit 1.000 dpi aber schon so sauber ab, dass man damit erstmal eine Weile üben muss. Wie bei einer normalen Maus sind auch bei den Genius-Geräten die abgetasteten Oberflächen bzw. deren Beschaffenheit von entscheidender Bedeutung. Ein dreckiger oder rauher Daumen ist dabei genauso ein Hindernis für die Erkennung, wie es eine reflektierende Oberfläche für den Stift ist. Für Letzteren empfiehlt Genius dann auch die Verwendung des mitgelieferten Mauspads, aber man kann das Ganze natürlich auch weiterhin über die normalen Maussettings beeinflussen.


Für mich war es eher ein Problem, ein geeignetes Einsatzgebiet für die Gadgets zu finden, denn zum Zeichnen ist der Pen zum Einen nur bedingt geeignet bzw. bedarf einiger Übung, und zum Anderen zeichne ich eigentlich nix am PC.

Die Ring Mouse eignet sich dagegen hervorragend fürs Couchsurfing oder den Filmeabend, jedenfalls solange keine Tastatureingabe gefordert ist. Bei Präsentationen kann man diese ebenfalls sehr gut einsetzen, wie man sich sicher vorstellen kann. Auch für Menschen mit Behinderung kann der Ring unter Umständen eine hilfreiche Unterstützung bieten, aber das kann ich nur bedingt beurteilen.

Profizeichner sollten sich auf jeden Fall nach etwas anderem umsehen, denn so wichtige Funktionen wie Druckstärken-Erkennung oder ähnliches hat die Penmouse natürlich nicht. Die Spitze fungiert stattdessen als linke Maustaste, ebenso wie auch die Abtastoberfläche der Ringmouse bei entsprechendem Druck einen Linksklick ausführt. Je nach Einstellung bilden die anderen Tasten die rechte und die mittlere Maustaste eines normalen Eingabegeräts ab, wodurch beispielsweise freies Webseiten-Scrolling ermöglicht wird.

Kritik und Fazit
Eigentlich machen die beiden Genius-Spielzeuge eine Menge Spaß, nur wüsste ich im Alltag nicht so recht, was ich damit besser als mit meinem Touchpad machen könnte. Gut, da ich momentan zwei Test-Notebooks habe kann ich diese beiden mit der Pen- und der Ringmouse bedienen, während ich gleichzeitig an meinem eigenen Notebook etwas mache, aber wer braucht das schon? Eine der besten Ideen aus dem Freundeskreis war wohl, dass man damit leidgeplagten Mitarbeitern eine Alternative zur eintönigen und Sehnenscheiden-schädigenden Mausschubserei anbieten kann, aber auch damit hab ich nicht so ein Problem. Aber ich und meine dünne Phantasie sind ja auch nicht der Weisheit letzter Schluss, so dass der Ein oder Andere durchaus noch weitere Einsatzmöglichkeiten sehen mag, die ich eben nicht sehe. Leider hab ich auch den Stift nicht so eingestellt

bekommen, dass meine Schrift damit einen lesbaren Status erreicht hätte. Insofern ist eine Empfehlung, beispielsweise an Lehrer, den Pen im Unterricht zu nutzen, schwer auszusprechen. Unmöglich wird das nicht sein, zum Zeichnen oder schreiben muss aber auch die Geschwindigkeit herabgesetzt werden, was wiederum auch die “normale” Maus betrifft und die Bedienung erschwert.

Besonders positiv waren ja die Cases aufgefallen, in denen auch die Minidongles ihr eigenes Fach haben. Diese sind jedoch so klein, dass man drauf aufpassen sollte. Da sie auch noch schwarz sind verstecken sie sich gern mal im Schatten, aber das sind natürlich nur Nebensächlichkeiten. Ebenso wie auch das lediglich geklebte Gummiband beeinträchtigt dieser Umstand ja die eigentliche Funktion nicht, so dass dies eben kein echter Minuspunkt ist. Insgesamt bekommen die Genius Ring Mouse* und die Genius Pen Mouse* also gute Noten, egal ob jetzt bei der Usability, der Software oder der Ausstattung, lediglich in der Genauigkeit gibt es ein paar Punktabzüge. Wer einen für sich sinnvollen Einsatzzweck damit verfolgt, der nicht allzu viel Akribie erfordert, kann aber bedenkenlos zuschlagen.

Die Testgeräte wurden zur Verfügung gestellt von der Firma Cyberport.

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