Photoshop online?

Katharina Sckommodau

Zu den immer häufiger im Internet vertretenen Rich Internet Applications (RIA) gehören auch verschiedene Lösungen zur Bildbearbeitung, die teilweise recht viel versprechen.

Photoshop online?

Wer digital fotografiert, möchte seine Werke auch bearbeiten. Für gehobene Ansprüche ist sicherlich Photoshop die erste Wahl. Bei einem Preis von gut 1000 Euro überlegt sich jedoch so mancher, ob diese Anschaffung notwendig ist – zumal Adobe neben dem preisgün⁠s­tigen Elements mit Photoshop
Express eine kostenlose Online-Lösung zur Bildbearbeitung bereitstellt. Ein solcher Dienst birgt noch weitere Vorteile: Weder sind aufwendige Installationen notwendig, noch belegt er einen Platz auf der Festplatte – und er ist zudem unabhängig von der Plattform.
Um jedoch halbwegs vernünftig Bilder im Netz bearbeiten zu können, ist eine schnelle Internet-Verbindung unerlässlich. Auch sollten sich auf dem Rechner die aktuellen Versionen des Browsers und vor allem des Flash-Players befinden, da solche Anwendungen in der Regel auf dem Browser-Plug-in Flash basieren.
Doch inwieweit kann eine solche Flash-Anwendung überhaupt mit einem professionellen, fest auf dem Rechner installierten Programm wie Photoshop mithalten? Neben Pho⁠to­shop Express gibt es weitere Lösungen mit unterschiedlichen Ausrichtungen. Manche davon haben durchaus einen bemerkenswerten Funktionsumfang. MACup nimmt die acht wichtigsten Internet-Anwendungen für die Bildbearbeitung unter die Lupe.

Photoshop Express

Der Online-Ableger von Adobes Bildbearbeitungsprogramm Photoshop Express bietet neben der Möglichkeit, Online-Fotoalben zu ­erstellen und zu verwalten, lediglich die allerwichtigsten Funktionen zur Bildbearbeitung sowie verschiedene Grafiken und Clip-Arts zum Dekorieren der Bilder.
Um das Angebot nutzen zu können, muss man sich zuerst kostenlos registrieren. Nach der Anmeldung lassen sich dann die Fotos laden, organisieren, bearbeiten oder als Slide-Show im Internet präsentieren. Die Bilder kann man aus der Anwendung heraus bequem per Mail verschicken, in drei vorgegebenen Größen speichern oder drucken. Eine Leiste rechts zeigt die Ordnerstruktur der geladenen Bilder. Hier gibt es außerdem Links zu Facebook, Flickr, Photobucket und Picasa.
Im Bearbeitungsmodus stehen verschiedene Filter zur Bildkorrektur bereit, eingeteilt in die Bereiche Basic, Adjustments und Advanced. Hierzu gehören etwa eine Weißbalance, Scharf- oder Weichzeichner oder Funktionen zum Verbessern von Helligkeit und Sättigung. Die Bilder lassen sich zudem in Graustufen umsetzen, und auch das Einfärben der Bilder ist möglich. Bei den meisten Funktionen stehen verschiedene Voreinstellungen zur Verfügung, eigene Justierungen sind jedoch leider nicht vorgesehen. Außer einer Rote-Augen-Korrektur und einer Art Reparatur-Werkzeug verfügt Express über keinerlei Werkzeuge.

Apple Watch: Vorlagen für Photoshop (PSD) und Co. zum Download

Cellsea

Die Online-Community Cellsea bietet neben einem Editor für Klingeltöne, dem Phone Synchronizer und einem extra Video-Editor auch einen Photo-Editor. Dieser zeigt recht interessante Funktionen, die individuell einstellbar sind – leider ohne Vorschau, wodurch eine vernünftige Bildbearbeitung kaum möglich ist.
Die Bilder können ohne Anmeldung direkt vom Rechner oder von einer Website geladen werden. Bei größeren Dateien zeigt sich der Editor jedoch sehr langsam. Alle Funktionen sind in Reitern am oberen Fensterrand untergebracht. So finden sich neben den Funktionen für Text und Zeichnen verschiedene Filter zum Schärfen, Weichzeichnen oder zum Anpassen der Farben. Auch mehrere Effekte und Verzerrungsfilter sind im Angebot, Werkzeuge gibt es hingegen keine. Die bearbeiteten Bilder lassen sich dann direkt aus Cellsea auf dem eigenen Rechner, dem Online-Dienst 23hq oder bei Flickr speichern.

Picnik

Picnik erlaubt auf seiner Website eine eher rudimentäre Bildbearbeitung. Zunächst werden die Fotos vom eigenen Rechner oder aus einem Internet-Datenspeicher wie Picasa, Flickr oder MySpace geladen. Die Fotos lassen sich dann bearbeiten und zu einer Collage oder einer Show zusammenstellen.
Unter Bearbeiten stehen die wichtigsten Filter zur Bildkorrektur zur Verfügung, die im Modus Erweitert sogar recht brauchbare Einstellungen aufweisen: So erscheint beispielsweise beim Verbessern der Belichtung neben den Schiebereglern Belichtung und Kontrast ein weiterer Dialog, der gezielte Einstellungen der Lichter und Schatten erlaubt, einen Helligkeitsregler bietet und zur Kontrolle ein Histogramm. Eine große Auswahl an Aufklebern, Rahmen und Effekten sammelt sich in den Reitern Erstellen, Aufkleber und Saisonal. Viele davon lassen sich zwar in ihrer Wirkung auf dem Bild betrachten, jedoch nicht endgültig anwenden; hierzu muss zunächst auf Picnik Premium für 25 US-Dollar im Jahr erweitert werden. Mit der Premium-Variante stehen dann auch ­einige Retusche-Werkzeuge bereit, etwa ein Klon-Pinsel, der Lippenstift oder eine Effektmalerei unter Kurven.
Als Speicherformate dienen JPEG, PNG, BMP, PDF oder TIFF. Ebenso kann man die Bilder direkt per Mail verschicken oder auf verschiedenen Medien drucken, hierfür ist jedoch eine Registrierung Bedingung.

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