Firefox Geschichte: Der Feuerfuchs lernt laufen

Martin Maciej

Dank seiner vielen Funktionen, regelmäßigen Updates und der leicht zu handhabenden Benutzeroberfläche ist der Mozilla Firefox Download ein Must-Have für jedes PC-System. Obwohl Firefox offiziell erst 2004 erschienen ist, reicht die Entwicklungsgeschichte des Browsers bis in die frühen 90er-Jahre zurück. Mit seinen Anfängen als „Phoenix“, über das kurzweilige Dasein als „Firebird“ bis zur heute favorisierten Browseralternative ist Firefox inzwischen in 18 Versionen erschienen.

Firefox Geschichte Mosaic
Der NCSA Mosaic war einer der ersten Browser, der Nutzer durch die weite Welt des World Wide Web geleitet hat. Basierend auf dem Mosaic-Quellcode erschien der Netscape Navigator, welcher intern als „Mosaic Killer“ bezeichnet wurde. Auf diese Bezeichnung ist auch der heutige Name des Firefox-Entwicklers, der Mozilla Foundation zurückzuführen.

In der Blühphase des Internets für den privaten Gebrauch in der zweiten Hälfte der 90er Jahre war der Navigator vor Microsofts Internet Explorer zeitweise der verbreitetste Browser. Erst als Microsoft den Internet Explorer als Standardbrowser in jede Windows-Installation integriert hat, wurde die Vormachtstellung gebrochen. Nach dem der Netscape Navigator anfing, in die Bedeutungslosigkeit zu rutschen, wurde der Quellcode des Browsers 1998 unter der Bezeichnung „Mozilla Open Source“ veröffentlicht. Basierend darauf wurde der Code verändert und mit der „Gecko Layout Engine“ als HTML-Rendering-Engine ausgestattet. Gecko wird bis heute von Firefox zur Darstellung von Webseiten verwendet.

Mozilla Application Suite, Phoenix und Firebird – Geschichte der Firefox-Namen

Die daraus resultierende „Mozilla Application Suite“ beinhaltete neben der Browser-Funktion noch ein E-Mail-Programm, eine Kalenderfunktion und zusätzliche Tools. In der Folge wollten die Entwickler Dave Hyatt und Blake Ross eine abgespeckte Version ausarbeiten, die sich lediglich auf die Browserfunktionen beschränkt. Der Kalender wurde von Mozilla unter Sunbird weitergeführt und letzten Endes in Thunderbird integriert, welches bis heute das E-Mail-Programm des Mozilla-Projekts darstellt.

Am 23. September 2002 erschien der Browser Phoenix in der Version 0.1. Diese Version stellt die Geburtsstunde und das Fundament in der Geschichte des Mozilla Firefox Browsers dar, welcher sich über die Jahre mit vielen Updates aus der Belanglosigkeit zu einer der beliebtesten Alternativen für das Surfen im Internet entwickelt hat. Diese erste Browserfassung besaß bereits eine anpassbare Symbolleiste. Zudem können beliebte Links als Lesezeichen in der Chronik sortiert werden. In weiteren Versionen von Phoenix wurde ein Pop-up-Blocker integriert, sowie die Geschwindigkeit und Stabilität des Browsers verbessert.

Firefox Phoenix

2003 musste der Name „Phoenix“ im Zuge eines Rechtestreits mit dem BIOS-Entwickler „Phoenix Technologies“ abgegeben werden. Der Browser trug mit der Version 0.6 vom 17. Mai 2003 fortan die Bezeichnung „Firebird“. Von Mozilla Firebird erschienen zwei Versionen, in welchen ein neues Standardtheme in den Browser eingerichtet wurde. Darüber hinaus beinhaltete Firebird weitere kleinere Verbesserungen, z. B.  für Lesezeichen und bei der Darstellung von Bildern. Mit Firebird kamen nun auch Mac OS X-Nutzer in den Genuss des Browsers.

Der Name „Firebird“ musste nach zwei Updates erneut wegen eines Namensstreits abgegeben werden, da dieses Mal bereits ein gleichnamiges Open-Source-Projekt existierte.

Firefox Logo Ursprung
Der Browser bekommt seinen Namen

Mit der Version 0.8 wurde der Browser „Firefox“ getauft. Diese neue Bezeichnung bewahrte einerseits noch die Nähe zum alten Namen und war

darüber hinaus noch nicht als Markenname registriert. Namensgeber für den Browser war der Rotfuchs. Der Designer des Logos, Daniel Burka, gab auf seinem Twitter-Account bekannt, dabei von einer Rotfuchszeichnung in seiner eigenen Kinderbibel inspiriert worden zu sein.

