Firefox für Android 6: Betaversion zum Download verfügbar

Frank Ritter
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Der Firefox fristet unter Android noch ein Nischendasein. Gängige Vorwürfe: Zu langsam, zu schwergängig, zu fehlerbelastet, zu ressourcenintensiv. Aus diesen Gründen — ob sie stimmen, sei mal dahingestellt — konnte der Android-Firefox bis dato nicht viele Fans gewinnen. Dabei weiß er mit einigen innovativen Funktionen zu glänzen. Nun ist, zeitgleich zur Desktop-Version, die erste Betaversion von Firefox 6 für Android erschienen.

Firefox für Android 6: Betaversion zum Download verfügbar

Der Standard-Browser von Android ist nicht schlecht, aber andere Browser bieten deutlich mehr Funktionen, mehr Geschwindigkeit und bessere Performance. Geht man von der Zahl der Reviews und Installationen im Android Market aus, ist der Firefox unter Android aber deutlich weniger zugstark als die Konkurrenz der Alternativbrowser, vor allem Dolphin HD und Opera Mini/Mobile. Das mag daran liegen, dass der Browser in den ersten Alpha- und Beta-Versionen alles andere als überzeugen konnte. Und die neueste Beta-Version? Das Changelog listet Verbesserungen in der Grafikdarstellung, Verbesserungen in der Darstellung unter Gingerbread und Honeycomb, einen schnelleren Programmstart und weitere Performanceoptimierungen. Wie wirkt sich das in der Praxis aus?

firefox-android

Ich gebe frank und frei zu, dass ich Firefox unter Android zuletzt vor einem halben Jahr getestet hatte. Umso deutlicher sollte ich die Unterschiede merken. Also: Schnell die Firefox-Beta installiert und ein bisschen getestet. Und es hat sich etwas getan. Was man festhalten kann: Firefox 6 unter Android ist grundsätzlich benutzbar. Das heißt: Der Browser startet signifikant schneller, zeigt Webseiten schnell an, frisst nicht mehr so viel Speicher wie früher, auch ist der Text bei kleineren Schriftarten lesbar geworden. Beim längeren Herumsurfen hat sich einiges zum Besseren gewendet: Bei mehreren geöffneten Tabs und komplex aufgebauten Seiten lässt der Firefox nicht mehr so deutliche Performance-Lücken klaffen.

firefox-android-splashscreen

Firefox besitzt zudem als Alleinstellungsmerkmal Firefox Sync. Über ein Konto bei Mozilla (oder auch einem eigenen Server) werden sämtliche Bookmarks, gespeicherten Passwörter, Surfhistorien und so weiter auf einem Stand gehalten. Ebenfalls cool: Wenn man vom eigentlichen Browserinhalt nach links slidet, kommt man in die Tabverwaltung. Beim Sliden nach rechts sieht man die üblichen “Vor”- und “Zurück-Steuerelemente im Browser. Auch wenn man das aus anderen Mobil-Browsern kennt, insbesondere Dolphin HD, sind diese Funktionen in Firefox 6 sehr gut implementiert. Ein weiterer Pluspunkt ist die Reaktionszeit des Firefox auf Eingaben. Zwischen Berührung des Bildschirms und Reaktion der App vergeht deutlich weniger Zeit als im Standardbrowser.

Ich selbst würde Firefox jedoch auch in der 6er-Version nicht dauerhaft verwenden. Warum? Das liegt an ein paar nervtötenden Eigenschaften, die der Browser besitzt und ihn für mich persönlich zur surftechnischen No-Go-Area macht.

  • Nach dem Laden einer Seite wird deren Titel statt der URL in der URL-Zeile angezeigt.
  • Standardmäßig ist eine Seite, die man aufruft, vollständig herausgezoomt.
  • Pinch & Zoom funktioniert viel zu träge. Ich muss auf manchen Seiten zwei- bis dreimal Daumen und Zeigefinger auseinanderziehen, bis der Text eine lesbare Schriftgröße angenommen hat.
  • Das Zoomen per Doppeltap funktioniert auch noch nicht richtig. Wenn man auf Text doppelt tappt, wird dieser in anderen Browsern auf eine lesbare Größe gezoomt. Firefox zoomt zwar hinein, aber die Textgröße ist dann oft trotzdem noch zu klein, die Seite sieht mitunter “zerschossen” aus. Ein weiterer Doppeltap zoomt wieder hinaus statt weiter hinein, was ebenfalls nervt.
  • Der Splashscreen. Ich bin Chrome-verwöhnt und möchte, dass mein Browser schnell startet. Eine Fancy-Startgrafik wirkt sich auf das Sofort-Da-Gefühl gleich doppelt negativ aus: Sowohl auf die tatsächliche Startgeschwindigkeit — eine unnütze Grafik mehr, die geladen wird — als auch psychologisch — der Splashscreen ist eine Art gefühlter Schlagbaum, der erstmal geöffnet werden muss, bevor die eigentliche Anwendung startet.

firefox zoomprobleme

Die Zoomprobleme des Firefox: Links androidnews in der Desktop-Variante. Bei ersten Aufruf ist jede Seit komplett herausgezoomt und damit unlesbar. Rechts: Nach einem Doppeltap in einem XDA-Subforum ist die Darstellung kaputt (Einstellung “Text nach dem Zoomen neu formatieren” aktiviert)

Das sind freilich Dinge, die möglicherweise nur ich persönlich als ärgerlich empfinde. Eure Meinung zur neuen Firefox-Beta? Ab in die Kommentare damit!

Download Firefox 6 Beta: Market | AppBrain

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Weitere Themen: Android, Mozilla Foundation

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