Nordkorea ist ein bizarres Plätzchen mit einer darbenden Bevölkerung, einem feisten Diktator und einem klaren Feindbild. Die neueste Errungenschaft der Volksrepublik: Das eigene Betriebssystem mit einem gehörigen Touch von Mac OS X.

Nordkorea „klaut“ Mac OS X: Schäm dich, Kim Jong-un!

Wenn nordkoreanische Wissenschaftler und Ingenieure gerade nicht an der Atombombe bauen, kopieren sie die Betriebssysteme des ach so verhassten Westens. Bereits 2002 präsentierte man Red Star OS als eigens entwickeltes PC-Betriebssystem. Faktisch handelt sich um eine angepasste Linux-Distribution, basierend auf KDE. Version 2.0 orientierte sich noch am Design von Windows. Die bereits im letzten Jahr vorgestellte 3.0 schwenkt nun jedoch in Richtung Mac OS X. Herzlichen Glückwunsch, Genossen!

Red Star OS 3.0: Mix aus Mac OS X

Das Design bedient sich an verschiedenen Varianten des Mac-Betriebssystems. Die Fenstergestaltung (Aqua-Benutzeroberfläche) erinnert beispielsweise an frühere Versionen, das Dock im 3D-Look an Mac OS X 10.5 Leopard. Im Gegensatz zum „Vorbild“ gibt es Red Star OS jedoch ausschließlich in koreanischer Sprache – natürlich nicht hierzulande.

Zu verdanken haben wir die aktuellen Screenshots Will Scott. Der US-Amerikaner unterrichtete Ende 2013 an der Universität für Wissenschaft und Technik in Pjöngjang und erwarb zum Zeitpunkt seines Aufenthaltes eine Lizenz von Red Star OS 3.0. Eine seltene Gelegenheit, normalerweise verschließt sich das Regime komplett – derartige Informationen gelangen nicht in fremde Hände.

Es ist schon kurios: Selbst in Nordkorea gilt Apple demnach als chic und Inspirationsquelle.

Quelle: North Korea Tech via Cult of Mac.

Bildquelle (Titel): Flag of North Korea von shutterstock

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