Browser-Virus entfernen: So geht es komplett und sicher GIGA Bilderstrecke Browser-Virus entfernen: So geht es komplett und sicher

Geschichte der Firefox Versionen

Am 9. Februar 2004 erschien die erste Firefox Versionmit dem bis heute bekannten Namen, welche u. a. den Download Manager und die Lesezeichen verbesserte. Zudem konnte der Browser nun auch ohne Internetverbindung verwendet werden.

 

Im September 2004 setzte sich der Hersteller das Ziel, eine Millionen Downloads in zehn Tagen zu generieren. Obwohl es sich bei der Version 0.10 nur um eine öffentliche Vorschauversion zu Testzwecken handelte, wurde das Ziel bereits binnen vier Tagen erreicht. Mit Erscheinen derVersion 1.0 am 9. November 2004 wurde diese Marke sogar bereits innerhalb des ersten Veröffentlichungstages erreicht. Dieses Update führte erstmalig die Unterstützung von RSS-Feeds ein, welche Benutzer des Browsers über aktuelle News und Blogeinträge in Form von dynamischen Lesezeichen informieren.  Mit dieser Version gab es auch die ersten offiziellen Lokalisierungen von Firefox. Mittlerweile ist Mozilla Firefox in über 80 Sprachen erhältlich.

Das nächste öffentliche Release des Browsers am 29. November 2005 trug die BezeichnungFirefox 1.5. Mit der Version folgte die Implementierung von SVG zur Beschreibung von Vektorgrafiken und Canvas zur verbesserten Darstellung von Webseiten. Weiterhin wurden die Funktionen „Private Daten löschen“ und „Fehlerhafte Website melden“ eingeführt und die Navigation verbessert. Einzelne Tabs können nun per Drag & Drop im Browserfenster verschoben werden.

Firefox 2.0 erschien am 24. Oktober 2006. 24 Stunden nach Bereitstellung des Downloads wurde die Version bereits zwei Millionen Mal heruntergeladen. Der Browser wurde u. A. mit einem Phishing-Schutz und einer Rechtschreibprüfung für Webformulare erweitert. Außerdem kann die Browsersitzung ab dieser Version nach einem Absturz wiederhergestellt werden. Neben der Überarbeitung weiterer Funktionen wurden Usern erstmalig in der Geschichte von Firefox auch automatische Suchvorschläge durch Firefox präsentiert.

Zum Release der Version 3.0 von Firefox am 17. Juni 2008 rief Mozilla zum „Download Day“ auf, um die Veröffentlichung zu promoten und sich von anderen Browserherstellern abzusetzen. Im Zuge des Download Days wurde Firefox über acht Millionen Mal innerhalb von 24 Stunden heruntergeladen, was bis heute mit einem Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde belohnt wird. Seit dieser Version lassen sich Sitzungen komplett speichern und bei Neustart wiederherstellen. Die Benutzeroberfläche wurde optimiert, so dass die Adresszeile nun schnellere und bessere Vorschläge während der Eingabe bot. Zudem wurden der Download-Manager und die Verwendung von JavaScript optimiert.

Firefox Download Day

Firefox 3.5 verbesserte unter anderem die Unterstützung von CSS und HTML5 und integrierte mit dieser Version auch das standortbezogenes Browsen, wodurch der Browser geographisch angepasste Internetangebote in der Nähe anzeigen lassen kann.

Mit Firefox 3.6 verkürzte Firefox erstmals die Abstände zwischen Updates. Nun erschienen diese nicht mehr einmal pro Jahr, sondern halbjährlich. Mit dieser Version wurden erstmals in der Firefox Geschichte die bis heute beliebten Personas eingeführt, mit denen sich das Erscheinungsbild des Browsers unkompliziert durch Hintergrundbilder verändert lässt. Durch die Erweiterung der DOM- und HTML5-Spezifikationen konnten Webseiten zudem interaktiver bedient werden. Auch kann man Videos ab dieser Version im Vollbild-Modus bestaunen.

Firefox Button

Firefox Version 4 des beliebten Browsers wurde der Öffentlichkeit am 22. März 2011 zugänglich gemacht. Zu den Performance- und Oberflächenverbesserungen, die mit jeder Version einhergehen, zeigt sich hier auch das erste Mal der Firefox-Button, welcher die Menüleiste ersetzt und die wichtigsten Funktionen und Menüs mit einem Klick beinhaltet. Die neueingeführte Hardwarebeschleunigung beschleunigt das Surfen im Netz. Der Add-on-Manager wird seit dieser Version nicht mehr in einem eigenen Fenster, sondern als Tab präsentiert. Zudem muss der Browser nach der Installation von Add-ons nicht mehr neugestartet werden, damit diese aktiv werden. Auch wird der Browser in Version 4 mit dem neuen „Firefox Sync“-Feature ausgestattet, mit welchem sich persönliche Daten wie Lesezeichen, Formulardaten und Tabs parallel auf mehreren Firefox-Installationen einrichten lassen.

