Windows 8 – Microsoft zeigt neuen Explorer – löst kollektives Kopfschütteln aus
Als Teil vom Windows 8 Entwicklungsprozess veröffentlicht Microsoft im Building Windows 8-Blog seit einiger Zeit welche neuen Funktionen das kommende Windows bieten wird. Im neuesten Video wird der neue Windows Explorer demonstriert, während im dazugehörigen Blog-Post ausführliche Begründungen für die Änderungen beschrieben werden.
Der Windows Explorer ist wohl einer der wichtigsten – wenn nicht gar der wichtigste – Eckpfeiler in Windows. Dies dürfte Grund genug sein, warum Microsoft sich die Kommentare der Technik-Welt dieser Tage genauestens anhören und zu Herzen nehmen sollte.

Konkret geht es aktuell um die bereits seit längerem Bekannte Einführung des bereits aus Office bekannten Ribbons. Das Menü am oberen Ende des Fensters soll auch im Windows Explorer Einsatz finden und die Bedienung optimieren. Microsofts Steven Sinofsky nennt die Tabs in seinem Blog-Post als Begründung für eine “streamlined Explorer experience”. Die verschiedenen Tabs geben Zugriff auf alle wichtigen Funktionen des Explorers.
Hier ein Video, das die neuen Funktionen demonstrieren soll:
Am Beispiel Explorer demonstriert Microsoft, wie man sich die kommenden Jahre in der Betriebssystem-Welt vorstellt. Einfache Bedienung und simples Design sehen definitiv anders aus als eine Menüleiste in der möglichst bunte Icons und Auswahllisten, in unterschiedlichen Größen, in verschiedenen Gruppierungen (inklusive Untermenüs), unterhalb diverser Tabs dargestellt werden.

Man könnte jetzt für diese Leiste argumentieren und sagen: Power-User werden sich über diese Funktionsvielfalt freuen. Das Problem: Power-User blenden das Ribbon komplett aus und benutzen Tastenkürzel. Womit wir bei einem Pluspunkt angekommen sind: Das Ribbon lässt sich komplett zusammenfalten, so dass man auf kleinen Bildschirmen, wie sie bei Notebooks und speziell Netbooks Normalität sind, noch etwas vom Fensterinhalt sehen kann.
Eine Umfrage von TechCrunchs MG Siegler, was denn die Leser denken, ergibt ein ähnliches Bild dessen, was man in den vergangenen Tagen in vielen Blogs und News-Seiten lesen kann:
- It’s awful: 46 Prozent (695 Stimmen)
- It’s great: 9 Prozent (128 Stimmen)
- It’s okay: 18 Prozent (274 Stimmen)
- It’s the worst thing I’ve ever seen: 27 Prozent (399 Stimmen)
Sicherlich, nur knapp 1.500 Stimmen sind weit entfernt davon repräsentativ zu sein, es zeigt aber dennoch was die Technologie-Szene vom aktuellen Windows-Explorer-Stand hält. Nur 27 Prozent, die die gezeigten Funktionen für Positiv befinden sollte den Entwicklern in Redmond ein wenig zu denken geben.
Geradezu typisch für Microsoft werden immer neue Funktionen hinzugefügt, während man der Kompatibilität halber, alle alten Funktionen ebenfalls weiter unterstützt. Bei Microsoft steht Kompatibilität über allem. Es könnte ja noch einen Anwender geben, der seine alte Windows 95 Anwendung benutzen will.

Während bei Apple mit voranschreitender Zeit immer mehr Komplexität entfernt wird und man auch kein Problem damit hat, alte Funktionen in den Ruhestand zu schicken, setzt Microsoft auf Bekanntes. iOS beispielsweise hat keinen Datei-Manager. Der Benutzer soll sich in Zukunft nicht mehr darum kümmern müssen, wo seine Dokumente gespeichert sind. Ähnliche Schritte in diese Richtung kann man auch in OS X Lion sehen.
Aber vielleicht war genau diese nun entstandene Diskussion der Grund für Microsofts Posting über den Windows Explorer. Windows 8 ist noch weit entfernt davon im Ladenregal zu stehen. Bis zur finalen Version haben die Entwickler also noch viel Zeit, ihre aktuellen Ideen zu “verfeinern”.
