Verstecktes Heimspiel

Sven Fischer

Das reibungslose Zusammenspiel der CS4-Programme zeigt erst der Produktionsalltag. Hierzu gehören neben den flexiblen Datenformaten auch Alpha-Kanäle oder Smart Connections.

Von einer Programmsuite kann man zu Recht erwarten, dass die einzelnen Komponenten gut aufeinander abgestimmt sind. Viele Optimierungen offenbaren sich jedoch nicht auf den ersten Blick.

DatenFormate

Native Datenformate lassen sich aus Photoshop und Illustrator über den Befehl Platzieren oder per Drag and Drop direkt im InDesign-Layout platzieren. InDesign kann man auch auf einzelne Ebenen einer Photoshop-Datei zugreifen. Über die Objektebenenoptionen lassen sich somit auch in InDesign die Ebenen einer Photoshop-Datei individuell ein- und ausblenden. Dabei werden auch Ebenenkompositionen, ­also verschiedene gespeicherte Stadien einer Bildbearbeitung, unterstützt. Beim Import eines Bildes im TIF-Format besteht hingegen kein Zugriff auf Bildebenen. Das gilt auch für EPS- oder JPG-Pixelbilder, da in diesen Formaten Ebenen nicht erhalten bleiben und auf eine Hintergrundebene zusammengerechnet werden.
Der Zugriff auf Bildebenen ist auch bei Illus­trator-Grafiken möglich. Bei dem bislang allgemein üblichen EPS-Format für Vektorgrafiken wird dies hingegen nicht unterstützt.

Apple Watch: Vorlagen für Photoshop (PSD) und Co. zum Download

AI-Format und Farbprofile

Das AI-Format bietet außerdem den Vorteil, dass es die Information des Color-Management-Profils beibehält. Bis heute lassen sich mit EPS-Vektordateien keine ICC-Farbprofile speichern. Werden Vektorgrafiken im EPS-Format in einem Layout platziert, gilt für diese Daten dann automatisch das jeweilige Farbprofil des Layout-Programms. Der Anwender muss also bei der Erstellung einer Vektorgrafik darauf achten, dass im Grafikprogramm dasselbe Farbprofil zur Anwendung kommt wie im Layout-Programm. Im Fall der Creative Suite lassen sich die Farbeinstellungen aller Programme über Adobe Bridge synchronisieren.
Schwierig wird das Ganze jedoch, wenn Vektordaten im Rahmen einer Produktion extern angeliefert werden. In diesem Fall können aus der EPS-Grafik (ohne Farbprofil) nur die Zahlenwerte der CMYK-Farben übernommen werden, RGB wird bei Vektorgrafiken nur selten verwendet. In einer AI-Datei hingegen wären die CMYK-Zahlenwerte zusätzlich durch ein Farbprofil charakterisiert. Das gibt mehr Produktionssicherheit.
So sieht etwa der Farbwert 100 % Cyan nicht immer gleich aus. Die Angabe „100 % Cyan“ ist nur eine Beschreibung, wie viel Cyan-Farbe auf ein Papier gebracht werden soll. Doch wie sieht das Cyan aus und welches Papier wird verwendet? Das wird erst durch ein Farbprofil genau definiert. Ein Vergleich dieser Information auf der Basis unterschiedlicher Farbprofile macht deutlich, dass es hier zu erheblichen Unterschieden kommen kann.
Wenn nun eine Vektorgrafik ohne Farbprofil im Layout platziert wird, kann es also sein, dass diese Grafik anders dargestellt wird, als es der Hersteller der Illustration beabsichtigt hat. AI-Grafiken haben daher den Vorteil, dass die visuelle Darstellung mittels eines ICC-Farbprofils beibehalten werden kann und es nicht zu unerwünschten Farbverschiebungen kommt.

Verknüpfungen

Platzierte Bilder und Grafiken lassen sich aus dem Layout heraus bearbeiten. InDesign übergibt mit Hilfe des Menübefehls Original bearbeiten die fragliche Datei an das jeweils zustän­dige Bearbeitungsprogramm, also Photoshop oder Illustrator. Dort muss die Datei nach der Bearbeitung lediglich mit gespeichert werden. Die Aktualisierung in der Verknüpfungspalette von InDesign erfolgt automatisch. Das funktioniert mit allen Dateiformaten, auch wenn in Photoshop Smartfilter angewandt wurden, die in den Formaten TIF, PSD oder PDF erhalten bleiben. Photoshop-Bilder mit Smartfilter-Ebenen lassen sich genauso im InDesign-Layout platzieren wie Bilder mit ­üblichen Ebenen. Interessant werden die Smart-Objekte beim Datenaustausch zwischen Photoshop und Illustrator beziehungsweise zwischen Photoshop und Dreamweaver. Smart-Objekte oder auch Smartfilter ermöglichen eine Bildbearbeitung ohne Verluste, da das Original unverändert erhalten bleibt und Veränderungen an einer Bildebene lediglich angehängt werden. Dadurch lassen sich die Bearbeitungen jederzeit editieren und verändern oder auch nur vorübergehend deaktivieren.

Smart Connection

Für InDesign spielen Smart-Objekte zwar keine große Rolle, da die Editierung eines Bildes oder einer Grafik sowieso im Originalprogramm, mit dem die Datei ursprünglich bearbeitet wurde, erfolgt. Platziert man jedoch eine Vektorgrafik in einem Photoshop-Bild als Smart-Objekt, was in Version CS4 nach einer Abfrage automatisch erfolgt, bleiben die vektortypischen Bearbeitungsvarianten erhalten. Die Vektor­informationen werden nicht in Pixel umgerechnet, also nicht gerastert, sondern die Grafik lässt sich per Doppelklick an Illustrator übergeben, dort verändern und anschließend wieder an Photoshop in aktualisierter Form zurückspielen. Wird ein solches Smart-Objekt in Photoshop als Ebenenkopie kopiert, verhalten sich die Kopien wie Instanzen, das heißt, sie halten Verbindung zum Original und unterei­nander. Das hat zur Folge, dass eine Veränderung an einer Kopie sich automatisch auf alle Instanzen und das Original auswirkt. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Original oder eine Instanz bearbeitet wird. Die Verbindung zur Originalgrafik besteht im Übrigen nicht nur während der aktuellen Bearbeitung, sondern bleibt auch erhalten, wenn die Datei in Photoshop geschlossen wurde.
Sollen mehrere Vorkommen einer Vektorgrafik in einer Photoshop-Bildkomposition unabhängig voneinander sein, darf man nicht einfach die Originalebene duplizieren, sondern man muss die Grafik mehrmals neu platzieren.
Umgekehrt funktioniert die Smart Connec-tion bislang übrigens nicht. Ein Photoshop-Bild lässt sich auch mit Smartfilter-Ebenen problemlos in Illustrator platzieren, aber es ist nur eine gewöhnliche Verknüpfung, so wie man das aus InDesign kennt. Hier wird zwar nach Veränderungen am Original auch aktualisiert, aber der Vorteil der Instanzen ist nicht gegeben.

Weitere Themen: Adobe Photoshop, Adobe

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