Mountain Lion: Tückische “Sichern unter”-Funktion

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OS X Lion brachte letztes Jahr die Funktion “Versionen” für das Sichern von Dokumenten, die OS X Mountain Lion beibehält. Letzteres bringt aber die “Sichern unter”-Funktion früherer OS-X-Versionen zurück. Diese hat aber in Verbindung mit Versionen ihre Tücken.

Mountain Lion: Tückische “Sichern unter”-Funktion

Früher war alles so einfach: Wer beispielsweise einen neuen Brief mit dem eigenen Standard-Briefkopf verfassen wollte, öffnete das Dokument, verfasste den Brief und wählte “Sichern unter”. Der Briefkopf samt Text ließ sich dann als neues Dokument speichern, das alte Dokument blieb unberührt.

Im Lion- und Mountain-Lion- beziehungsweise “Versionen”-Zeitalter funktioniert das Ganze anders: Das Betriebssystem legt von einem Dokument verschiedene Versionen an, so dass sich der Stand eines Dokuments von vor einer Stunde, von vor einer Woche oder auch von vor einem Jahr wiederherstellen lässt.

Blieb ein Dokument über einen Zeitraum unverändert, nimmt die Software unter OS X Lion eine “Sperrung” vor. Will der Benutzer es dann verändern, fragt die Software, ob er das Dokument duplizieren oder das Ausgangsdokument bearbeiten möchte. Das Dokument zu duplizieren und dann das Duplikat abzuspeichern war unter Lion die Alternative zum früheren “Sichern unter”-Befehl.

Unter OS X Mountain Lion sieht das Ganze wieder etwas anders aus: Hier gibt es den “Sichern unter”-Befehl wieder, den die Software als Alternative zum “Duplizieren”-Befehl – das der Benutzer nun manuell vornehmen soll – beim Gedrückthalten der Options-/Alt-Taste anbietet.

Ein Blog-Eintrag im Mac Performance Guide warnt vor dieser Funktion, wenn der Benutzer sie in Verbindung mit Aktivierung der Funktion “Fragen, ob Änderungen beim Schließen von Dokumenten beibehalten werden sollen” in den Systemeinstellungen benutzt. Ist Letzteres nicht der Fall, speichert das System Dokumente automatisch beim Schließen ab, was ebenfalls problematisch sein kann.

Ist diese Option aktiviert und speichert der Benutzer beispielsweise ein bearbeitetes Pages-Dokument über die “Sichern unter”-Funktion, passiert aber nicht das, was in früheren Mac-OS-Versionen der Fall war: Zwar legt die Software ein neues Dokument mit den vorgenommen Änderungen an. Die Änderungen speichert Pages aber auch im Ausgangs-Dokument ab – warum auch immer.

Trotz der Rückkehr des altbekannten Dialogs sollten langjährige Mac-Benutzer also nicht so arbeiten, wie sie es von früheren Versionen gewöhnt sind. Warum Apple die Funktion gerade auf diese Weise reaktiviert hat, ist wohl schwer zu erklären.

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