OS X Mountain Lion: Weniger X11 und Carbon, dafür mehr Cocoa

Florian Matthey
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Apple bewirbt OS X Mountain Lion damit, dass es einige weitere vom iOS bekannte Funktionen auf den Mac bringt. Aber auch im Unterbau des Betriebssystem hat sich was verändert: Mountain Lion bringt weniger X11 und Carbon, dafür wieder einmal mehr Cocoa.

OS X Mountain Lion: Weniger X11 und Carbon, dafür mehr Cocoa

Laut AppleInsider enthält Mountain Lion kein X11 mehr. Das “X Window System”, das Unix-Software im Mac OS X zu einer grafischen Benutzeroberfläche verhilft, bietet Apple auch nicht mehr als optionale Installation an. Stattdessen sollen sich Benutzer das Open-Source-Projekt “separat” besorgen, wobei Apple die Entwicklung des Projekts selbst weiter unterstützt. Eine ähnliche Herangehensweise gab es zuvor bei Java.

Außerdem wird Apple die verbliebenen Carbon-Programmierschnittstellen weitgehend aus dem Betriebssystem entfernen. Carbon erleichterte einst die parallele Entwicklung von Software für Mac OS 9 und Mac OS X und somit auch die Portierung hin zu Apples Unix-Betriebssystem. Das Gegenstück ist die OS-X-native Programmierschnittstelle Cocoa, auf die Apple spätestens seit dem Wechsel hin zum 64-Bit-Zeitalter ausschließlich setzt: 64-Bit-Anwendungen lassen sich für das Mac-Betriebssystem nur mit Cocoa, nicht aber mit Carbon entwickeln, worüber sich beispielsweise Adobe einst ärgerte.

Mittlerweile sind die wichtigen Mac-Anwendungen Cocoa-Apps, wobei auch Apple selbst mit iTunes lange Zeit hinterherhinkte. Die Zeit ist jetzt also reif für einen Wechsel zu einem reinen 64-Bit-Betriebssystem. Eine Ausnahme bleibt allerdings auch heute noch Microsofts Programmpaket Office, das auch in der Version 2011 weitgehend aus Carbon-Anwendungen besteht.

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