Photoshop-Apps fürs iPad: Adobe veröffentlicht Color Lava, Eazel, Nav

Flavio Trillo

Die Aktualisierung für Adobe Photoshop CS 5 mit der Versionsnummer 12.0.4 brachte unter anderem Unterstützung für Apps, die von dem Photoshop Touch SDK Gebrauch machen. Entwickler werden damit in die Lage versetzt, über Tablets und Smartphones direkt mit Photoshop auf einem Computer zu kommunizieren. Heute veröffentlichte Adobe drei dazugehörigen Apps: Color Lava, Eazel und Nav, die Kreativen bei ihrer Arbeit zur Seite stehen sollen. 

“Mischen possible”

Adobe Color Lava (2,39 Euro im App Store*) ist dabei am besten mit einer herkömmlichen Palette zu vergleichen. Ganz intuitiv wählt man mit dem Finger eine der Farben aus den Töpfen und wischt damit über die Freifläche in der Mitte. Wie in der realen Farbwelt wird die Intensität der Fingerfarbe geringer, je häufiger man damit übers Display fährt.

Durch die Aufnahme weiterer Farben lässt sich ein individueller Ton mischen, ganz nach Geschmack. So können auf eine sehr direkte und lebensnahe

Art und Weise genau die Farben kreiert werden, die man gerade benötigt. Sogar an einen kleinen Wassertopf haben die Entwickler gedacht – er “reinigt” den Finger von allen Farbresten. Die Anzahl der möglichen Farbwerte an sich wird zwar auch mittels detaillierter Einstellungen für Farbton, Sättigung und Helligkeit nicht erhöht. Die Kontrolle über die Nuancen ist so jedoch nahezu unermesslich.

Abgesehen von diesen verspielten Details hat Color Lava auch wirklich praktische Funktionen. Zum einen ermöglicht die Anbindung an Photoshop CS 5 die direkte Kontrolle über das Farbreglerbedienfeld. Dessen Werte können an die iPad-App übertragen und umgekehrt, dort erstellte Farben an das Programm gesendet werden. Wahlweise erlaubt Color Lava auch das Versenden einer erstellten Farbpalette via E-Mail. Wer unterwegs am besten mischen kann, darf seine Kreationen auf dem iPad für eine spätere Übertragung speichern.

LCD-Leinwand

Mit Adobe Eazel (3,99 Euro im App Store*) bekommen Amateure, Hobbyisten und Fortgeschrittene eine Anwendung an die Hand, die sowohl mit Photoshop auf dem Rechner als auch Adobe Color Lava zusammenarbeitet. Eine wirkliche Bedienoberfläche gibt es nur im Sinne einer freien Fläche – Steuerungselemente müssen gesondert per Fünffinger-Tap aufgerufen werden.

Besonders interessant ist bei dieser App die Möglichkeit, “nasse” und “trockene” Techniken zu kombinieren. Dank dieser, laut Hersteller “bahnbrechenden neuen Technologie” lassen sich die jeweils unterschiedlichen eigenschaften trockener und nasser Farbe voll ausnutzen. Wie Color Lava verfügt auch Adobe Eazel über eine Funktion zum Versenden fertiger Bilder. Der Clou: Nach der Übertragung an Adobe Photoshop wird das Bild dort neu gerendert und kann inklusive Ebenen in einem Dateiformat der Wahl gespeichert werden.

Werkzeugleisten-Outsourcing

Die dritte neue Photoshop-App im Bunde ist Adobe Nav (1,59 Euro im App Store*). Sie erlaubt es, den Werkzeugen aus der Photoshop-Werkzeugleiste eine eigene Reihenfolge zu geben – eine Funktion, die dem Hersteller zufolge über lange Jahre von den Benutzern gefordert wurde. Nun ist dies zwar in der Desktop-Version immer noch nicht möglich, der Umweg über das iPad erlaubt jetzt aber jedem Anwender, seine bevorzugte Anordnung zu wählen.

Die Symbole für Auswahl, Pinsel und mehr können frei auf der Bedienoberfläche positioniert und anschließend direkt auf dem Apple-Tablet ausgewählt werden. Um also von der personalisierten Werkzeugleiste profitieren zu können, muss der Nutzer das iPad stets tippbereit neben der Tastatur ablegen.

Die zweite Hälfte von Adobe Nav besteht aus einer Übersicht aktuelle geöffneter Dokumente. Sie werden übersichtlich dargestellt und können dank

Netzwerk-Anbindung zu Photoshop via Adobe Nav in den Vordergrund geholt werden. Diese Funktion ist also der Exposé-Ansicht unter Mac OS X nicht unähnlich, hat allerdings den Vorteil, dass auch bei einer großen Zahl geöffneter Dokumente die Übersichtlichkeit gewahrt bleibt.

Alle drei Apps benötigen das jüngste Update für Adobe Photoshop CS 5 (12.0.4) oder die in der Creative Suite CS 5.5 enthaltene Version des Bildbearbeitungsprogramms. Einige Funktionen sind zudem nur verfügbar, wenn das iPad sich im gleichen Netzwerk befindet wie der Rechner, auf dem Photoshop installiert ist.

Liegen diese Voraussetzungen vor, wählt man unter Photoshop im Menü Bearbeiten -> Remote-Verbindungen und richtet dort einen Namen und ein Passwort für den Photoshop-Server ein. Innerhalb der Apps muss dann noch das graue Photoshop-Symbol angetippt werden, worauf sich ein Dialog zur Verbindung mit verfügbaren Servern öffnet. Adobe zeigt in einem Video, was man sich in San Jose bei Color Lava, Eazel und Nav gedacht hat.

Weitere Themen: Apps, iPad, Adobe

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