Ab der Firefox Version 5 vom 21. Juni 2011 stellten die Entwickler den Update-Zyklus erneut um, diesmal auf den Rapid-Release-Process. Hierdurch erscheinen neue Versionen des Browsers in noch kürzeren Abständen, um z. B. kurzfristig Sicherheitslücken zu stopfen. Behebungen von Bugs und Sicherheitsaktualisierungen werden nicht mehr durch Zwischenupdates, sondern immer in der neuesten Version mitgeliefert. Auch diese Version enthielt erneut HTML5- und JavaScript-Optimierungen, um Webseiteninhalte schneller und schöner darstellen zu können.

Nur wenige Wochen darauf, Mitte August 2011 erblickt bereits Version 6 die virtuelle Welt. Diese Version verbesserte das Speicher- und Berechtigungsmanagement, wodurch man z. B. Webseiten die Freigaben persönlicher Daten einschränken kann und der Fuchs allgemein mit mehr Speed durch das Netz flitzt.

Einen Monat später folgte Firefox Version 7. Mit einer besseren Ressourcenverwaltung senkte diese Version die RAM-Auslastung des Systems, z. B. indem Tabs nach dem Schließen direkt aus dem Arbeitsspeicher entfernt werden. Mit der Integration der Grafikengine Azure wurde die Surfgeschwindigkeit angehoben. Persönliche Einstellungen durch Sync wurden bis zu dieser Version nur phasenweise abgeglichen. Die Übertragung der Daten mit Sync findet seit Firefox 7 nun direkt auf den Server statt.

Mit dem Release von Firefox 8 ließ sich Mozilla wieder ein wenig mehr Zeit. Das Update erschien sechs Wochen nach Version 7. Als Resonanz auf die kurzen Update-Intervalle führte Mozilla hier das „Silent Update“ ein, so dass der Update-Dialog und die Neuerungen nicht nach jedem Update sofort präsentiert werden. Eine bessere Add-on-Verwaltung sorgt dafür, dass Zusatzprogramme sich nicht mehr im Hintergrund einschleichen können. Auf Add-ons, die nicht direkt per Hand im Browser installiert wurden, wird der Benutzer nun im Browser durch eine Meldung aufmerksam gemacht.

Firefox 9 erschien wieder sechs Wochen später, kurz vor Weihnachten 2011. Hier wurden vor allem  die JavaScript-Engine und CSS-Funktionen verbessert.

Wiederrum einen Monat später steht am 31.01.2012 Firefox 10 bereit. Insbesondere wurde die Kompatibilität von Add-ons verbessert, welche nun auch direkt nach Firefox Updates größtenteils funktionieren sollten. Mit dem neu eingeführten Page Inspector können webversierte User HTML- und CSS-Elemente direkt im Browser untersuchen. Mozilla reagierte mit diesem Update auch auf Kritik von Unternehmen. Mit dem ESR („Extended Support Release“) müssen sich Unternehmen nun nicht mehr alle paar Wochen auf ein „neues Update einstellen“,  sondern erhalten große Veränderungen in bestimmten Zeitabständen in einem großen Update-Pack.

Firefox 11 feierte sein Release im März 2012. Ab dieser Version können Nutzer bequem von Google Chrome auf Firefox umsteigen und dabei Ihre privaten Daten in Firefox, wie Lesezeichen und Cookies importieren. Neben allgemeinen Verschönerungen und Performance-Verbesserungen wurde auch die Sync-Funktion erweitert.

Firefox 12 ließ wieder nur wenige Wochen auf sich warten und erschien im April 2012. Hier wurde die Silent Update-Funktion weiterentwickelt, so dass User Updates nicht mehr selbst durchführen müssen, sondern der Browser dies im Hintergrund durchführt. Erstmalig findet sich hier auch die Speed-Dial-Funktion, wo beliebte Webseiten in einem neuen mit Vorschaubild sowie einer Schnellzugriffsfunktion präsentiert werden. In dieser Version war diese Funktion zwar noch nicht direkt im Browser sichtbar, konnte jedoch per Hand über die erweiterten Einstellungen aktiviert werden.

