Firefox 6 auf Platz 3 im Browser-Vergleichstest - mit Datenverwaltung und mehr Html 5

Ralf Bindel
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In unserem permanenten Benchmark-Vergleich der aktuellen Browser-Versionen liegt der neue Firefox 6 weiterhin auf dem dritten Platz. An der JavaScript-Engine hat Mozilla auch gar nicht geschraubt. Zwei Monate nach dem letzten Versions-Update tritt Version 6 dennoch mit echten Neuerungen auf. 

Während sich beim Sprung von 4 auf 5 wenig im Browser tat, bringt die sechste Firefox-Fassung wieder mehr Neues mit. Dazu gehören eine umfangreiche Datenverwaltung für besuchte Webseiten und eine weiter verbesserte HTML 5 Unterstützung.

Nervender Nummernwechsel

Mozilla hält das Ziel der schnellen Versions-Updates weiter ein, eine Abkehr von dem von Google für seinen Browser Google Chrome ausgelösten Trend scheint nicht in Sicht. Nur Apple macht bei diesem Reigen nicht mit und bleibt konservativ bei der Nummernvergabe für Safari. Doch auch Mozilla hat ein Einsehen: Um die Nutzer nicht durch ständiges Ändern der Versionsnummer zu nerven, plant der Hersteller ab der nächsten Version diese ganz zu streichen.

Dann soll nur noch darüber informiert werden, ob der Browser aktuell ist oder ob Updates verfügbar sind. Ist doch egal, welche Nummer, Hauptsache aktuell. Ob das der richtige Weg ist? Schließlich haben die Nummern ja auch symbolischen Wert: Sie zeigen den Fortschritt an. Wir werden sehen, wie das einschlägt.

Webseiten kontrollieren

Zu den Neuerungen: Für den alltäglichen Gebrauch dürfte das Menü zur Beschränkung von Zugriffsrechten durch Webseiten am wichtigsten sein. Bisher war es nur umständlich und mit diversen Add-ons möglich, einzelne Seiten gezielt einzuschränken, etwa durch ein Cookie-Verbot. Nun lassen sich Webseiten durch ein übersichtliches Menü kontrollieren und die Berechtigungen können bei Bedarf für jede anders gestaltet werden. An zentraler Stelle legt man fest, ob eine Webseite Informationen abrufen darf, wie Cookies, Ortsdaten oder Passwörter.

Allerdings muss eine Webseite mindestens einmal aufgerufen werden, damit individuelle Berechtigungen gesetzt werden können. Natürlich können die Einstellungen auch weiterhin generell für alle Seiten getroffen werden. Das entsprechende Menü ruft man über about:permissions auf.

Noch mehr HTML 5, CSS und Print

Ein weiterer Ausbau der HTML 5-Unterstützung ist für neue Browser Versionen im Moment eigentlich Pflicht, dennoch fällt das besondere Engagement von Mozilla und die verbesserte Unterstützung im Firefox 6 positiv auf. So ist es nun möglich mit HTML 5 einen Fortschrittsbalken zu benutzen, der auf die entsprechenden Grafiken des jeweiligen Systems zurückgreift. Das Html-5-Element Track unterstützt Firefox 6 jetzt ebenfalls. Mit ihm lassen sich Textinformationen zu Audio- und Videoinhalten hinterlegen, die zeitgesteuert eingeblendet werden. Damit sind zum Beispiel Untertitel möglich.

Auch die CSS-Unterstützung wurde erweitert. Über https://developer.mozilla.org/en/CSS/text-decoration-color legt man beispielsweise fest, in welcher Farbe Texte unterstrichen oder durchgestrichen werden. Wie dieser Strich aussehen soll, bestimmen -moz-text-decoration-line und -moz-text-decoration-style. Mit dem Attribut -moz-hyphens entscheidet Firefox über die Silbentrennung bei Zeilenumbrüchen.

Demnächst können Webentwickler auch für eine bessere Druckansicht sorgen. Firefox löst dazu die Ereignisse ‘beforeprint’ und ‘afterprint’ aus, damit lassen sich per Design bestimmte Elemente einer Seite zum Drucken ausgeblenden.

Verbesserte Sicherheit

Mit Firefox 6 hat das Entwicklerteam zudem einige Fehler der Risikoklassen “kritisch” und “hoch” geschlossen. Firefox 5 war z. B. anfällig für einen Buffer Overrun bei der Verarbeitung von WebGL-Shadern. Durch diesen konnte ein Angreifer beim Besuch einer präparierten Webseite das System kompromittieren. Diese Lücke und weitere Fehler sind mit der Version 6 gestopft.

Geschwindigkeit und Speicherverbrauch

An den groben Leistungsdaten hat sich im Vergleich zu Version 5 nichts geändert. Firefox 6 liefert wie die fünfte Version weiterhin solide Ergebnisse, die aber nicht herausstechen. Insbesondere Chrome ist meistens einen Tick schneller, zumindest bei den meisten Benchmarktests. Auch am Speicherverbrauch hat sich trotz des überarbeiteten Menüs unter about:memory nicht viel verändert.

Mozilla hat außerdem den Add-On-Manager überarbeitet. Mit diesem können Plugins nun auf ihre Aktualität überprüft werden.

Test Dromaeo Peacekeeper ecmascript Sunspider Acid3
runs/s
( > besser)
Punkte
( > besser)
erfolgreich
(von 10927)
ms
( < besser)
von 100
Chrome
13.0.782.107
487 12145 10444 215 100
Firefox 6 484 6330 10718 194 97
Opera 11.5 320 8533 7062 220 100
Safari 5.1 494 9065 10017 209 100
Test Slickspeed V8 Suite v6 Lenherr HTML 5 CSS3 Selector
Test
Kraken
Benchmark
ms
( < besser)
Punkte von 450 + Bonus bestanden
(von 41)
ms
( < besser)
Chrome
13.0.782.107
378 10848 330 + 13 41 3021
Firefox 6 473 5449 302 + 9 41 3851
Opera 11.5 672 4733 286 + 7 41 9158
Safari 5.1 329 4738 293 + 9 41 8011
Schlechtester
Bester

Verwendete Benchmarktests:

Fazit

Besonders die neue Datenverwaltung für Webseiten ist gelungen und sehr nützlich. Auch die HTML 5-Unterstützung wurde deutlich verbessert und Webentwickler haben mehr Möglichkeiten. An der Geschwindigkeit hat sich im Vergleich zum Vorläufer nichts getan. Insgesamt ist das Update auf Firefox 6 gelungen und auf jeden Fall lohnenswert.

Firefox 6 steht seit Dienstag dieser Woche zum Download bereit und wird auch durch ein Auto-Update bereit gestellt.

Vorteile
+ individuelle Berechtigungen für Webseiten setzbar
+ verbesserte HTML 5 Unterstützung

Nachteile
- keine direkten ersichtlich

Alternativen
Safari
Opera
Chrome

Weitere Informationen
Download Firefox 6
Test bei golem.de

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Weitere Themen: Firefox ESR, browser, HTML - Hypertext Markup Language, ShowIP, Mozilla Foundation

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