Switcher Stories: Die mit Drogen und Erlösung (Flavio)

Flavio Trillo
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Die meisten Mac-User haben mit Windows angefangen. Dann kam irgendwann der Moment, in dem sie sich sagten: „Es reicht! Ich will nicht mehr!“ So oder so ähnlich ging es auch uns und deshalb erzählen wir euch hier unsere ganz persönlichen „Switcher Stories“.

Switcher Stories: Die mit Drogen und Erlösung (Flavio)

Nun sind wir also bei Teil 4 der Switcher-Stories. Hier teile ich selbst meine Erfahrungen am „Event Horizon“ — der Grenze zwischen zwei Welten. Seit meiner Jugend hatte ich Freude am Basteln, Werkeln und Fehlerbeheben — von Beginn an ausschließlich an Windows-Systemen. Irgendwann wurde es mir zu viel.

Wir wollen aber auch hören, welcher Moment bei euch den Ausschlag gegeben hat. Wann und warum habt ihr PCs abgeschworen? Schreibt es in die Kommentare!

Switcher-Story #4: Flavios Erlösung von dem Bösen

Mein ganz persönlicher Abschied von der Windows-Welt begann klassisch mit der Einstiegsdroge iPod. Der erste iPod touch war es, der Ende 2007 den Grundstein für eine bis heute währende Beziehung legen sollte.

Noch war ich damals glücklich mit meinem Windows-Notebook — irgend so eine Fujitsu-Siemens-Möhre. Es lief einigermaßen, musste zumindest nicht ständig neu formatiert werden und war vergleichsweise portabel. Verglichen mit meinem Tower-PC jedenfalls. Windows XP war und blieb noch sehr lange das Betriebssystem der Wahl.

Als ich mich dann irgendwann als Schreiberling für Apple-Themen verdingte, wurde die entsprechende Hardware natürlich überfällig. Wie sollte ich qualifiziert über die Produkte des Herstellers schreiben, ohne je auch nur auf einem gearbeitet zu haben.

Es musste also ein Mac her. Die Macht der Gewohnheit zwang mich, diesen Schritt noch einige Zeit vor mir herzuschieben, so recht umstellen wollte ich mich noch nicht. Hat man einmal seine Arbeitsabläufe ins Muskelgedächtnis übernommen, kommt man da nur schwerlich wieder heraus. Doch dann kam der 14. Oktober 2008.

Steve Jobs präsentierte das neue MacBook Pro mit Unibody-Gehäuse. Verdammt schick, dachte ich und ließ mich ohne all zu großen Widerstand in die „Gemeinde Cupertino“ aufnehmen. 15 Zoll, volle Power, zack, her damit. OS X 10.5 Leopard war aktuell und schien mir wie eine Offenbarung. Tatsächlich religiöser Art war meine Begeisterung — so dringend wollte ich erlöst werden von Treiberinstallationen, Bluescreens und format c:/.

Schnell bestätigten sich die häufig gelesenen Berichte über intuitive Bedienung, einfachen Umstieg und hohe Zufriedenheit beim Arbeiten. Ungewohnt war die Freude, die ich beim Werkeln an der Alu-Kiste empfand. Bis dahin war das Einschalten eines Windows-PC stets mit der lähmenden Angst verbunden, es könnte wieder irgendetwas über Nacht kaputt gegangen sein. Kein Bangen mehr um Systemabstürze. Kein hektisches Speichern von Dokumenten, um Arbeit von Stunden nicht zu verlieren. Ich war tief gläubig.

Mitte 2012 stieg ich um auf ein MacBook Pro mit Retina-Display, mit dem ich seit dem äußerst zufrieden bin. Inzwischen habe ich gelernt, dass natürlich kein System perfekt ist. Auch Apple-Computer haben ihre Mac(k)en (HA!). Trotzdem: Insgesamt steht für mich fest, welches Betriebssystem und welche Hardware für meine Zwecke und Ansprüche die Nase vorn hat.

Der Schritt zu iMac oder Mac Pro ließ bisher noch auf sich warten. Aktuell sehe ich dafür noch keinen Bedarf, doch fürchte ich gleichzeitig, dass solch banale, rationale Bedenken nicht lange tragen werden.

Im nächsten Teil der Switcher Stories hört ihr von Kamal, welches Erlebnis für ihn den Systemwechsel auslöste. Teil 3 handelt von Svens Werdegang vom DDR-Computer-Freak zum Apple-Redakteur.

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