Adobe Photoshop CS 5: Zehn Neuerungen im Detail

Thomas Konrad

Auch der Bildbearbeitungssoftware Photoshop fester Bestandteil der Creative Suite, hat Adobe eine Frischzellenkur verpasst. In der fünften Version ist Photoshop unter anderem 64-Bit-fähig, große Bilddateien soll die Software laut Adobe bis zu zehn Mal schneller als bisher verarbeiten. Das Auswahl-Werkzeug kommt mit Haaren und weichen Kanten besser zurecht, ganze Objekte lassen sich in wenigen Schritten entfernen.

Was hier so grob umrissen wird, hat sich macmagazin.de im Detail angeschaut und stellt die zehn wichtigsten Neuerungen vor.

Photoshop_Teaser

In den vergangenen Wochen haben wir bereits Neuerungen der CS5-Programme Illustrator, InDesign und Flash Professional präsentiert.

Verbesserte Auswahlwerkzeuge

Haare und weiche Kanten an Objekten und Personen sind ein Grauen, wenn man sie auch haargenau aus ihrem Hintergrund lösen möchte. Rückstände der Hintergrundfarbe zwischen feinen oder abstehenden Härchen sind kaum zu vermeiden. Photoshop CS5* beinhaltet ein überarbeitetes Auswahlwerkzeug mit erweiterten Optionen, das deutlich präziser zu Werke gehen soll. Hinter der Schaltfläche Kante verbessern (englisch für Refine Edge) verbergen sich Einstellungen zur Optimierung der Auswahl. Mit Smart Radius kann man die noch ungenaue Auswahl verbessern, bevor man selbst die Bereiche nachbessert, in denen man die Hintergrundfarbe loswerden möchte. Das Video zeigt diesen Vorgang ab etwa einer Minute Laufzeit.

Inhaltsabhängige Füllung

Täuschen und Tarnen ist eines der Einsatzgebiete von Photoshop: In der neuen Version geht das Entfernen kompletter Objekte noch einfacher von der Hand und als Ergebnisse erhält man ein Bild, das dem Betrachter nicht den Eindruck vermittelt, dass man in ihm ein Objekt entfernt hat. Dazu füllt das Programm die entstandene Lücke aus, indem es sich an der Umgebung im Bild orientiert und dabei auch auf Helligkeit, Bildrauschen und Farbtöne achtet.

Performance-Schub auf allen Plattformen

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Mac-Anwender mussten lange darauf warten, nun ist es soweit: Photoshop CS5 ist auch auf Mac OS X 64-Bit-fähig. Adobe verspricht eine bis zu zehn Mal schnellere Verarbeitung großer Bilddateien, falls die Leistung des Rechners selbst keine Grenze setzt. John Nack, Leiter des Photoshop-Teams, hat auf seinem Blog Photoshop CS5 gegen den Vorgänger aus der Creative Suite 4 antreten lassen. Getestet hat er auf einem Mac Pro mit zwei 2.66GHz Quad-Core Nehalem-Prozessoren, 12 Gigabyte Arbeitsspeicher und Mac OS X 10.6.3. Sein Ergebnis: Im Durchschnitt war die neue Version in fünf verschiedenen Tests 1,8 Mal schneller. Nack betont, dass 64-Bit nur dann ein Vorteil seien, wenn man mit großen Dateien arbeite und dabei viel Speicher verwende.

Verbesserte HDR-Funktionen

Die Entwickler haben in Photoshop CS 5 das Erstellen von HDR-Bildern verbessert. Anwender haben nun mehr Kontrolle beim Zusammenfügen der verschieden belichteten Bilder, können Farben genauer zuordnen und korrigieren. Photoshop entfernt laut Adobe automatisch Schattierungen oder Konturen. Adobe verspricht, dass selbst Einzelaufnahmen mit den nötigen Änderungen wie HDR-Bilder wirken. Normalerweise nimmt man mehrere Bilder mit unterschiedlicher Belichtung auf und fügt sie am Rechner zu einem HDR-Bild zusammen, das die natürlichen Helligkeitsunterschiede im Gegensatz zu normalen Bildern detailgetreu wiedergibt.

