Dateien synchronisieren und Ordner abgleichen – so geht‘s

Marco Kratzenberg

Wer an verschiedenen Rechnern arbeitet oder auf doppelte Sicherheit Wert legt, der kann seine Dateien mit einfachen Mitteln synchronisieren. So ist auf allen Rechnern derselbe Datensatz vorhanden und es geht nichts verloren. Wir stellen euch Gratis-Lösungen vor!

Auch wenn Windows mit dem „Synchronisierungscenter“ bereits eine Möglichkeit mitbringt, mit der ihr Dateien synchronisieren und Ordner überwachen könnt, ist diese Möglichkeit eher unpraktisch. Im Gegensatz zu den Behauptungen von Microsoft ist das nicht so ganz intuitiv begreifbar und auch in der Auswahl der zu sichernden Daten ist man nicht frei. Da ist es ein Glück, dass es eine ganze Reihe brauchbarer kostenloser Tools zum Synchronisieren von Dateien und Verzeichnissen gibt.

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Go Google: Google Drive

Erste Frage: Dateien synchronisieren oder Backup?

Ihr solltet euch vielleicht erst einmal klar machen, was ihr eigentlich wirklich vorhabt. Wenn ihr zwischen zwei oder mehr verschiedenen Orten die Daten synchronisieren wollt, um überall auf aktuelle Dateien zugreifen zu können, dann hat das mit einem Backup nichts zu tun. Denn dann wollt ihr Ordner synchronisieren und es geht darum, Verzeichnisse möglichst jederzeit auf dem gleichen Stand zu halten. Und das in beiden Richtungen!

Wenn man zuhause gearbeitet hat, überträgt man die Daten auf einen USB-Stick und dessen Inhalt wird dann im Büro morgens abgeglichen. Geht man nach Hause, dann muss man den Ordner wieder synchronisieren – mit den Arbeiten des Tages. Und zuhause muss man die Synchronisation noch einmal starten, damit alle Ordner die gleichen Daten enthalten. Das erfordert eine gewisse lästige Disziplin. Da kann man besser geeignete Programme nutzen, die das automatisch tun.

Ein Backup hingegen ist eine andere Sache. Das erfolgt so lange in die eine Richtung, bis man Daten retten muss, die im Quellordner verloren gingen. Erst dann werden diese Dateien oder Ordner wieder an den Ort ihrer Herkunft kopiert, um dort Verlorenes wiederherzustellen. Natürlich kann man ein Synchronisationstool auch zu diesem Zweck nutzen – und umgekehrt. Aber es ist in der täglichen Arbeit sinnvoller, dazu spezielle Programme zu nehmen. Bei einem Backup sammeln sich in der Regel irgendwann die Datensicherungen und Datenträger an, um den Zustand der gesicherten Daten zu jedem Zeitpunkt wiederherstellen zu können. Bei der Datensynchronisation zweier oder mehrerer Ordner steigen die Datenmengen nur in dem Umfang an, wie sie am Ursprungsort anwachsen.

Es kommt also wirklich darauf an, was man letztendlich braucht. Beide Arten von Programmen können mehr oder weniger automatisch laufen. Wobei es allerdings bei einem Backupprogramm unter Umständen nötig ist, auch CD-Rohlinge oder andere Datenträger bereitzuhalten und diese auch ordentlich zu beschriften und abzulegen. Bei einer Synchronisation von Ordnern an einem Rechner ist alles bereits eingebaut und bei einer Synchronisation über mehrere Rechner verwendet man in der Regel ein Transportmedium, wie etwa einen USB-Stick.

Wichtige Windows-Sicherheitstools

Dateien online synchronisieren

Jeder Rechner hängt mittlerweile am Netz. Was liegt da näher, als die Cloud für eine Echtzeit-Synchronisierung zu nutzen? Auf diese Weise könnt ihr an einem Ort Dateien erstellen, ändern oder löschen und im selben Moment – oder beim nächsten Login – geschieht das auch auf allen anderen Geräten. Eine Menge Cloud-Anbieter, wie etwa Google Drive, bieten euch kostenlosen Speicherplatz im Netz an. Aber mit einem kleinen Trick nutzt ihr die Cloud nur als Zwischenstation, um die Ordner und Dateien zeitgleich auf mehreren Computern zu synchronisieren.

