Tablets im Vergleich: Die iPad-Konkurrenten kommen

Rifkin Zaroc

Das iPad ist noch kein Jahr alt und die erste Euphorie vorüber. Langsam breiten die Wettbewerber ihre Tablet-Versionen in den Läden aus. Diese sind in vieler Hinsicht anders, bieten meistens mehr, müssen jedoch dem Pionier das Wasser reichen können. Wir schauen uns das Umfeld an und fragen nach den Möglichkeiten zum Anschluss an den Mac.

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Mehr als 3 Jahre ist es nun her, dass die erste Generation von iPod touch und iPhone in der mobilen Multimediawelt das Zeitalter der finger-bedienbaren Touchscreens eingeleitet hat. Während die Konkurrenz mit wenig intuitiven Bedienkonzepten, fehlender Performance und schlecht angepasster Software zu kämpfen hatte, verdiente Apple bereits kräftig und sicherte sich eine bis jetzt stabile Markposition. Bis heute laufen alle großen Hersteller dem Erfolg von iPhone und iPod touch hinterher. Vielleicht merkten sie deswegen zu spät, dass Apple mit dem iPad bereits den nächsten Trendsetter entwickelte. Denn spätestens seit dem iPod touch war klar, dass sich dieser miniaturisierte, digitale Notizblock und Taschenspieler in seinen Maßen auch wieder vergrößern lässt.

Tablet und Touchscreen

Dabei sind flache, über Touchscreen zu bedienende Computer nichts Neues. Anders als Apple haben die meisten Hardware-Hersteller seit langem Notebooks im Angebot, bei denen das Display gedreht und so umgeklappt werden kann, dass die Tastatur darunter verschwindet. Der Touchscreen wird bei diesen Geräten jedoch in erster Linie mit einem Stift bedient, Oberfläche und Buttons sind dafür jedoch nur wenig optimiert. Einzig Hersteller Axiotron bietet seit 2007 ein modifiziertes MacBook an (“ModBook”), das 2009 für 2246 Euro bei mStore erhältlich war und wie seine Windows Pendants sogar eine Handschrifterkennung bietet.

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Bei diesem ersten Tablet-Mac ersetzt das eingebaute Wacom-Grafiktablet jedoch die Tastatur. Gegenwärtig wird in den Online-Shops der deutschen Mac-Händler das ModBook nicht angeboten. Noch etwas zum Begriff: Tablet-Computer sollen sich seit der Erfindung des iPad definintionsgemäß von Tablet-PC darin unterscheiden, dass erstere mit Finger oder Stift über das berührungsempfindliche Display bedienbar sind, da sie keine Tastatur besitzen, während letztere vollwertige Notebook-Rechner mit Tastatur und Touchscreen sind. Vielfach werden beide Begriffe jedoch synonym verwendet, meist ist verkürzt von einem “Tablet” die Rede.

Welches Mainboard habe ich? Motherboard herausfinden!

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Finger statt Stift

Mit dem iPad setzt Apple seit Anfang 2010 auf ein Gerät, das keine spürbare Tastatur besitzt und kleiner und leichter als ein Notebook, aber größer und komfortabler als ein Handy ist. Der Touchscreen ist vollkommen auf die Bedienung mit den Fingern ausgerichtet, Stifte funktionieren nur mit einem breiten, fingerkuppen-ähnlichen Kopf, der elektrisch leitfähig ist. Im Januar 2010 stellte Steve Jobs das iPad vor. Von den Wettbewerbern kam zunächst außer Häme wenig, bis auf eine gewisse Anerkennung, dass Apple damit einen neuen Markt eröffnet hätte – nicht nur für Hard- und Software-Hersteller, sondern auch für Medienanbieter. Mittlerweile sind die ersten Tablet-Computer ohne Apfel-Logo im Handel verfügbar. Können sie dem iPad das Wasser reichen oder nutzen sie vielleicht sogar die Schwächen des iPads, um Apple den Rang abzulaufen? Wir werfen einen Blick auf aktuelle Konkurrenten und auf ihre Mac-Kompatibilität.

iPad Schwächen…

Zieht man ein Tablet jenseits des iPads in Erwägung, richtet sich der Blick auf die Schwächen des iPad. Schließlich könnten diese hinreichende Gründe liefern, um sich außerhalb des Apple-Geräteparks für einen Tablet-Computer eines anderen Herstellers zu entscheiden. Dabei sind zunächst, wie häufig bei Apple-Geräten der ersten Generation, einige Hardware-Schwächen festzustellen: Das iPad besitzt keine Kamera Videochats sind also nicht möglich. Wie beim iPhone gibt es auch hier keinen MicroSD-Slot, der verbaute Speicher ist nicht erweiterbar. USB-Sticks sind nicht anschließbar, was den Datenaustausch mit Fremdrechnern erschwert.

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Aber auch bei der Software gibt es Mankos: Auf dem iPad können Programme wie auf iPhone und iPod touch nur über den App Store installiert werden. Apple verzichtet auf eine Flash Unterstützung, was angesichts des populärer werdenden HTML 5 langfristig sinnvoll erscheint, jedoch bei einem Gerät, mit dem viel gesurft wird, aktuell noch sehr frustrierend sein kann.

... und die Folgen

Mögen diese Schwächen für viele Anwender nur kleine Schönheitsfehler sein, so sorgen sie bei manchen doch dafür, dass das iPad nicht zweckmäßig ist. Wer häufig unterwegs ist und mit der Familie daheim kommunizieren will, wird sich möglicherweise über die fehlende Kamera ärgern.

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Stören kann man sich auch an iTunes – nicht weil es selbst eine Schwachstelle ist, sondern weil Apple iPad Nutzer dazu zwingt, jeglichen Datenaustausch über iTunes zu regeln. Das kann schwierig sein, da sich iTunes nicht problemlos mit mehreren Rechner synchronisieren lässt. Mit Computern ohne iTunes kann man Daten überhaupt nicht austauschen. Schon die Kleinigkeit, ein paar PDFs zum Lesen von der Arbeits- oder Studienstelle mitzunehmen, wo iTunes nicht installiert ist, ist nur umständlich dadurch möglich, sich selbst eine E-Mail mit Anhang an das iPad zu schicken.

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