Schreiben im Fokus: myTexts und myTexts Snow (Teil 2)

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Nach Thomas’ Schreibprogramm der Wahl – Scrivener – ist nun Marcels Software der Wahl dran. myTexts ist noch relativ jung und ähnlich wie Scrivener aus Eigenbedarf entstanden. Der deutsche Entwickler Michael Göbel hat sie “geklöppelt”, um möglichst konzentriert an Texten auf dem Mac arbeiten zu können. Der Erfolg von myTexts überraschte ihn dann selbst, seitdem folgt Version auf Version und mit myTexts Snow sogar eine alternative „helle” Variante.

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In jedem Kopf steckt ein anderes Hirn.

Das eine fühlt sich in chaotischen Umgebungen wohl, das andere braucht Ruhe, um sich auf Text konzentrieren zu können. myTexts räumt den Bildschirm auf – das tun auch andere Programme, trotzdem sind die Unterschiede zwischen den Konzepten und ihrer Umsetzung groß.

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Vollbild: Auch die „Unterkante“ lässt sich noch ausblenden.

Die Software von Michael Göbel glänzt (noch) durch Übersichtlichkeit, es ist aber durchaus möglich, dass er irgendwann die Notbremse wie bei „Schreiben“ ziehen muss: Diese ist im Laufe der Zeit mächtiger geworden und hat sich somit vom eigentlichen Ziel entfernt, ein möglichst auf das Wesentliche konzentriertes schlankes Schreibprogramm zu bieten. Göbel arbeitet deshalb daran, zwei Versionen anzubieten.

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Schneeweißchen: myTexts Snow auf weißem Grund mit eingeblendeten Einträgen links.

myText könnte ein ähnliches Schicksal beschieden sein, aber noch ist es nicht so weit. Die aktuelle Versionsnummer ist 3.5, die später veröffentlichte Alternative myTexts Snow liegt in der Version 1.5 vor – sie unterscheiden sich ansonsten lediglich in der Farbe. Während das Original dunkle Hintergründe mit heller Schrift bevorzugt, bietet die Snow-Fassung helle Hintergründe.

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In den Voreinstellungen: Farbauswahl, Schriften und Ansichtseinstellungen für das Seitenlayout.

Im Gegensatz zu den meisten anderen Schreibprogrammen öffnet sich myTexts direkt in der Vollbildschirmansicht – eine andere kennt das Programm nicht. Auf welchem Bildschirm das geschieht, lässt sich in den Voreinstellungen festlegen.

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Übersichtliche Farbauswahl für die Snow-Edition.

Beide myTexts-Versionen bieten einen Satz von Hintergrundfarben an, zudem kann man einstellen, auf welche Art die Software zusätzliche Informationen einblendet: Automatisch oder manuell.

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Optional immer dabei: Wörter und Zeichen am unteren Bildschirmrand.

Am unteren Bildschirmrand findet man eine schmale Leiste, in der sich die Seitenränder einstellen lassen. Darin befindet sich auch die Wörter- und Zeichenzählung, daneben sind Buttons für Ablage, Exportieren und Drucken. Das gesamte linke Bildschirmdrittel nimmt hingegen die Verwaltung der Texte und Notizen ein, sofern eingeblendet.

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Die Textdateien: Eine Liste mit Einträgen, über Cmd + M lassen sie sich markieren.

Die Textverwaltung hat es in sich: in myTexts legt man „Einträge“ an, die man direkt mit einem Mausklick erreicht. Um „Banalitäten“ wie Speicherort und das Öffnen von Dateien muss man sich im Prinzip nicht kümmern sondern legt im Programm einfach einen neuen Eintrag an, der dann ständig präsent ist. In den Einstellungen kann man – wenn man den Drang dazu hat – aber doch einige Parameter verstellen. myTexts arbeitet mit einer großen Datei, in der die Software sämtliche Texte speichert. Zusätzlich erstellt das Programm im gleichen Ordner einen Unterordner, in dem es sämtliche Einträge und Notizen einzeln im TXT-Format ablegt. Wer möchte, kann dies in den Voreinstellungen ausschalten.

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In den Voreinstellungen: Diverse Möglichkeiten für die Sicherung.

Zusätzlich lässt sich der Speicherort verändern, falls man seine Texte zum Beispiel direkt in einen DropBox-Ordner und über iDisk Online sichern will. myTexts Snow greift übrigens auf die gleiche Text-Datenbank zurück, ein paralleler Betrieb ist deshalb nicht möglich, wohl aber abwechselnd.

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Intelligente Ordner, Schlüsselworte und Markierungen helfen beim Finden.

Um die Einträge zu sortieren und zu finden bietet die Software einige Hilfen an. Mit Schlüsselworten lassen sich verschiedene Dinge anstellen, zum Beispiel lassen sich damit Texte als „unfertig“ markieren. Die Schlüsselworte (Tags) sind auch Voraussetzung für die intelligenten Ordner. Sobald man einen anlegt, kann man diesem Schlüsselworte zuweisen – mit einem Klick auf den Button Intelligente zeigt myTexts dann nur noch Einträge an, die das entsprechende Tag enthalten.

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Intelligente Ordner: Tags nicht vergessen!

Ein weiterer Filter, um in den Einträgen die Übersicht zu behalten, ist der Button Aktuelle. In den Voreinstellungen lässt sich festlegen, welcher Zeitrahmen aktuell sein soll. Voreingestellt ist eine Stunde, myTexts zeigt dann also mit diesem Filter alle Einträge an, die man seit einer Stunde angelegt hat.

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Kann mehr als man auf dem ersten Blick sieht: Allgemeine Einstellungen.

Am Schluss der Textarbeit stehen Ausdruck und/oder der Export. myTexts bietet eine kleine, aber sinnvolle Auswahl an, wie PDF Word 2003 und 2007 (docx), RTF, reiner Text und das Dateiformat für das Programm Schreiben – wie die überwiegende Mehrzahl der Software in diesem Bereich versteht sich myTexts als Texteditor, also für die reine Schreibarbeit.

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Ein Exportschlager.

Allerdings arbeitet Göbel inzwischen auch an einer Variante von myTexts mit Formatierungsmöglichkeiten sowie einem „Fenstermodus“, eine Vorschau auf myRichTexts stellt der Entwickler hier online.

Wie Scrivener versteckt auch myTexts seinen – allerdings geringeren – Funktionsumfang. Der große Vorteil von myTexts ist die Eleganz, die die Software an den Tag legt. Funktionen vermisst der Autor dieser Zeilen nicht, durch die hübsche Umsetzung macht es Spaß, mit der Software zu arbeiten: ohne Ablenkung und immer voll im Bild. Lediglich die Frage, für welche Farbvariante man sich entscheiden mag, könnte schwierig sein. Sofern man nicht unter Tiger arbeitet, denn myTexts Snow setzt Mac OS X 10.5.8 voraus. Beide Programme kosten je 14 Euro und sprechen Deutsch.

Bild: Phooky, “Royal typewriter”. Some rights reserved. Flickr

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