Firefox 42 - Mehr Sicherheit und endlich 64 Bit!

Marco Kratzenberg
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Für die meisten dürfte die Firefoxversion 42 eine Überraschung sein. Denn neben noch mehr Sicherheit gibt es endlich auch die heißgewünschte 64-Bit-Ausgabe des beliebtesten Browsers. Es gehen aber auch Bereiche verloren...

Firefox 42 - Mehr Sicherheit und endlich 64 Bit!

Mozilla Firefox 42 in 64 Bit – endlich! Angesichts der Tatsache, dass die meisten von uns mittlerweile ein 64-Bit-Betriebssystem nutzen, wurde diese Neuerung auch langsam Zeit. Wenn das vielleicht auch nicht unbedingt mehr Geschwindigkeit verspricht, dann doch immerhin eine höhere Stabilität. Hänger und Firefox-Abstürze dürften noch einmal deutlich zurückgehen. Derzeit findet man die 64-Bitversion des Firefox 42 nur, wenn man auf den Mozilla-FTP-Servern sucht. Doch wir bieten sie zum Download an. Was es sonst noch an Neuerungen gibt, erläutern wir Euch hier.

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Firefox privater Modus Video

Firefox 42 schmeißt die NPAPI-Plugins raus!

Schon in der Vorversion von Firefox 42 wurde deutlich, dass Mozilla die Zügel hinsichtlich der Pluginsicherheit deutlich anzieht. Nicht zertifizierte Plugins werden deutlich als möglicherweise unsicher gekennzeichnet und sollen irgendwann komplett gesperrt werden. Der Umgang mit Plugins wie dem Flashplayer wurde ja immer wieder mal geändert, bis hin zu deutlichen Warnungen vor Flash. Jetzt aber macht Mozilla Ernst und lässt keine der NPAPI-Plugins (Netscape Plugin API) mehr zu. Die einzige Ausnahme bildet gerade ebendieser Flashplayer. Doch man arbeitet zusammen mit Adobe mit Hochdruck daran, auch hier eine neue Schnittstelle zu nutzen.

Doch was bedeutet das für uns? Was sind denn diese NPAPI-Plugins und wofür braucht man sie? Zwei prominente Beispiele solcher Plugins sind Java und Silverlight. Sie werden zur Darstellung von multimedialen Inhalten gebraucht und führen Programmcode aus, der in speziellen Programmiersprachen geschrieben wurde – ähnlich Flash. Das Risiko liegt darin, dass man nicht automatisch jedem Silverlight- oder Javainhalt trauen kann. Und da diese Anwendungen generell sehr viele Genehmigungen durch den Browser einfordern, stellen sie ein Sicherheitsrisiko dar. Also werden ab Firefox 42 solche Plugins kurzerhand deaktiviert.

Was das für uns bedeutet? Ganz einfach, entsprechende Webseiten werden nicht mehr funktionieren, nachdem man auf Firefox 42 umgestiegen ist. Wegen der andauernden Sicherheitswarnungen hatten viele von uns Java ja ohnehin schon deaktiviert und extrem selten Probleme mit dieser Entscheidung gehabt. Aber durch die Deaktivierung von Silverlight werden so mache Seiten nun schnell reagieren müssen. Denn Dienste wie zum Beispiel Amazon Instant Video setzen zum Anzeigen der Onlinefilme auf Silverlight. Da ist nach einem Umstieg derzeit nichts mehr auf dem PC-Monitor zu sehen. Eine Umstellung zu Flash gibt es nicht. Amazon arbeitet an einer Umstellung der Webseite auf die HTML5-Darstellung und bis dahin muss man die Filme auf dem PC mit MSIE oder Chrome streamen.

„Porno-Modus“ auf dem Smartphone: Surfe sicher und sauber im Web

Firefox 42 hat einen Knopf zum Stummschalten!

Was bisher nur durch kleine Plugins wie den Firefox-Muter möglich war, hat Mozilla jetzt in den neuen Browser fest eingebaut. Mit einem Klick können wir nun für jeden einzelnen Tab die Lautstärke auf Null schalten oder sie wieder aktivieren.

Sobald der Browser auf einer Seite eine mögliche Geräuschquelle entdeckt, taucht oben im Browser-Tab ein kleines Lautsprechericon auf. Mit einem Klick können wir dort die Soundwiedergabe an- oder ausschalten. Das ändert nichts an der Videowiedergabe oder anderen Soundquellen. Nur der Ton wird abgeschaltet.

Firefox 42 noch sicherer im Privaten Modus

Das Private Surfen lässt sich auch im Firefox 42 problemlos mit der Tastenkombination Strg + Umschalttaste + P aufrufen. Doch die Begrüßungsseite hat sich geändert. Nun sieht man noch deutlicher, dass man in den Privatmodus umgeschaltet hat. Und man sieht auch, dass etwas anderes neu hinzugekommen ist.

Aktivitätenverfolgung nennt Mozilla es, wenn man auf Webseiten von Werbebannern und Schnüffelskripten bespitzelt wird. Das Private Surfen soll solche Seiteninhalte nun blockieren und dadurch dafür sorgen, dass wir noch weniger Spuren im Internet hinterlassen.

Was das bedeutet, wird uns in einer ersten Führung auch verdeutlicht. Sieht man oben in der Adresszeile von Firefox 42 während des Privaten Surfens ein kleines Schild, dann blockiert der Browser gerade Seitenelemente, mit denen unser Surfverhalten protokolliert werden kann. Diese Elemente werden ausgeblendet und sind nicht mehr zu sehen. Das betrifft beispielsweise Werbebanner, die bei uns Cookies auf die Festplatte pflanzen, die auf der nächsten Webseite wieder ausgelesen werden, um uns passende Werbung zu präsentieren. Das klingt erst einmal nicht so schlimm, bedeutet aber im Umkehrschluss, dass dieser Anbieter eine Spur unserer Seitenabrufe im Netz aufzeichnet. Damit mach Firefox jetzt Schluss. Sollte man feststellen, dass dadurch erwünschte Elemente fehlen, kann dieser Schutz deaktiviert werden. Dazu muss man lediglich auf den Schutzschild klicken und kann den “Schutz für diese Sitzung deaktivieren”.

Weitere Neuerungen im Firefox 42

Firefox konnte schon immer Daten wie etwa Favoriten oder Cookies aus anderen Browsern importieren. Firefox 42 unterstützt dazu jetzt auch Microsoft Edge. Bei Chrome bzw. Chromium kann der Browser sogar Passwörter importieren.

Auch der Passwortmanager wurde aufgebohrt. Nun kann man im Anmeldefeld einer Webseite mit der rechten Maustaste das Kontextmenü aufrufen und sich dort unter “Passwort einfügen” die gespeicherten Anmeldedaten zu dieser Seite anzeigen lassen oder ebendiese einfügen.

Weitere Themen: Mozilla Firefox, ShowIP, Mozilla Foundation

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