Photoshop CS 6: Die neuen Funktionen im Überblick

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Beim letzten Update auf CS 5.5 hat sich in Photoshop nichts getan; damals waren eher die Video-Lösungen an der Reihe. Im jüngsten Update auf Version CS6 hat Adobe seine Bildbearbeitungs-Software jedoch großzügig bedacht: Das Programm zeigt eine neue Oberfläche, ist schneller geworden und bringt einige überarbeitete und auch neue Funktionen.

Photoshop CS 6: Die neuen Funktionen im Überblick

Bereits beim Öffnen der Beta von  fallen die ersten Änderungen ins Auge: Adobe hat die Oberfläche umgestaltet. Diese erscheint nun, wie die von Lightroom, deutlich dunkler, sie lässt sich jedoch ganz nach dem persönlichen Geschmack aufhellen. Ebenfalls alle Werkzeug-Icons wurden geändert und in ihrem Erscheinungsbild etwas vereinfacht. So lenken sie weniger von der eigentlichen Design-Arbeit ab. Insgesamt wirkt das Programmdeutlich moderner.

Doch auch unter der Haube hat sich einiges getan. Wie in After Effects und Premiere wurde nun auch in Photoshop die 64-Bit Mercury-Grafik-Engine eingebaut. Laut Adobe soll die finale Version die meisten gängigen Grafikkarten unterstützen. In den Voreinstellungen kann man festlegen, dass der Grafikprozessor genutzt wird. Beim Arbeiten an großen Dokumenten oder beim Anwenden aufwändiger Funktionen, etwa dem Verflüssigen, ist Photoshop CS6 somit spürbar schneller geworden.

Inhaltssensitive Füllung

Neben dem inhaltssensitiven Füllen gibt es nun ein neues Werkzeug, das diese Funktionalität ergänzt: Das Tool, das in der momentan verfügbaren englischen Beta Content-Aware-Tool heißt, erlaubt es, Bereiche zum Füllen der „schadhaften“ Stelle gezielt zu wählen. Im Modus Move ist es zudem möglich, den gewählten Gegenstand an eine andere Stelle zu versetzen. Das klappt bei relativ homogenen Hintergründen, etwa einer Wiese, relativ gut. Bei einem komplexeren Hintergrund schleichen sich jedoch leicht Fehler ein. Im gezeigten Beispiel soll etwa der Trommler etwas nach rechts unten versetzt werden: Da die Wandfarbe im Hintergrund jedoch der, der Beine zu ähnlich ist, sind diese im Ergebnis einfach gelöscht worden – zaubern Kann also auch das neue Photoshop noch nicht.

Camera Raw 7

Wie zu erwarten war, ist das, bereits durch Lightroom 4 bekannte Version 7 des Plug-in Camera Raw nun auch in Photoshop angesiedelt. So lassen sich etwa Schatten besser bearbeiten als zuvor, die Klarheit eines Fotos kann ohne Nebeneffekte erhöht werden. Da jetzt alle Regler auf 0 stehen, fallen Änderungen einfacher.

Filter und Effekte

Noch flexibler als in der Vorversion zeigt sich der Filter Verflüssigen. So wurde die maximale Pinselgröße um das zehnfache erhöht. Außerdem kann das letzte erstellte Gitter wieder geladen werden. Auch hier macht sich die Mercury-Grafik-Engine bemerkbar, die Verformungen gehen deutlich flüssiger von der Hand.

Hinzugekommen sind zwei neue Weichzeichner-Filter: Iris Blur und Tilt-Shift. Beide öffnen sich im selben Filter-Fenster und sind direkt im Bild einstellbar. Per Iris Blur lassen sich mehrere Punkte fokussieren und scharfstellen. Der Schärfebereich ist flexibel einstellbar, auch elliptische Bereiche sind möglich. Mit Tilt-Shift kommt der sogenannte “Modelleisenbahn-Look” ins Bild: Der Schärfebereich zieht sich dabei linear durch das komplette Bild. Bei beiden Filtern kann im weichgezeichneten Bereich noch ein Bokeh-Effekt eingestellt werden.

Ebenfalls die intelligente Objektivkorrektur hat Adobe überarbeitet. Bei Bildern, die durch ein Weitwinkel- oder Fischauge-Objektiv aufgenommen wurden, erscheinen Linien schief, die eigentlich gerade sein sollten. Entlang solcher kurvigen Linien werden nun Korrekturlinien gezeichnet, die sich – basierend auf die eingegebenen Kamera-Daten— automatisch an die Kanten anpassen. Per Mausklick richtet Photoshop dann die Kanten gerade aus.

Weitere Änderungen

Bei der Planung der neuen Version hat Adobe einige Anregungen der Anwender realisiert, so lässt sich beispielsweise die Größe der Pinselspitze per Scrollrad mit der Maus einstellen. Ebenfalls erweitert wurden die Einstellungen des Mixer-Pinsels, sodass deutlich intuitiveres Malen möglich ist.

Zudem gibt es neue Werkzeuge zur 3D-Bearbeitung: So hat sich unter dem Pipette-Werkzeug das 3D-Material-Pipette-Werkzeug angesiedelt. Ein weiteres Werkzeug zur 3D-Bearbeitung, das 3D Material Drop Tool, findet sich unter dem Verlaufswerkzeug. Die beiden Werkzeuggruppen zum Bewegen der Kamera und des Objekts sind hingegen aus der Werkzeugleiste verschwunden, diese hat Adobe in die obere Einstellungsleiste gepackt. Generell zeigt sich nun der 3D-Arbeitsraum aufgeräumter und erleichtert somit auch unerfahrenen Anwendern den Einstieg.

Fazit

Photoshop hat sich nach seiner Null-Runde einmal mehr erfolgreich gemausert. Sicher gibt es die ein oder andere Kleinigkeit zu bemäkeln, insgesamt zeigt sich

 jedoch moderner und schneller. Zudem kann sich der Anwender durch die neuen Funktionen, wie beispielsweise Iris Blur und Tilt-Shift sowie das überarbeitete inhaltssensitive Füllen, so manchen Arbeitsschritt sparen.

Weitere Themen: Adobe Systems

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