Test: Opera 11, die schnelle Browser-Suite

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Opera ist der Browser mit dem größten Funktionsumfang für den Mac. Seit dem 16. Dezember gibt es die Surf-Suite in Version 11 mit vielen kleinen Verbesserungen und der lang ersehnten Möglichkeit zur Erweiterung. Wir nehmen den Browser im Praxistest unter die Lupe.

Opera ist mit einem Marktanteil von rund drei Prozent noch seltener als Safari, obwohl der Browser schon länger für alle Betriebssysteme zur Verfügung steht. Dabei war Opera in der Vergangenheit häufig ein Vorreiter für neue Funktionen wie Tabs und Mausgesten. Diesem Ruf möchten die norwegischen Entwickler auch weiterhin gerecht werden und so gibt es in Opera 11 erstmals die Möglichkeit, Tabs zu gruppieren. Weitere Verbesserungen des Updates sind die Erweiterungen für die eigene Gestaltung des Browsers, ein Mail-Panel sowie ein überarbeitetes Adressfeld und vereinfachte Mausgesten.

Neue Funktionen in Theorie und Praxis

Intensives Surfen im Netz kann man sich ohne Tabs kaum noch vorstellen. Tabs, die Kurzform von Tabbed Browsing, das sind diese Karteikarten-ähnlichen Reiter mit jeweils einer geöffneten Webseite. Opera hat diese quasi etabliert, danach wurden sie auch in anderen Browsern zum Standard. Jetzt könnte Opera ein ähnlicher Coup mit “Tab Stacking” gelingen. Mit dessen Hilfe können Tabs gruppiert werden, das schafft Ordnung und spart Platz, denn viele Webnutzer halten Dutzende bis Hunderte von Tabs geöffnet. Leider werden neue Tabs, die man innerhalb der Gruppe über einen Link öffnet, nicht automatisch in diese eingefügt. Per Einstellung lässt sich das zwar ändern, dann werden aber auch komplett neue Tabs in der Gruppe geöffnet, was nicht immer hilfreich ist. So muss man bei der Tab-Gruppierung häufig manuell nachhelfen und man wünscht sich unterstützende Automatismen. In anderen Browsern lässt sich mit Erweiterungen das Verhalten von Tabs genauer steuern, noch fehlen entsprechende Erweiterungen für Opera. Trotzdem ist das Gruppieren von Tabs in der Praxis eine echte Hilfe und Opera ist anderen Browsern ohne entsprechende Erweiterungen weit überlegen.

Immerhin ist Browser-Suite in Version 11 nun aber grundsätzlich erweiterungsfähig. Bisher gibt es rund 400 “Extensions”,  Tendenz steigend. Diese Extensions ähneln den gleichnamigen Erweiterungen in Safari oder den Add-ons aus Firefox. Die Zahl der Erweiterungen liegt zwar noch deutlich unter denen der Konkurrenz, steigt aber stetig an und macht Hoffnung auf eine Erweiterungskultur, so dass wie bei anderen Browser kein Wunsch unerfüllt bleibt. Eine ganze Reihe nützlicher Erweiterungen wie NoAds zur Blockierung von Werbung und Scripten, eine Version des aus Firefox bekannten Webentwicklertools Firebug, oder der beliebte Passwortmanager Lastpass stellen trotz des noch geringen Erweiterungsangebots schon jetzt eine enorme Verbesserung für die Benutzung des Browsers da.

Im Adressfeld wird nun die Domain hervorgehoben, sodass man auch bei langen Adressen den Überblick behält. Außerdem gibt die farbige Markierung in der Adressleiste eine Rückmeldung über die Vertrauenswürdigkeit der Verbindung, zu der man durch einen Klick noch weitere Informationen erhalten kann.

Weitere neue Funktionalitäten: Der Mail-Client, bei Opera Mail-Panel genannt, wurde optisch überarbeitet und bietet nun die Möglichkeit Konten und Nachrichten mit der Maus zu verschieben. Außerdem lässt es sich schnell platzsparend ausblenden.

Eine Übersicht der Mausgesten erhält man durch längeres Halten der rechten Maustaste. Mit ihnen kann man vor und zurück navigieren sowie Links in einem neuen Tab öffnen und den Ladevorgang unterbrechen. Die Gesten sind leicht auszuführen und im Alltag durchaus nützlich.

Erhöhte Geschwindigkeit

Opera setzt auf die eigene Carakan-JavaScript-Engine, die für die Version 11 stark verbessert wurde. In den verschiedenen Benchmark-Tests für Browser (siehe Bild) schneidet Opera 11 gut ab. Googles Chrome liegt zwar in fast allen Disziplinen vorn, Opera und Safari sind aber inzwischen gleich auf. Firefox ist bei den Performance-Tests weit abgeschlagen.
Obwohl Chrome teilweise ein ganzes Stück schneller ist, merkt man Opera den Unterschied in der alltäglichen Benutzung kaum an. Auch bei intensiver Nutzung mit vielen Tabs und Fenstern bleibt die Bedienung flüssig. Verbesserungsbedarf gibt es noch im Bereich HTML 5, dieses Problem erstreckt sich aber auf alle Browser und spielt in der Praxis bisher kaum eine Rolle.

Verwendete Benchmarktests:

macnews.de-Ergebnisse der Benchmarktests

Fazit

Opera 11 bringt nützliche Neuerungen, die dafür sorgen, dass der Browser aus dem hohen Norden weiterhin der standardmäßig Umfangreichste bleibt. Außerdem ist endlich die Möglichkeit gegeben, durch Extensions den Funktionsumfang zu erweitern und Einstellungen anzupassen, auch wenn das Angebot dem anderer Browser noch nicht vergleichbar ist. Das Gruppieren von Tabs ist äußerst praktisch und hilft, sich auch in größeren Tab-Mengen gut zurecht zu finden, ist jedoch insbesondere beim automatischen Gruppieren verbesserungswürdig. Kleinere Änderungen bei Adressfeld, Mailverwaltung und den Mausgesten runden Opera zu einem gelungenen Gesamtpaket ab, soviel Browser gibt es bei der Konkurrenz nicht.

Da die aktuellen Browser mit ein wenig Nachhilfe (außer einem eigenen Mail-Client) alle Wünsche erfüllen, ist eine eindeutige Empfehlung schwer auszusprechen. Wer aber aus irgendwelchen Gründen mit seinem aktuellen Browser unzufrieden ist oder einfach mal etwas neues ausprobieren möchte, findet im Opera 11 einen vollwertigen und in allen Bereichen überzeugenden Ersatz.

Vorteile:

  • enormer Funktionsumfang
  • mit Extensions erweiterbar
  • gute Bedienung

Nachteile:

  • Extension Angebot noch gering

Hersteller: Opera

Preis: kostenlos

macnews.de Wertung: 4 von 5 Sternen

Alternativen:

Linksammlung:


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Weitere Themen: browser, Opera Software

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