Firefox Neuer Tab
In Firefox 13 vom 5. Juni 2012 war die Speedi-Dial Mini-Ansicht der beliebtesten Seiten gleich integriert. Dazu wurde die Perfomance des Browsers gesteigert, indem Tabs bei Start des Browsers erst bei der Anwahl geladen und inaktive Plugins nach kurzer Zeit automatisch geschlossen werden. Mit  dem Versionsupdate kann Firefox nun auch in den Anfangszustand zurückgesetzt werden, z. B. wenn der Browser nur noch eingeschränkt und fehlerhaft funktioniert, Erstmalig lassen sich Daten von Apples Safari-Browser importieren.

Firefox 14 vom Juli 2012 führt das „Inline Auto-Complete“ ein. Von nun an schlägt Firefox direkt bei der Eingabe von Zeichen in die Adressleiste die besten Seitentreffer vor, z. B. aus bereits besuchten Seiten.

Firefox 15 erblickt den Downloadmarkt am 28.August. Wieder gab es hier durch Optimierungen im Speicherverbrauch und des Add-ons-Managements Verbesserungen der Surf-Perfomance.

Im Update auf Firefox 16 vom Oktober 2012 wurde insbesondere Wert auf eine bessere Optik gelegt, z. B. durch eine Überarbeitung der Menüs. Durch die Verbesserung der „Garbage Collection“ wird belegter, aber nicht mehr verwendeter Platz im Arbeitsspeicher vom Browser wieder freigegeben. PDF-Dateien lassen sich von nun an im Browser ohne Extra-Plugin darstellen.

Die im November 2012 erschienene Firefox Version 17 wird um die Social-API erweitert, um etwa den Facebook-Messenger im Browser zu integrieren. Plugins, z. B. Flash und Java werden unter bestimmten Umständen nicht mehr automatisch gestartet, sondern erfordern erst eine Freigabe durch den Benutzer.

Firefox Version 17

Ausblick auf die weitere Firefox-Geschichte: Firefox Portable und Firefox Mobile

Das Update auf die neue Version, Firefox 18 ist für Anfang Januar geplant. Unter anderem sollen animierte Themes aus Perfomance-Gründen nicht mehr unterstützt werden, da diese das System arg verlangsamten. Hierfür arbeiten die Hersteller aber an einer Ersatzlösung. Der JIT-Compiler „Ionmonkey“ soll JavaScript-Inhalte beschleunigen. Zudem wird die HTML5-Unterstützung um weitere Funktionen bereichert. Damit Ihr Vergnügen mit dem Browser nicht getrübt wird, haben wir eine Vielzahl von Hilfestellungen zu allen erdenklichen Firefox-Themen rund um den Browser zusammengestellt.

Neben der Standard-Ausgabe von Firefox arbeiten die Entwickler an weiteren Fassungen des Browsers. Normalerweise setzt der Browser eine Installation auf dem Zielsystem voraus. Um einfacher rechnerübergreifend mit dem gleichen Profil zu arbeiten  gibt es mittlerweile den Firefox Portable Download. Diese Firefox Version kann direkt auf einem Wechseldatenträger, z. B. USB-Stick gestartet werden. Auf eigene Plugins, Themes oder Personas muss dabei nicht verzichtet werden. Private Dateien, wie Lesezeichen und die Chronik werden direkt auf dem USB-Stick gespeichert. Auf der lokalen Festplatte bleiben keine privaten Daten zurück.

Firefox Mobile
Der Hersteller Mozilla lässt auch das mobile Internet nicht an sich vorbeiziehen. Bediener von Smartphones mit Android-Betriebssystem können Browser mobil benutzen. Der Version liegt Mozilla Firefox zugrunde, er hat jedoch seine eigene Benutzeroberfläche, die für Touchscreens und kleine Bildschirme optimiert wurde. Auf zusätzliche Funktionen wie dem Surfen mit Tabs, Pop-up-Blocker oder Add-ons muss man in der mobilen Version nicht verzichten.

Aus dem früheren Zweikampf zwischen Netscape und dem Internet Explorer ist mittlerweile ein Browserkrieg unter fünf großen Parteien ausgebrochen. Neben Mozilla Firefox und dem Internet Explorer kämpfen noch Apples Safari, Opera und Google Chrome um die Vorherrschaft in der Browserwelt. Mit der kommenden Version 18 ist der Weg des treuen Fuchses sicherlich noch lange nicht vorbei. Durch die ständigen Optimierungen der Entwickler und auch dank der Add-ons wird Firefox stetig mit neuen Inhalten ergänzt und verbessert. Mit dem Firefox OSarbeiten die Entwickler zudem an einem eigenen Betriebssystem für Smartphones.

Weitere Themen: Mozilla Foundation

Neue Artikel von GIGA SOFTWARE

GIGA Marktplatz
}); });