Bildformate: Unterschiede und Verwendung

Marco Kratzenberg

Welche Bildformate gibt es eigentlich? Und warum? Wofür verwendet man sie und welches sollte man wählen? Wir stellen Euch alte Bekannte, vergessene Helden und interessante Sonderlinge vor.

Bildformate: Unterschiede und Verwendung

In erster Linie interessiert uns heutzutage bei den Bildformaten, ob die Qualität für professionelle Zwecke ausreicht, während sie gleichzeitig nicht zu groß sein dürfen. In den letzten Jahren war das Bestreben der Entwickler, genau diese Balance zu halten. Die Bilder sollen bei exzellenter Qualität nicht zu groß für E-Mails, Webseiten und den Transport auf Datenträgern sein.

Bildformate und Verwendungszweck

Nicht alle Bildformate sind für alle Zwecke gleich gut geeignet. Nach wie vor bevorzugen Druckereien Bilder beispielsweise im unkomprimierten TIFF-Format – notfalls auch als unkomprimierte JPG-Datei. Und die Verwendung von Bildern im Web hängt davon ab, was die Browser unterstützen. Das sind nicht viele Formate. Computergrafiker wiederum brauchen ein Bildformat, das verschiedene Ebenen unterstützt. Wir listen nachfolgend mal die gängigsten Bildformate und deren Anwendungsgebiete auf.

Tabelle: Bildformate und ihre Haupt-Anwendungsgebiete

Bildformat Häufiger Verwendungszweck
JPG Standardspeicherformat vieler Digital-KamerasInternettauglichDrucktauglich
PNG Hauptverwendung im Internet
GIF Internet, Animationen
PSD Ebenen-fähiges Format von Photoshop, Verwendung in Grafik-Design, Druck
TIFF Druck (große Dateien)
BMP Veraltetes Windowsformat, kaum eingesetzt
ICO Spezielles Format für Windows-Icons und Browser-Icons auf Webseiten
RAW Komplett unkomprimiertes Speicherformat hochwertiger Kameras, enthält alle Bildinformationen
AI Speicherformat von Adobe Illustrator
PSPIMAGE Speicherformat von Corel Paint Shop Pro
CDR Speicherformat von Corel Draw
DWG, DWF Speicherformat von AutoCAD

Das ist natürlich nur eine Auswahl. Es gibt noch reichlich veraltete Bildformate, wie etwa PCX und einen Haufen Sonderformate, wie EMF, JLS oder TGA. Die meisten der oben genannten Formate lassen sich mit verschiedenen Programmen öffnen und teilweise auch bearbeiten und konvertieren. So beherrscht der Freeware Image-Viewer IrfanView eine sehr große Palette von Bildformaten. Und um eine Photoshop-Grafik im PSD-Format zu öffnen, braucht man mittelereile nicht mehr unbedingt Photoshop.

Bildformate im Gebrauch

Nicht jedes Bildformat eignet sich für jeden Zweck. PSD-Dateien sind sehr speziell und das Format entwickelt sich ständig weiter. Es ist in etwa mit einem Word-Dokument zu vergleichen: Sobald das Programm neue Features bekommt, muss sich das Bildformat ebenfalls anpassen. Das bedeutet aber auch, dass man mit alten Versionen von Photoshop nicht alle neuen Bilderfeatures nutzen kann. Und die Entwickler von Alternativprogrammen, wie GIMP, hinken immer etwas hinterher, was die neuen Möglichkeiten angeht.

Die Entwicklungen der Formate JPG und PNG können derzeit als abgeschlossen betrachtet werden. Große Änderungen sind nicht zu erwarten. Beide Bildformate finden im Internet Verwendung, wobei das JPG-Format immer noch den Löwenanteil stellt. Es bietet eine gute Qualität bei kräftiger Datenkompression. Die Komprimierung von PNG-Grafiken ist ebenfalls sehr gut. Der Vorteil dieses Formates liegt in der Möglichkeit, transparente Bereiche darzustellen. So kann man beispielsweise freischwebende Logos auf einer Webseite einbinden, ohne den Bildhintergrund zu 100% dem Webseitenhintergrund anpassen zu müssen.

Das GIF-Format ist vergleichsweise alt und die Kompression ist jämmerlich. Also sind die Dateien teilweise riesengroß. Hinzu kommt, dass das Bildformat nur 256 Farben darstellen kann. Trotzdem findet man sie immer noch in Mengen im Internet. Der große Vorteil gegenüber allen anderen Formaten liegt darin, dass man mit GIF animierte Filmchen darstellen kann, die jeder Browser ohne Zusatzsoftware anzeigen kann.

Bildformate, Erzeugerprogramme und Alternativen

Vielen von uns geht es so, dass sie eine Grafik in einem der Bildformate bekommen, die speziell von einer Software erstellt werden. Das Photoshop-Format PSD ist da ein gutes Beispiel. Solange man dieses Programm ebenfalls besitzt, ist das kein Problem. Doch so eine teure Software zu kaufen, um sich ein Bild anzusehen oder es zu bearbeiten, ist dann doch etwas übertrieben. In so einem Fall muss man nach Alternativen suchen und die gibt es zum Glück auch. Allerdings nicht immer. Die Bildformate des CAD-Programms AutoCAD sind so speziell, dass sich die meisten Bildbetrachter schon schwer tun. Und wirklich anständig bearbeiten kann man sie nur mit dem Originalprogramm oder mit ebenfalls teuren Ersatztools, die dann aber auch nur einen Bruchteil können.

Hier mal eine Tabelle von Bildformaten, teilweise mit ihrem Erzeugerprogramm und einer Alternative:

Bildformat Erzeugerprogramm Alternativprogramm
PSD Adobe Photoshop GIMP (bearbeiten)Paint Shop Pro (bearbeiten)IrfanView (betrachten / konvertieren)
AI Adobe Illustrator IrfanView (betrachten / konvertieren)Inkscape (teilweise bearbeiten)
CDR Corel Draw IrfanView (betrachten / konvertieren)

Weitere Themen: GIMP, IrfanView, Paint Shop Pro X6, Adobe

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