Es gibt Produkte, die rufen in uns automatisch ein Lächeln, gleichzeitig aber auch ein leichtes Stirnrunzeln hervor. Zweifellos gehört in diese Kategorie der speziellen Gadgets die Genius Ring Mouse* – ein Mini-Touchpad, getragen am Zeigefinger. macnews.de hatte die Gelegenheit, den außergewöhnlichen Mausersatz zu testen.

Mausersatz am Zeigefinger

Alternativen zur traditionellen Maus existieren in mannigfaltiger Weise am Markt, speziell wir Mac-User sind insbesondere durch Apples Magic Mouse und das Magic Trackpad verwöhnt. Und doch vermag die Genius Ring Mouse uns mit einer so andersartigen Bedienung zu überraschen. Einem Ring gleicht steckt man sich das Mini-Touchpad an den Zeigefinger, die Steuerung erfolgt dann mit dem Daumen. Ob dies praktikabel ist, klären wir noch im Laufe des Testberichts. Zunächst aber schauen wir uns die Hardware näher an.

Das schwarze Plastikgehäuse ist sauber und ordentlich verarbeitet, lässt aber dennoch die Wertigkeit und Eleganz eines klassischen Fingerschmucks vermissen. Halt findet die Konstruktion durch ein rückseitig angebrachtes Gummiband – sowohl die dicken Wurstfinger des Autors, als auch zierliche Ausführungen des „digitus“ bereiten der Genius Ring Mouse keinerlei Probleme.

Die Ring Mouse wird über einem integrierten, nicht wechselbaren Lithium-Ionen-Akku mit Strom gespeist. Zur Ausdauer können wir aufgrund des kurzen Aufenthaltes der Ring Mouse in den Redaktionsräumen leider keine Aussage machen, dennoch vermuten wir bei normaler Nutzung eine Kapazität für mehrere Tage. Ein An/Ausschalter zur Steuerung des Stromverbrauchs ist vorhanden. Geladen wird per USB – ein passendes Kabel liegt bei. Apropos: Dieses lässt sich platzsparend zusammenrollen. Ein separates Netzteil befindet sich nicht im Lieferumfang.

Die Genius Ring Mouse verfügt über ein winziges Touchpad, dass gleichzeitig auch als Maustaste gedrückt werden kann. Ferner befinden sich zwei weitere Tasten darunter angeordnet. Anschluss findet der kabellose Mausersatz über eine standardisierte 2,4-GHz-Funkverbindung. Ein klitzekleiner Dongle in Pico-Größe liegt bei. Erwähnenswert: Ring Mouse, USB-Kabel und der Dongle werden in einer kleinen Transporttasche verstaut – sehr löblich.

Funktioniert auch am Mac
Verlässt sich der Anwender alleinig auf die Aussage des Herstellers, scheidet demnach der Einsatz am Mac aus. Schließlich werden nur die verschiedenen Windows-Versionen (7/Vista/XP) als kompatibel erachtet. Damit wollten wir uns aber nicht zufriedengeben und wagten den Test. Siehe da, auch der Mac versteht sich mit der Genius Ring Mouse. Zwar erkennt Mac OS X den kleinen Fingernager zunächst als vermeintliche Tastatur und möchte uns eine Identifikation über den im System integrierten Assistenten aufdrängen, doch dieses Eingabefenster ist schnell weggeklickt und die Ring Mouse einsatzbereit.

Eine Einschränkung gibt es dennoch: Die Fingermaus kann nur im Standardmodus verwendet werden. Unter Windows ist es ferner möglich, der Ring Mouse über eine spezielle Software noch zwei weitere Modi zuzuweisen (Mediacenter- und Powerpoint-Steuerung). Am Mac lassen sich diese also beispielsweise nur unter Bootcamp nutzen. Doch Vorsicht: Bei der beiliegenden CD handelt es sich um eine Mini-CD, deren Einsatz sich mit Slot-In-Laufwerken verbietet. Besser der Anwender lädt sich die Software daher von der Herstellerseite.

Praxiserfahrung
Aufgrund des kleinen Touchpads und der Daumensteuerung erfordert die Bedienung etwas Übung um die gewünschte Präzision zu erreichen. Tipp: Die Reduzierung der Mauszeiger-Geschwindigkeit ist dabei sehr hilfreich. Die linke Maustaste befindet sich ebenso im Touchpad, dass sich drücken lässt. Doch kann man auch in Dokumenten oder Webseiten scrollen?

Man kann, der Hersteller hat sich hierfür eine Besonderheit einfallen lassen: Der Anwender drückt kurzerhand die linke, untere Taste. Somit wird der Cursor fixiert und man kann mittels Touchpad scrollen – sehr clever. Die Funktion der rechten Maustaste für Kontextmenüs übernimmt der danebenliegend angeordnete Button.

Im täglichen Einsatz empfiehlt sich die Genius Ring Mouse als dezenter Klicker für die Steuerung von Keynote oder Powerpoint und/oder zur Maussteuerung ohne feste Unterlage – beispielsweise auf der Couch. Die gleichzeitige Nutzung eines Apple Wireless Keyboard schließt sich nicht aus. Eine gute Lösung für einen Mac mini der als Media-Center am TV oder Beamer zum Einsatz kommt.

Vorteile:
+ funktioniert entgegengesetzt der Herstelleraussage auch am Mac
+ geeignet für Rechts- und Linkshänder
+ Scrollfunktion
+ Lieferumfang

Nachteile:
– Steuerung etwas gewöhnungsbedürftig
– Software nur für Windows

Fazit

Mit Sicherheit schaut die Genius Ring Mouse recht „nerdig“ aus, ist aber dennoch überraschend praktikabel. Besonders herauszustellen ist die Scrollfunktion, die uns im Test überzeugte. Einem Steve Jobs mag sie vielleicht nicht gefallen, „The Woz“ hätte als Gadget-Liebhaber aber sicherlich gefallen am schmucken Ringnager.

Alternativen
In der Art unbekannt, doch folgende, von macnews.de bereits getestete Tastatur-Maus-Kombinationen ermöglichen ebenso eine Bedienung ohne feste Unterlage:

KeySonic KSK-3201 MacBT
Twelve South MagicWand
(zusammen mit Apple Wireless Keyboard und Magic Trackpad)
eLive Micro Tastatur

Genius Ring Mouse
Hersteller: Genius
Preis: circa 40 Euro*

macnews.de-Wertung: 3,5 von 5 Sternen

Für die Bereitstellung des Testgerätes bedanken wir uns recht herzlich bei Cyberport*.

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