Backup mit Time Machine in OS X 10.8 Mountain Lion erklärt

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Time Machine ist Apples hauseigene Backup-Lösung. Sie hilft nicht nur, versehentlich gelöschte Dateien wiederherzustellen, sondern auch ganze Macs neu zu bespielen – beispielsweise nach einem Festplatten-Problem oder bei einer Neuinstallation des Systems. Wir geben einen Überblick.

Backup mit Time Machine in OS X 10.8 Mountain Lion erklärt

Mit Time Machine gehören hohe Rechnungen von Datenrettungsunternehmen der Vergangenheit an, vorausgesetzt man setzt das Tool richtig ein. Seit der Einführung im Jahre 2007 hat sich an der Software wenig geändert. Die Bedienung der Software ist Apple-typisch einfach gehalten. Das ist zwar nicht ganz ohne Nachteil, macht es aber insbesondere unbedarften Anwendern und Neueinsteigern leicht, Time Machine mit ihrem MacBook, iMac, Mac mini oder Mac Pro zu verwenden. Sinnvoll ist das allemal.

Time Machine: Neuerungen in Mountain Lion

Time-Machine-Backups lassen sich unter Mountain Lion verschlüsseln. Wer also unbefugt Zugriff zum externen Speichermedium hat, kann die Daten nicht einsehen. Apple empfiehlt diese Einstellung beim Auswählen des Backup-Volumes mit einem Häkchen bei “Backups verschlüsseln” zu aktivieren.

Eine zweite Neuerung sorgt für noch mehr Datensicherheit: Time Machine lässt sich nun mit mehreren Speichermedien nutzen. Zuvor musste die Software bei jedem Backup-Vorgang auf ein neues Medium geeicht werden. Nun lassen sich mehrere Festplatten zu einer Liste hinzufügen. Backups werden, sofern beispielsweise zwei Festplatten im Einsatz sind, abwechselnd verteilt. Ist die zweite Platte einmal nicht mit dem Mac verbunden, nutzt Time Machine das verbleibende Medium. Beim Zurückspielen der Inhalte greift die Software auf die aktuellste vorhandene Version zurück. Sinnvoll ist die Verwendung mehrerer Speichermedien natürlich in Fällen größerer Katastrophen, die den ganzen Haushalt in Mitleidenschaft ziehen. Eine gewöhnliche externe Festplatte, die neben defekten Mac auf dem Schreibtisch stand, nützt im Ernstfall natürlich wenig.

Mountain Lion: Time Machine einrichten

Das Einrichten des Backups geht schnell von der Hand. Im Normalfall fragt Time Machine beim Anschließen einer Festplatte, ob der Anwender sie als Backup-Medium verwenden möchte. Wer dies bejaht, muss im Grund nichts mehr tun. Bereits zu diesem Zeitpunkt kann man festlegen, ob die Sicherungskopie durch ein eigenes Passwort verschlüsselt werden soll.

Wer die Meldung zunächst ignoriert, kann ein oder mehrere Laufwerke auch in den Systemeinstellungen hinzufügen. Im Bereich Time Machine klickt der Anwender dazu auf die Schaltfläche “Backup-Volume auswählen...”. Auch eine im Netzwerk vorhandene Time Capsule lässt sich hier verknüpfen.

Time Machine führt stündlich eine Sicherung der neu hinzugekommenen und geänderten Dateien durch. Die Schwachstelle: Derzeit ist es nicht möglich, die Software ohne größeren Aufwand dazu zu bringen, mehr oder weniger Sicherungen zu erstellen.

Ordner und Laufwerke vom Backup ausschließen

Time Machine sichert grundsätzlich alle Dateien. Wer ein kleines externes Medium nutzt und gewissen Daten Vorrang gewähren möchte, kann Ordner von der Sicherung ausschließen. Man denke beispielsweise an gekaufte Musik-Dateien oder Apps, die sich im Ernstfall ohnehin erneut kostenlos über den iTunes Store laden lassen. Das spart Platz und sorgt dafür, dass Time Machine ältere Backups länger behalten kann. Im Bereich Time Machine der Systemeinstellungen wählt man “Optionen…” und kann in der Folge mithilfe der Plus- und Minus-Tasten Ordner hinzufügen oder entfernen.

In der Liste der ausgeschlossenen Ordner sind auch externe Laufwerke aufgeführt. Wer auch sie gesichert haben möchte, entfernt sie also aus der Liste.

Time Machine und Mountain Lion: Dateien und Ordner wiederherstellen

So lassen sich verschollene Dateien und Ordner wiederherstellen. Startet man Time Machine, geht es auf eine Zeitreise – und zwar im Finder. Das Finder-Fenster befinet sich daher in der Mitte des Universums. Rechts: Eine Zeitleiste mit allen vorhandenen Backups. Die einzelnen Lamellen werden größer, sobald man mit dem Mauszeiger darüber fährt. So gelangt man direkt zu einem früheren Zeitpunkt. Die Navigationspfeile helfen, direkt zu dem Zeitpunkt zu gelangen, an dem sich innerhalb der Ordnerstruktur etwas geändert hat. Wer innerhalb eines Ordners eine Datei vermisst, kommt so folglich am schnellsten zum Ziel.

Ordner öffnen, Time Machine starten und mittels Pfeil zurück gehen – fertig! Wer den Dateinamen oder einen Überordner als Anhaltspunkt im Kopf hat, kann auch gezielt im Suchfeld suchen. Quicklook, also die Preview einer Datei nach Betätigen der Leertaste, funktioniert in Time Machine ebenfalls.

Auch Time Machine muss Dateien nicht für immer aufbewahren. Ein Rechtsklick auf eine wiedergefundene Datei offenbart den Befehl Alle Backups von “Dateiname” löschen.

Mountain Lion: System mithilfe von Time Machine wiederherstellen

Ein weiterer Einsatzzweck für Time Machine-Sicherungen ist die komplette Wiederherstellung eines Systems. Denkbar ist dies beispielsweise, wenn das System fehlerhaft arbeitet oder aus anderen Gründen zurückgesetzt werden muss. Beim Hochfahren drückt man die Tastenkombination cmd (Befehl) + RDer Mac startet dann im so genannten Recovery Modus. Der Mac lässt sich nun aus einem kompletten Time Machine-Backup wiederherstellen. Nachdem man im Prozess das gewünschte Backup gewählt, bestätigt und das Zielvolume festgelegt hat, wird das Backup aufgespielt und der Mac entsprechend zurückgesetzt.

Eine ähnliche Verwendung eines Backups gibt es beim Neukauf eines Macs. Auch nachträglich lassen sich Daten mithilfe des Migrationsassistenten aus einem Backup auf den neuen Rechner übertragen. Das Tool befindet sich im Ordner der Dienstprogramme.

Ist das Backup-Laufwerk mit dem Mac verbunden, wählt man die erste Option und klickt Fortfahren. In der Folge gibt man sein Passwort ein und wählt erneut die Option, die Daten aus einem Time Machine-Backup zu übertragen. Welche Ordner und Datein der Assistent dann überträgt, kann der Anwender selbst wählen.

Weitere Themen: Time Capsule, Apple


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