Photoshop Elements 10: Golden Beta im Test

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Adobe hat dem neuen Photoshop Elements ein paar neue Funktionen spendiert. So gibt es einige neue Filter und Effekte. Ein Text kann nun an einem Pfad ausgerichtet werden. Zudem zeigt der Organizer neue Suchfunktionen.

Start und Oberfläche

Beim Start der neuen Version Photoshop Elements 10*  zeigt sich der gewohnte Willkommen-Dialog schlichter als sein Vorgänger und passend zum Icon in Blau. War bereits eine frühere Version auf dem Rechner installiert, übernimmt der Organizer nach Abfrage die vorhandenen Kataloge. Ebenfalls gespeicherte Personen und Orte werden übernommen und im Organizer geöffnet, dessen Änderungen im ersten Moment nicht zu sehen sind. Auch der Editor erscheint mit vertrauter Oberfläche, neue Funktionen zeigen sich erst im Detail.

Neue Suchfunktionen

Im Organizer ausgebaut wurde jedoch die Suchfunktion: Zieht der Anwender ein Foto auf das Suchfeld, kann er nun per Schieberegler stufenlos einstellen, ob die Auswahl der Bilder eher in der Farbe oder in der Form dem gegebenen Bild ähneln sollen. Auch mehrere Fotos können zugleich gesucht werden. Die Ähnlichkeit wird dann in Prozent am unteren Rand der gefundenen Bilder eingeblendet. Handelt es sich jedoch beim gewählten Bild nicht um ein Motiv mit markanten Farben oder Formen, zeigen die Suchergebnisse zum Teil wenig Ähnlichkeit trotz angeblich hoher Übereinstimmung.

Praktisch, jedoch etwas missverständlich, ist die neue Abfrage nach doppelten Fotos: Elements findet Bilder des gleichen Motivs oder der gleichen Größe. Diese werden dann in einer Reihe angezeigt und können zu einem Stapel zusammengefasst werden.

Neue Effekte

Der neue Feldtiefe-Assistent ermöglicht es, den Hintergrund als Unschärfe-Bereich zu definieren, um so das Motiv zu betonen. Hierzu gibt es die vereinfachte Variante, bei der der Anwender lediglich einen kreisrunden Bereich als Fokus bestimmt. Exakter ist die benutzerdefinierte Methode: Zur Verfügung steht hier das Schnellauswahl-Werkzeug, mit dem ein genauer Schärfebereich festgelegt wird. Die Stärke des Weichzeichners lässt sich per Schieberegler einstellen. Leider kann man jedoch die getroffene Auswahl nicht umkehren, wodurch es bei manchen Motiven kaum möglich ist, eine passende Auswahl zu treffen. Eine Auswahl, die über Bearbeiten > Vollständig getroffen wurde, übernimmt der Feldtiefe-Assistent jedoch. Für ein traumähnliches Erscheinungsbild sorgt der Orton-Effekt, ebenfalls unter Assistent zu finden. Der Assistent Bilderstapel zerschneidet ein Foto in wahlweise vier, acht oder 12 Bilder, die dann frisch gerahmt übereinander liegen. Zwar sind die Rahmenstärke und der Hintergrund einstellbar, die einzelnen Bilder lassen sich jedoch leider nicht neu anordnen.

Zu den Effekten ist die Bleistiftskizze hinzugekommen. Der Filter lässt sich mit dem Smartpinsel auf Teilbereiche auftragen. Elements legt dann eine neue Ebene mit Maske an, die nachträglich noch bearbeitet werden kann. Leider ist der Effekt nicht einzustellen; bei sehr kontrastreichen Bildern entsteht jedoch eine eindrucksvolle Wirkung, die einer echten Bleistiftzeichnung recht ähnlich ist. Sinnvoll ist es somit, vor Anwendung des Effektes gegebenenfalls den Kontrast zu erhöhen.

Neue Textwerkzeuge

Unter dem Textwerkzeug liegen nun die Werkzeuge Text auf Auswahl, auf Form und Text auf eigenem Pfad. Wird etwa Text auf eigenem Pfad gewählt, muss zunächst ein Pfad gezeichnet werden, auf dem sich dann die eingegebenen Buchstaben reihen. Leider gibt es hier nicht die Möglichkeit mit Bézier-Kurven zu arbeiten, wodurch exakte Pfade nicht möglich sind. Die einzelnen Buchstaben passen sich in ihrer Neigung an die jeweilige Kurvenposition an, was zwangsläufig zu einem sehr unruhigen Schriftbild führt. Etwas besser gelingt der Text entlang einer Auswahl.

Fazit

Wichtige Änderungen zeigt die neue Version nicht. Der Editor bietet lediglich ein Sammelsurium an neuen Effekten, die für eine grundlegende Bildbearbeitung nicht notwendig sind. Zudem sind die Effekte kaum einzustellen, wodurch Anpassungen an eigenes Bildmaterial nur schlecht möglich sind. Hilfreich zum Sortieren größerer Bildmengen sind jedoch die neuen Suchfunktionen.

Ein Update von Version 9 lohnt also kaum. Dennoch zeigt sich Photoshop Elements als sinnvolle Lösung für ambitionierte Heimanwender. Wer also noch keine Version besitzt, sollte die gesamte Funktionalität des Programms mit Hilfe einer Demo-Version testen.

  • Hersteller und Info
    Adobe*
  • Preis: 98,77 Euro, Upgrade ab 80,92 Euro
  • Voraussetzung: ab Mac OS 10.5.8
  • Plus: Neue Suchfunktionen im Organizer
  • Minus: keine Unterstützung von CMYK,
    neue Werkzeuge sind noch nicht ganz ausgereift
  • Macnews.de-Wertung: 3 von 5 Sternen

Weitere Informationen:

Weitere Themen: Photoshop Elements, Adobe Photoshop Elements, Adobe Systems

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