Windows 8 auf Tabets & Smartphones wird RT heißen

Matthias Schleif
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Nachdem Intel erst vor wenigen Tagen Vollzug bei der Entwicklung eines für Windows 8 geeigneten x86-basierten Prozessors vermeldete, sind nun auch die Windowsversionsnamen endgültig bekannt geworden. Zu den x86-Versionen 8 (ohne Namenszusatz), 8 Pro und 8 Enterprise gesellt sich die etwas ungewöhnlich bezeichnete RT-Version. Doch inwieweit unterscheidet sich diese sonst noch von den anderen?

Windows 8 auf Tabets & Smartphones wird RT heißen

Erwartungsgemäß unterscheiden sich die kommenden Windows-Versionen in der Benutzung nur sehr wenig, da überall Metro Apps zum Einsatz kommen. Bei den Betriebssytem-eigenen Funktionen, wie Verschlüsselung- oder Virtualisierungsfunktionen von Windows 8 Enterprise, sieht es schon anderes aus, hier unterscheiden sich die Systeme schon recht stark. Auch das Windows-Mediacenter wird es nur als Add-on für die Pro-Version geben, so dass als Besonderheit der RT-Version wohl hauptsächlich die Plattformanpassung an die ARM-CPUs übrig bleibt.

Laut the verge wird auf passenden Tablets auch eine Office-Suite installiert sein, andere Desktop-Programme seien aber voraussichtlich nicht installierbar, doch wen wunderts? Auch verzichten muss man auf den Windows Media Player, für den jedoch bereits in den “Metro-Repositiories” App-Alternativen vorliegen.
Wie bei den anderen ARM-Plattformen gibt es eben auch für Windows 8 RT mittlerweile eine Entwicklungsumgebung für eigene Apps, das “WinRT develeopment environment”.

Inwieweit das ARM-fähige WinRT auf Betriebssystem-eigene Funktionen verzichten muss, die bei den “großen Versionen” dabei sind, es also kannibalisiert ist, ist allerdings noch nicht ganz raus. Wie stark Microsoft seine Hand darüber hält, wie und was integriert und dargestellt werden darf, wird darüber mitentscheidend sein, ob man das “mobile OS” in Zukunft noch von seinen Desktop-Brüdern unterscheiden kann (und soll).

Die kommenden Windows 8 Tablets und Smartphones werden das Betriebssystem natürlich vorinstalliert haben, im Gegensatz zu den anderen Versionen sind diese aber nicht mehr ohne Computer erhältlich. Insofern bedeutet die Einführung dieses OS einen “Paradigmenwechsel” wenngleich die Bezeichnung etwas zu stark ist. Ganz verkehrt ist sie aufgrund anderer Zusammenhänge dennoch nicht.

Denn eins ist doch klar: die Trennung in Windows 8 Versionen für x86/x64-Maschinen und Windows RT für ARMs eröffnet sozusagen durch die Hintertür einem neuen Geschäftszweig, der dann einzeln gepflegt und vermarktet werden kann, den Zugang. Im Gegensatz zu Apple, die ihre iOS-Funktionalitäten bereits mit denen des MacOS zusammenführen, muss sich das Microsoft ARM-OS allerdings zuerst einmal emanzipieren. Wie sehr die Redmonder das zulassen, wird ebenfalls eine entscheidende Rolle beim Erfolg oder Misserfolg von Windows RT spielen.

In welche Richtung da tendiert werden soll könnt ihr den Entwicklern gern in einem Comment mitteilen.

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