Mit Google Backup & Sync Dateien automatisch synchronisieren

Der Trick liegt darin, ein Google-Konto gleichzeitig auf mehreren Rechnern zu nutzen. Bei Google Drive habt ihr gratis bis zu 15 GB Speicherplatz zur Verfügung, um eure Daten abzulegen. Das Programm Google Backup & Sync (früher nur Google Drive Sync) gleicht alle Daten immer jeweils in beide Richtungen ab. Wenn ihr online, im Browser, eine neue Datei speichert, wird sie über das Programm an der gleichen Stelle auf eurer Festplatte abgelegt – und umgekehrt. Sobald ihr auf dem Rechner in den überwachten Ordnern Dateien neu hinzufügt oder löscht, geschieht das Gleiche in eurem „Google Drive“.

Wenn ihr nun sowohl zuhause als auch im Büro einen Ordner anlegt, der von Backup & Sync überwacht wird, und darin alle neuen Daten ablegt, dann werden auf beiden Rechnern eure Dateien synchronisiert. Wenn beide Computer gleichzeitig online sind, geschieht das nahezu in Echtzeit. Kurz nachdem ihr die Datei im Büro gespeichert habt, erscheint eine Kopie davon zuhause auf der Festplatte. Da alles sowieso in der Cloud gespeichert wird, funktioniert das auch, wenn ihr im Büro den Rechner ausschaltet und ihn zuhause anschaltet. Sobald der Google-Drive-Client online geht, holt er sich die Dateien ab.

Wer allerdings einem kostenlosen Onlinedienst aus den USA nicht traut, der kann seine Daten auch auf einem eigenen Webspace ablegen und greift zur Open-Source-Lösung OwnCloud. Die Funktionsweise ist ähnlich und auch hier gibt es ein kostenloses Programm, mit dem man den Abgleich steuern kann. Allerdings sind hier wirklich Grundkenntnisse in der Verwaltung eines Internetservers vonnöten.

Ordner und Dateien synchronisieren mit PureSync

PureSync ist ein Freeware-Programm, das euch die Möglichkeiten bietet, sowohl Dateien zu synchronisieren, als auch Backups durchzuführen. Die Bedienung des deutschsprachigen Programms ist sehr einfach und funktioniert über Wizards. Soll bedeuten, dass ihr Schritt für Schritt durch alle Punkte geführt werdet, bis alle Parameter eines neuen “Jobs” eingerichtet sind.

Schrittweise bedeutet aber auch, dass man etwas aufpassen und sich überlegen muss, was man eigentlich vorhat. Würde man wirklich 1:1 die Dateien synchronisieren, dann würde beim Löschen einer Datei in einem Ordner diese ja auch im anderen entfernt werden müssen. Ansonsten wäre es eher ein Backup.

Schön sind auch die automatischen Funktionen des Programms. Wurde beispielsweise ein Laufwerk erkannt, also etwa das Einstecken des USB-Sticks oder der Kamera, so erfolgt die Synchronisation. Sie kann aber auch immer dann erfolgen, wenn eine Datei geändert oder neu angelegt wurde. Und wenn das reicht, so erfolgt der Abgleich auch nach einem Zeitplan.

Doch ihr könnt die Übertragung der Daten auch noch auf andere, geniale Arten steuern. Etwa immer dann, wenn der Rechner für einen bestimmten Zeitraum nicht benutzt oder wenn ein ausgesuchtes Programm beendet wurde. Wahlweise auch beim Abmelden vom PC oder Herunterfahren des Computers.

Weitere Themen: PureSync, Google Drive, ownCloud, Was ist ein Backup?, Helium, Google

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