Kolumne: Safari 3 für Windows - Zu spät für die Browser-Wars?

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(Holger) Seit dem 11. Juni hat nun auch Apple als letzter großer Software-Hersteller einen Browser für Windows im Ring. Schade, dass die Browser-Wars schon vorbei sind. Zudem: wer braucht noch einen weiteren Browser?

Kolumne: Safari 3 für Windows - Zu spät für die Browser-Wars?

Eins muss man Steve Jobs lassen: Die Überraschung Safari auch für Windows zu bringen ist ihm gelungen. Schaut man sich die aktuellen Probleme an, die Apple noch mit der Beta-Version hat, stellt man sich nur die Frage, warum man sich nicht noch einige Tage Zeit gelassen hat, um die gröbsten Probleme aus der Welt zu schaffen. Dass zum Beispiel ein Klick auf den Bookmark-Manager zum Absturz führt hätte man jedenfalls erkennen können. Betroffen von vielen im Internet kursierenden Problemen ist dabei nur die Windows-Version des Browsers.

Zwar hat Apple bereits eine neue Version für Windows veröffentlicht, diese nimmt sich allerdings anscheinend nur der Sicherheitslücken an. Die Abstürze und Darstellungsfehler in der deutschen Variante sind weiterhin vorhanden.

Aber selbst auf einem Mac bietet Firefox viele Dinge, von denen Safari-Nutzer nur träumen können. Für Firefox gibt es Dinge wie Add-Ons, Skins oder einfach nur das Merken der geöffneten Tabs beim Schließen des Browsers – im Falle von Safari wäre es der Absturz des Browsers; ein leider nicht seltenes Geschehnis. Zwar gibt es auch einige Zusatztools für Safari, diese jedoch als “Add-On” mit denen von Firefox gleich zu stellen wäre wohl übertrieben. Ein Vorteil von Safari ist hingegen die Ladezeit des Browsers und das teilweise schnellere Rendern von Webseiten.

Die Frage ist daher: Warum hat sich Apple ausgerechnet zur Portierung von Safari entschieden? Warum hat man nicht eine Anwendung wie iPhoto oder gar iMovie gewählt? Aber wer weiß schon genau, welche Strategie Apple derzeit verfolgt. Nach iTunes und nun Safari ist es auf jeden Fall nicht mehr auszuschließen, dass noch weitere Anwendungen der iLife- oder gar iWork-Suite folgen könnten. Mit den immer beliebter und günstiger werdenden Kameras hätte Apple mit iPhoto sicherlich einen guten Stein im Brett.

Einen Grund für die Portierung von Safari auf Windows, könnte das am 29. Juni in den USA erscheinende iPhone sein. Auf der WWDC hatte Jobs angekündigt, wie Dritthersteller eigene Anwendungen für das Telefon realisieren sollen: Nämlich als “Web 2.0″-Anwendung in dem auf dem iPhone vorhandenen Safari. Dass die Entwickler sich davon nicht gerade begeistert zeigen ist die bittere Realität. Mit dem Windows-Safari ermöglicht Apple es einer viel größeren Entwickler-Schar für das Handy zu programmieren.

Man muss außerdem im Hinterkopf behalten, dass Safari als Rendering-Engine das Open-Source-Projekt “WebKit” nutzt. Diese Engine wird auch von KDE und dem unter anderen von Nokia verwendeten S60 Browser zur Darstellung von Webseiten genutzt. Mit dem iPhone und Safari für Windows können so im Laufe der Zeit viele neue Optimierungen in das Projekt einfließen.

Weitere Themen: Microsoft Windows, browser

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