Die Zukunft von OpenOffice ist ungewiss: Oracle will keine kommerzielle Version von Open Office mehr anbieten, sondern die Entwicklung in ein „reines Community-basiertes Open-Source-Projekt“ umwandeln. Das könnte einerseits der Befreiungsschlag für die gebeutelte Software-Suite sein, andererseits mittelfristig das Ende darstellen. Ein Unterstützerverein hat bereits den Produkttitel aus dem Namen gestrichen.

Der gemeinnützige Verein mit dem ungewöhnlichen Kürzel OOoDeV, stellvertretend für „OpenOffice.org Deutschland e.V.“, gab heute bekannt, sich umzunennen in „Freies Office Deutschland e.V.“ (FrODeV). Fast 75 Prozent der Mitglieder sollen der Umbenennung zugestimmt haben.

Der Verein weist darauf hin, schon bislang alle freien Office-Suites unterstützt zu haben, namentlich LibreOffice. „Durch unsere Unterstützung der Document Foundation haben wir unsere Aktivitäten nicht etwa verschoben, sondern ganz im Sinne der Satzung erweitert“, sagt Florian Effenberger, Mitglied im Vorstand und gleichzeitig im Steering Committee der Document Foundation.

Die heutige Information kam damit kurz nach der Meldung von Oracle. Das Softwareunternehmen verkündete Anfang des Wochenendes, die kommerzielle Version einstellen zu wollen. „Wir glauben, dass das OpenOffice.org-Projekt am besten von einer Organisation auf nichtkommerzieller Basis geführt wird“, erklärte Edward Screven, Chief Corporate Architect bei Oracle. Grund sei das große Interesse an kostenlosen Produktivitäts-Anwendungen. Die Arbeit mit den Mitgliedern werde laut Screven sofort beginnen, um den Erfolg von Open Office fortzuführen.

Im November letzten Jahres sagten zahlreiche Mitarbeiter dem Projekt um die Bürosoftware OpenOffice Lebewohl. Grund waren Meinungsverschiedenheiten mit dem Hauptsponsor Oracle in Sachen Projektorganisation und -führung. Die Entwickler gründeten daraufhin die Document Foundation und veröffentlichten im Januar den Ableger LibreOffice 3.3 mit dem Textverarbeitungsprogramm Writer, die Tabellenkalkulation Calc, die Präsentationssoftware Impress, Draw für Zeichnungen und das Datenbankmodul Base.

Vielleicht hat Oracle mittlerweile keinen Sinn mehr gesehen, „gegen“ LibreOffice in ein Softwarepaket zu investieren.

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