Fortschrittliche Verarbeitung von Rohdaten

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Ebenfalls verbessert haben die Entwickler die Verarbeitung von Bildmaterial im RAW-Format. Ohne Qualitätsverlust entfernt das Photoshop-Plugin Camera Raw 6 Farbfehler in Bildern. Um digitale Bilder etwas organischer erscheinen zu lassen, kann der Anwender Körnung hinzufügen. Mehrere Optionen stehen auch bei der Vignettierung zur Auswahl.

Ausgleich Linsenbedingter Verfremdungen

Bildfehler

Photoshop CS5 kann Linsenverzerrungen und Vignettierungen ausbessern. Auch chromatische Abweichungen, also Farbfehler vor allem an Hell-Dunkel-Übergängen in Bildern, lassen sich korrigieren (kleines Bild links unten). Photoshop liest die EXIF-Daten eines Bildes aus und passt die Änderungen auf die jeweilige Kamera und Linsenart an.

Formgitter

Formen auswählen, sie dehnen, biegen und verkürzen: Das steckt hinter dem Befehl Formgitter. Wie man im Video sieht, legt Photoshop über ausgewählte Formen ein Netz. Der Anwender kann nun Punkte platzieren, die als Gelenk-Punkte dienen. Gerade bei komplexeren Formen empfiehlt es sich, möglichst viele Punkte zu setzen. So lassen sich natürlichere und rundere Biegungen erstellen.

Maleffekte

Pinsel

Mit dem neuen Mischpinsel-Werkzeug lassen sich Fotografien effektvoll illustrieren. Die verschiedenen Pinsel-Spitzen verwischen dabei den Untergrund, in kurzer Zeit entstehen so künstlerische Zeichnungen. Für gelungene Bilder sorgen unter anderem Borsten-Effekte und die realistische Simulation der Pinsel.

GPU-beschleunigte Funktionen

Einige Funktionen in Photoshop CS5 profitieren von einer leistungsfähigen Grafikeinheit des Computers. Die GPU kann nun Aufgaben wie das Freistellen mit dem “Drittel-Regel”-Raster, stufenloses Zoomen und Farbanpassungen selbst berechnen. Der Hauptprozessor wird auf diese Weise entlastet, die Software läuft deutlich flüssiger.

Verbessertes Medien-Management

Medien

Auch in Photoshop CS 5 haben die Entwickler ihre Datei-Verwaltung Bridge als kleines Zusatzfenster integriert. Über die so genannte Mini Bridge kann der Anwender auf Dokumente zugreifen, ohne Photoshop verlassen zu müssen. Dateien kann man stapelweise umbenennen, Bilder in Ebenen öffnen oder als HDR-Bild zusammenfügen. Ebenfalls direkt in die Software integriert ist Adobes neuer CS Live-Dienst. Sein Werk kann der Anwender auf einer Online-Plattform für bestimmte Personen freigeben. Kommentare und Änderungsvorschläge lassen sich direkt in Photoshop anzeigen. Für einen begrenzten Zeitraum ist CS Live kostenlos nutzbar.

Weitere Informationen zu Photoshop CS5* findet man auf den Hersteller-Webseiten, dort lassen sich auch englischsprachige Demoversionen herunterladen. In deutscher Spracher ist die Creative Suite mittlerweile ebenfalls erhältlich. Sie setzt als Minimum Mac OS X 10.5.7 und einen Core 2 Duo-Prozessor voraus.
Die Adobe Creative Suite 5 Master Collection* wird 3688 Euro kosten, die Adobe Creative Suite 5 Design Premium* 2736 Euro, die Adobe Creative Suite 5 Web Premium* 2379 Euro, die Adobe Creative Suite 5 Production Premium* 2498 Euro und die Adobe Creative Suite 5 Design Standard* 2022 Euro.

Externe Links

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