Firefox 7 - Mozilla präsentiert den nächsten Meilenstein des Browsers

Holger Blessenohl
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Früher umschrieb man als Journalist den Mozilla Firefox auch gerne mal als Alternativ-Browser, um anzudeuten, dass es auch noch Alternativen zum Internet Explorer gab. Von diesen Zeiten ist der Firefox inzwischen weit entfernt, auch wenn manche Nostalgiker den mitunter sogar zum Marktführer ausgerufenen Browser immer noch so nennen. Alternativen machen heute eher die anderen, der Firefox gilt hingegen nicht mehr als der schnellste. Das möchte Mozilla mit dem neuen Firefox 7 ändern.

Firefox 7 - Mozilla präsentiert den nächsten Meilenstein des Browsers

Keine weltbewegenden Änderungen für den User also, oder doch?! Zumindest keine Änderungen, die man einfach so sehen könnte wie ein neues Design oder fehlende beziehungsweise neue Menüleisten. An der GUI haben die Entwickler diesmal nicht gewerkelt, sondern an der darunter liegenden Engine. Das Ziel war ein schnellerer Browser. Das will man vor allem mit einer besseren Speicherverwaltung erreichen.

Das neue Modul nennt sich MemShrink und soll den vor allem durch geöffnete Tabs genutzten Speicher deutlich um 20-50% reduzieren. Werden Tabs wieder geschlossen, soll der so freiwerdende RAM sofort wieder freigegeben werden. Wer wissen will, wie viel Speicher sein Firefox gerade braucht, gibt in der Adresszeile “about:memory” ein und bekommt eine Auflistung. Den Speicherverbrauch kann man dann unten mit dem Button “Minimize memory usage” minimieren, das sollte Firefox 7 aber eigentlich schon automatisch machen. Bei uns hat das im Schnelltest auch funktioniert, der angezeigte verbrauchte Speicher ist um etwas mehr als 10 MB zurückgegangen, nachdem wir drei von sechs Tabs geschlossen hatten. Nachdem wir zwei weitere Tabs geschlossen hatten, sind noch mal 25 MB freigegeben worden. Auf die Art kann man dann also auch mal sehen, welche Webseiten am speicherhungrigsten sind.

Einen schnelleren Seitenaufbau versprechen sich die Mozilla-Entwickler durch die neue 2D-Grafik-API Azure, die zumindest in einigen Fällen eine schnellere Darstellung ermöglichen soll. Azure gibt es bislang allerdings nur in der Windows-Version des Firefox, Mac- und Linux-User müssen sich noch etwas gedulden.

Eine weitere Verbesserung betrifft den hauseigenen Synchronisierungsdienst Sync. Damit können geräteübergreifend Lesezeichen, Passwörter, etc. abgeglichen werden. Bislang hat Firefox Sync aber nur in regelmäßigen Zeitabständen die Daten auf die Firefox-Sync-Server geladen. Ab Firefox 7 werden alle Synchronisationsvorgänge jetzt in Echtzeit durchgeführt, d.h. sobald ich ein neues Lesezeichen anlege, wird dieses auch gleich mit Sync abgeglichen und steht mir sofort auf allen anderen Geräten zur Verfügung.

Wer bereits einen Firefox installiert hat, muss diesen einfach starten und abwarten. Firefox lädt das Update selbstständig herunter und beginnt mit der Installation (sofern man dies nicht in den Einstellungen unter “Erweitert – Update” deaktiviert hat). Alle anderen können sich den neuen Firefox 7 Final hier downloaden (Windows-Version).

Update vom 30.09.2011:

Mozilla hatte gestern kurzfristig das Update beim Firefox 7 und auch für den ebenfalls auf der Gecko-Engine basierenden Thunderbird 7 wegen eines Bugs ausgesetzt, der auf einigen Rechnern dazu führte, dass einzelne oder auch alle Addons nach dem Neustart scheinbar verschwunden waren. Firefox hat inzwischen eine gefixte Version 7.01 nachgeschoben. Unsere Verlinkung oben haben wir entsprechend angepasst.

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