64-Bit-Browser: Welche gibt es und was taugen sie?

Marco Kratzenberg
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Der Großteil unserer Browser sind immer noch 32-Bit-Programme, obwohl unsere Betriebssysteme schon seit geraumer Zeit auf 64 Bit laufen und mehrere Prozessoren unterstützen. Welche 64-Bit-Browser gibt es und welche Vorteile bieten sie?

64-Bit-Browser: Welche gibt es und was taugen sie?

Die meisten von uns kommen mit den Standardversionen der Browser gut aus. Doch einige ziehen einen 64-Bit-Browser vor. Das Problem dabei ist, dass gerade der beliebteste Browser Firefox zwar bereits als 64-Bit-Ausgabe erhältlich ist, aber noch nicht in einer offiziellen, stabilen Version. Den Internet Explorer gibt es hingegen bereits als 64-Bit-Anwendung. Auch Google Chrome wird als 64-Bit-Download zur Verfügung gestellt – ebenfalls aber nur in einer Test-Version. Und während Fans des MSIE sich über stabile Browser ohne nennenswerte Erweiterungen freuen können, müssen die Freunde anderer Browser eher als Tester herhalten.

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Google Chrome Video

64-bit-Browser: Vor und Nachteile

Je nach betrachtetem 64-Bit Browser scheinen die Nachteile zu überwiegen. So stellt Microsoft als einen der größten Vorteile seines 64-Bit-IE in der Version 11 heraus, dass er 64-Bit-ActiveX-Elemente nutzen kann. Das kann die 32-Bit-Variante nicht. Gleichzeitig kann er dann aber die weitaus häufigeren 32-Bit-Elemente nicht nutzen – was sich auf die meisten Tool-Bars und Plugins auswirkt. Er nutzt dann zwar vielleicht mehrere Prozessoren, kann aber Standards nicht nutzen.

Mozilla Firefox in 64-bit

Dahingegen ist der 64-Bit-Firefox derzeit nur ein “Nightly-Build”. Der Mozilla Firefox Nightly in 64 Bit kann von Haus aus die verschiedenen Tabs in einem eigenen Prozess öffnen, aber es handelt sich eben eigentlich um eine frühe Testversion. Sie ist nicht so stabil wie der 32-Bit-Firefox und läuft zudem nur auf Englisch. Doch immerhin kann man beide Versionen parallel zueinander betreiben. Allerdings nicht zum gleichen Zeitpunkt. Und praktisch ist auch, dass der 64-Bit-Browser von Mozilla sofort auf die installierten Plugins und Einstellungen seines kleinen Bruders zurückgreift. Hinsichtlich der Nutzung gibt es also keine Probleme. Lustig ist dabei, zu erleben, wie man plötzlich von den englischen Versionen von Facebook und Co begrüßt wird und auch alle Plugins nun englisch sprechen. Allerdings hat Mozilla die Weiterentwicklung eingestellt und so müssen wir uns auf Alternativen verlegen, wenn wir einen 64-Bit-Firefox wollen.

Google Chrome in 64-bit

Etwas anders soll das Ganze bei Google Chrome aussehen. Der 64-Bit-Ableger namens Google Chrome Canary soll einen massiven Tempozuwachs bringen. Bis zu dreimal so schnell soll der Browser sein, der nun ebenfalls seine Fenster in eigenen Prozessen laufen lässt. Der 64-Bit-Chrome soll angeblich auch deutlich stabiler laufen und zudem Sicherheitsvorteile haben. Der Geschwindigkeitsgewinn lässt sich allerdings nur auf einigen Testseiten bestätigen, während andere Tests keinen Vorteil zeigen. Komplett durchgezogen ist das also wohl noch nicht.

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64-bit-Browser-Alternativen

Neben den Marktführern gibt es schon lange auch Nischenlösungen. Sie basieren in der Regel auf den Engines anderer Browser und stellen einen Seitenweg der Entwicklung dar:

Waterfox basiert beispielsweise auf Firefox und soll der schnellste 64-Bit-Browser im Web sein – nach eigenen Aussagen. Das Waterfox-Projekt ist ein Ableger des Mozilla-Browsers, der dort weitermachen will, wo die 64-Bit-Entwicklung aufhörte. Als Ergänzungs-Plugins kann man hier Flash, Java und Silverlight in 64-Bit einbinden.

Auch ein 64-Bit-Opera ist zu haben. Nach einer zeit der Größe ist auch dieser etablierte Browser eher in eine Nische abgerutscht. Aber das bedeutet nicht, dass seine Fans auf Weiterentwicklungen verzichten müssen.

Allerdings lässt sich eindeutig sagen, dass die meisten Alternativ-Browser eher stille Seitenwege darstellen, bei denen man die Zukunft nicht voraussagen kann. Wenn selbst Mozilla sich für einen Abbruch der Entwicklung bei den 64-Bit-Browsern entscheidet, werden die langfristigen Schwierigkeiten bei den Alternativprogrammen eher größer. Der Firefox-Fan verlangt danach, dass seine Alternative alle Features und Plugins bietet und zusätzlich noch stabil unter 64-Bit läuft. Das ist ohne ein großes Budget nicht zu bewerkstelligen. Bleibt also abzuwarten, wie es bei Chrome und dem IE weitergeht. Denn das sind derzeit die einzigen 64-Bit-Browser vom Hersteller selbst.

Weitere Themen: Google Chrome, Opera 64-Bit, Waterfox, Internet Explorer 11, Mozilla Firefox Nightly 64-Bit, Google Chrome canary, ShowIP, Mozilla Foundation

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